Geschlossene Unternehmen

Werra-Meißner-Kreis: Unternehmen warten auf Coronahilfen - WFG warnen vor Schulden

Dortmunder Innenstadt
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Ein geschlossenes Bekleidungsgeschäft in der Dortmunder Innenstadt. Die Bundesregierung will geschlossenen Betrieben mit Coronahilfen finanziell helfen. (Symbolbild)

Der Staat verspricht Corona-Hilfen: Noch warten einige Unternehmen des Werra-Meißner-Kreises auf das Geld, bei anderen kam es zur richtigen Zeit.

Werra-Meißner – Viele Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis warten noch immer auf die versprochenen Coronahilfen. Manche müssen deshalb zusätzliche Kredite aufnehmen, andere schaffen es nur mit privaten Rücklagen durch die Krise. Das berichtet die Wirtschaftsförderung Werra-Meißner auf Anfrage. Doch so geht es nicht allen, vereinzelt kämen die Hilfen genau zur richtigen Zeit.

Dr. Lars Kleeberg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, warnt aber angesichts der steigenden Verschuldungen: „Vor allem kleine Betriebe und Solounternehmer brauchen jetzt dringend Hilfe in Form von Zuschüssen und weniger Kredite.“

Dr. Lars Kleeberg

Angelo Di Milo vom Fitnessstudio Box 9 in Eschwege muss beispielsweise seine Türen seit November geschlossen halten. Doch die sogenannten Novemberhilfen, Finanzspritzen des Bundes, kamen erst Ende Januar bei dem Betrieb an. Um die laufenden Kosten trotzdem weiter zahlen zu können, musste Di Milo Kredite aufnehmen. Das sei schon im ersten Lockdown im Frühling zum Überleben nötig gewesen, so der Unternehmer.

Während die einen erste Zahlungen erhalten, warten andere auf die Öffnung neuer Coronahilfstöpfe. „Mir stehen laut Steuerberater keine November- oder Dezemberhilfen zu“, sagt Ramona Schäfer von Raschä-Creativ-Design in Wanfried. Die Inhaberin eines Stoffladens musste Mitte Dezember coronabedingt schließen und hat seit sechs Wochen nur geringe Einkünfte aus dem eigenen Onlineshop. Weil ihre Unkosten auch ohne Coronahilfen weiterliefen, stundete ihr die Vermieterin die ausstehende Miete.

Alle weiteren Kosten versucht Schäfer privat und ohne Kredit zu finanzieren. Doch der Schuldenberg wächst und Unternehmer wie Angelo Di Milo und Ramona Schäfer schauen mit bangem Blick auf den Moment der Rückzahlungen. „Die Luft wird immer dünner, je länger der Lockdown anhält“, fasst Kleeberg die Lage vieler Unternehmer im Kreis zusammen. Doch nicht alle Unternehmer fühlen sich indes vom Staat allein gelassen. Wolfgang Punzet vom gleichnamigen Reisebüro aus Bad Sooden-Allendorf ist trotz Lockdowns positiv gestimmt. (Von Kim Hornickel)

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