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Corona-Test: Neue Verordnung ist Bürokratie-Monster

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Von: Konstantin Mennecke

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Die Corona-Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg gehen weiter nach oben. Die Inzidenz liegt nun über 1000. (Symbolbild)
Die Corona-Infektionszahlen im Werra-Meißner-Kreis gehen weiter nach oben. Die Inzidenz liegt nun über 1000. (Symbolbild) ©  Tom Weller/dpa

Werra-Meißner – Innerhalb weniger Tage mussten Anbieter kostenfreier Bürgertests die neue Corona-Testverordnung umsetzen. Bis kurz vor dem Stichtag gab es dazu aber nur spärliche Informationen. „Es ist beschämend, wie schlecht alles organisiert ist“, fasst es die Witzenhäuser Apothekerin Carla Schäfer zusammen.

Bürgertests sind seit Donnerstag nicht mehr kostenfrei, sondern für drei Euro erhältlich. Einen solchen Bürgertest sollen Menschen erhalten, deren Corona-Warn-App eine rote Kachel zeigt sowie vor dem Besuch von Innenraumveranstaltungen, Konzerten, Theaterbesuchen und mehr, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

Drei Euro sollen Kinder unter fünf Jahren, Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder auch Besucher oder Bewohner von Pflegeeinrichtungen nicht zahlen müssen. Gleiches gilt für pflegende Angehörige, Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten sowie Leistungsberechtigte nach SGB IX. Sie alle erhalten weiterhin einen kostenfreien Bürgertest.

Diese zahlreichen Ausnahmen müssen die Verantwortlichen, unter anderem auch die gemeinsame Teststelle der Stadt-Apotheke und der Rübezahl-Apotheke in Witzenhausen jetzt kontrollieren. Die Bürger müssen dazu eine Selbstauskunft abgeben. „Fazit: erheblicher bürokratischer Mehraufwand bei geringerer Vergütung. Wir haben uns daher entschlossen, im Monat Juli probehalber nur noch freitags zu testen und dann weiterzusehen“, betont Carla Schäfer.

Diesen deutlichen Mehraufwand bestätigt auch Thomas Wuth, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands Eschwege. „Wir müssen eine erhebliche Aufklärungsarbeit leisten – und das aufgrund der neuen Testverordnung sehr kurzfristig“, sagt Wuth. Das DRK wolle weiter Tests, auch auf dem Land anbieten. Dafür beobachte man aber zunächst, wie sich die Nachfrage nach den Bürgertests entwickelt.

Dem Werra-Meißner-Kreis liegen aktuell noch keine Informationen vor, dass Teststellen schließen. Das teilt Landkreis-Sprecherin Sylvia Weinert auf Anfrage mit. „Die aktuellen Testangebote können nach wie vor über das Internetportal impftermine-wmk.de abgefragt und online angemeldet werden.“ Welche Virus-Variante bei der aktuellen Inzidenz von 920 überwiegt, werde nicht erhoben. „Vermutlich wird die Variante BA.5 auch bei uns aktuell überwiegen“, so Weinert.

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