Anordnung gilt ab sofort

Corona: Werra-Meißner-Kreis verbietet alle Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern

Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern sind im Werra-Meißner-Kreis vorerst verboten. Die Hintergründe schilderten Dr. Annett Förste (Leiterin Gesundheitsamt Werra-Meißner-Kreis), Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann und Landrat Stefan Reuß.
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Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern sind im Werra-Meißner-Kreis vorerst verboten. Die Hintergründe schilderten Dr. Annett Förste (Leiterin Gesundheitsamt Werra-Meißner-Kreis), Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann und Landrat Stefan Reuß.

Öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern dürfen zunächst bis zum 10. April nicht mehr stattfinden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Das haben Landrat Stefan Reuß und Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann nach einer Krisensitzung mit den 16 Bürgermeistern aus dem Kreisgebiet am Freitagmorgen in einer Allgemeinverfügung festgelegt.

Bis Redaktionsschluss gab es im Werra-Meißner-Kreis keinen bestätigten Coronafall. Das soll nach Wunsch der Kreisverwaltung auch so lange wie möglich so bleiben, deshalb reagiert der Kreis sogar noch strenger als es das Hessische Sozialministerium am Donnerstag mit einer Absagen von Veranstaltungen von mehr als 1000 Teilnehmern angeordnet hat. „Wenn wir einen effektiven Beitrag leisten wollen, um Infektionsketten zu unterbinden, liegen wir mit diesem Schritt richtig“, betont Reuß. Auch die thüringischen Nachbarlandkreise hätten bereits alle Veranstaltungen mit mehr als hundert Teilnehmern abgesagt.

Im Werra-Meißner-Kreis müssen sich alle Anwesenden bei öffentlichen Veranstaltungen mit weniger als 100 Teilnehmern mit ihrem Kontaktdaten in Listen eintragen, damit im Infektionsfall mögliche Betroffene schneller gefunden werden können, sagt Wallmann. Dann müssen die Listen an das Gesundheitsamt beim Landkreis weitergegeben werden. Bei privaten Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten müssen ab 20 Teilnehmern Anwesenheitslisten geführt werden. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, dem drohen Bußgelder und Ordnungswidrigkeitsverfahren, so Wallmann.

Um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen, stellen nach einem Vorstoß der Stadt Witzenhausen alle Feuerwehren im Kreis ihren Übungsbetrieb ein, sagt Bürgermeister Daniel Herz. Auch Fortbildungen für Feuerwehrleute werden abgesagt. So soll verhindert werden, dass sich möglicherweise mehrere Feuerwehrleute auf einmal anstecken und in großer Zahl ausfallen.

Auch Schwimmbäder im Kreis stellen Betrieb ein

Die Schwimmbäder im Werra-Meißner-Kreis haben nach Informationen unserer Zeitung am Freitag aus Angst vor einer Verbreitung des Coronavirus ihren Betrieb ebenfalls eingestellt. Betroffen von der Schließung sind die Therme in Bad Sooden-Allendorf, das Hallenbad in Hessisch Lichtenau und das Espada-Bad in Eschwege. In Kassel sind bereits am Donnerstag alle öffentlichen Saunabereiche der städtischen Bäder sowie der Kurhessen-Therme geschlossen worden.

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