Krankenhäuser bereiten sich vor

Coronavirus: Landkreis Werra-Meißner verbietet große Veranstaltungen

Wird im Notfall Pandemie-Krankenhaus: Der Standort Witzenhausen des Klinikums Werra-Meißner mit seinen 150 Betten. Aktuell ist schon eine Station für schwere Coronafälle freigeräumt worden, geplante Operationen werden nach Eschwege verlegt. 
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Wird im Notfall Pandemie-Krankenhaus: Der Standort Witzenhausen des Klinikums Werra-Meißner mit seinen 150 Betten. Aktuell ist schon eine Station für schwere Coronafälle freigeräumt worden, geplan te Operationen werden nach Eschwege verlegt. 

Der Landkreis Werra-Meißner trifft Vorkehrungen gegen das Coronavirus. Landrat Stefan Reuß und Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann informierten über die nächsten Schritte. 

Noch gibt es keinen Coronafall im Werra-Meißner-Kreis. Damit das so bleibt, werden Vorkehrungen getroffen. Landrat Stefan Reuß: „Wir wollen keine Panik verbreiten, aber die Lage ist sehr, sehr ernst.“

Werra-Meißner – Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, sind öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen im Werra-Meißner-Kreis seit Freitag untersagt. Dazu Fragen und  Antworten.

Ist so eine harte Maßnahme nötig?

„Ja“, betonen Landrat Stefan Reuß und Gesundheitsdezernent Dr. Rainer Wallmann. Das Verbot soll eine Ausbreitung des Coronavirus zeitlich und räumlich verlangsamen und von der anhaltenden Influenzawelle entkoppeln. So soll verhindert werden, dass es sehr viele Coronafälle auf einmal gibt und die Kliniken bei der Versorgung Schwerkranker überlastet werden. Wenn man aktuellen Prognosen der Wissenschaftler glaube, könnten 60 000 Menschen im Kreis am Virus erkranken. Auch wenn die meisten Verläufe mild seien, gälte es, die Schwächeren zu schützen, sagt Reuß: „Wir haben eine Gesamtverantwortung für unsere Mitmenschen.“ Da es keine Impfung gibt, seien präventive Maßnahmen und die Einhaltung der Hygieneregeln das einzige Mittel, um die Zahl der Infektionen gering zuhalten.

Wer gilt als besonders gefährdet?

Vor allem hochbetagte Menschen und solche mit chronischen Vorerkrankungen. Dazu zählen laut der Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Annett Förste, Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck. Reuß appelliert an Altenheime, gegen ein Einschleppen des Virus die Zahl der Besuche einzuschränken.

Welche Sanktionen drohen, wenn doch Veranstaltungen stattfinden?

Wer sich nicht an die Vorgaben hält, dem drohen Bußgelder und Ordnungswidrigkeitsverfahren, sagt Wallmann. Die Polizei würde im Zweifelsfall Veranstaltungen beenden.

Was passiert, wenn sich ein Coronafall bestätigt?

Bei milden Krankheitsverläufen sollen die Patienten abgesondert zuhause bleiben. Schwere Fälle werden im Pandemie-Krankenhaus in Witzenhausen behandelt, wo bis zu 150 Betten zur Verfügung stehen. Erst wenn die nicht ausreichen, sollen Coronapatienten in Eschwege und zur Not in der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau behandelt werden.

Sollten wir uns alle aufs Virus testen lassen?

Nein, sagt Wallmann. Die Zahl der Abstrichröhrchen und die Kapazitäten der Labore sei begrenzt. Zudem schließe ein negativer Test nicht aus, dass man später doch erkrankt.

Wie reagiert das Klinikum Werra-Meißner?

Neben der Einschränkung des öffentlichen Besucherverkehrs werden die Cafeterien an beiden Standorten für externe Besucher geschlossen, teilt das Klinikum mit. Lediglich die Versorgung von Patienten und Mitarbeitern werde sichergestellt.

Finden weiterhin Kurse im Klinikum statt?

Angebote wie Babyschwimmen, Sportkurse sowie VHS-Kurse und andere externe Angebote sind vorerst abgesagt.

Finden weiterhin ambulante Behandlungen statt?

Patienten, die einen Termin im Klinikum haben, werden gebeten, mit der jeweiligen Fachabteilung abzustimmen, ob ihre Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden kann.

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