Mehrere Angebote sind schon da

Coronakrise im Werra-Meißner-Kreis: Junge Leute unterstützen Bürger mit Einkaufsservice

Keine Hamsterkäufe, aber sinnvolle Nachbarschaftshilfe, etwa beim Einkaufen: Das ist das Ansinnen einer Initiative der politischen Nachwuchsorganisationen im Werra-Meißner-Kreis.
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Keine Hamsterkäufe, aber sinnvolle Nachbarschaftshilfe, etwa beim Einkaufen: Das ist das Ansinnen einer Initiative der politischen Nachwuchsorganisationen im Werra-Meißner-Kreis.

Das öffentliche Leben ist im Werra-Meißner-Kreis fast zum Erliegen gekommen, Veranstaltungen wurden abgesagt. Doch es gibt auch Zeichen von Solidarität.

Aktualisiert Dienstag, 14:41 Uhr.

  • Das Coronavirus schränkt das öffentliche Leben in ganz Nordhessen ein.
  • Betroffen ist auch der Werra-Meißner-Kreis.
  • Wir stellen Projekte von jungen Leuten vor, die während der Coronakrise anderen helfen.

Coronavirus in Werra-Meißner (Nordhessen): Zusammenschluss junger Politiker

Zusammenstehen in der Coronakrise: Nächstenliebe zeigen und Schwächere unterstützen: All das leben die Jugendorganisationen aus dem Werra-Meißner-Kreis vor. Gemeinsam haben sie die Initiative „Wir gegen Corona! Wir für unsere Mitbürger!“ ins Leben gerufen. Mitglieder der Jungen Union, der Jungen Sozialisten, der Jungen Liberalen, der Grünen Jugend sowie der solid!-Linksjugend beteiligen sich.

In den vergangenen Tagen hat sich die Lage hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus verschärft. Um bei der Eindämmung des Virus mitzuwirken, sollten alle Menschen möglichst zuhause bleiben und soziale Kontakte meiden. In vielen Familien übernehmen jetzt potenziell weniger Gefährdete, zumeist junge Leute, das Einkaufen für ihre Großeltern oder ihre vorerkrankten Angehörigen.

Corona in Werra-Meißner (Nordhessen): Einkaufsservice für gefährdete Bürger

Besonders Letztgenannte bedürften zusätzlicher Unterstützung aus der Mitte der Gesellschaft. „Daher möchten wir diesen Menschen helfen, indem wir eine Hotline einrichten, über die sie freiwillige Einkaufshelfer erreichen können“, teilen die vereinten Jugendorganisationen mit. Über die genaue Vorgehensweise (Erreichbarkeit, Übergabe des Einkaufs etc.) werden die Akteure zu gegebener Zeit informieren.

Aktuell versuchen die Akteure der Jugendorganisationen Werra-Meißner, ein Konzept zu erarbeiten, das maximale Sicherheit für alle Beteiligten gewährleisten kann.

Wer auch immer helfen könne und/oder bereit sei, Einkäufe oder andere Besorgungen für Hilfebedürftige zu übernehmen, ist aufgerufen, sich bei den Initiatoren zu melden, heißt es in einer Mitteilung. Selbstverständlich würden Fragen beantwortet, weitere Anregungen seien willkommen.

Zentrale Ansprechpartnerin ist Leonie Bierent; sie ist für alle Anfragen/Anregungen erreichbar per E-Mail an leonie@ju-werra-meissner.de

Seit Dienstag kann man auch direkt die Servicehotline unter Tel. 0 15 73/075 32 46 anrufen.

Coronavirus Nordhessen: Wohngruppe und Familienzentrum Bad Sooden-Allendorf

Die Jugend hilft den Älteren – Dieses Angebot gibt es ab Montag auch in Bad Sooden-Allendorf. Die Jugendhilfeeinrichtung Second Home und das Familienzentrum wollen in Zeiten des Coronavirus’ vorrangig alleinlebenden älteren und gebrechlichen Menschen der Badestadt und den Stadtteilen im Alltag helfen. Das teilten beide Einrichtungen am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Sie organisieren die Einkaufshilfe von der Jugendhilfeeinrichtung Second Home und Familienzentrum: v.l. Amelie Neuenroth, Anja Pawlikowski, Karolina Hix und Lisa Hottenroth.

„Unsere Jugendlichen haben schulfrei und wollen gerne etwas der Gesellschaft zurückgeben“, erklärt Second- Home-Geschäftsführerin Karolina Hix. Die Jugendlichen und Betreuer hätten das Bedürfnis, Menschen in Not zu helfen.

Der Betrieb im Familienzentrum ist zurzeit aus Vorsorgegründen eingestellt. „Wir wollen dennoch unserem Leitgedanken folgen und hilfsbedürftigen Menschen zur Hand gehen“, so Amelie Neuenroth vom Vorstand. Gerade ältere Menschen gehören zu der Risikogruppe, die mit erheblichen Gesundheitsschäden rechnen müssen, sollten sie sich mit dem Virus infizieren. Beim Einkaufen bestehe eine erhöhte Gefahr.

Deshalb wollen beide Einrichtungen gemeinsam diesen freiwilligen Service anbieten. Die Jugendlichen und Betreuer von Second Home und der Vorstand des Familienzentrums nehmen die Bestellung auf, fahren einkaufen und bringen die Lebensmittel bis vor die Haustür.

Service: und 05652/9278900 melden. Weitere Informationen gibt es auf den jeweiligen Facebook- und Instagramseiten und auf den Internetseiten des Familienzentrums und der Second-Home-Wohngruppe.

Neue Angebote von Jugend, Kirche und Vereinen

Damit ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen aus Witzenhausen und seinen Stadtteilen nicht ihre Wohnungen verlassen müssen, gibt es ein neues Hilfsangebot, das von der Evangelischen Kirche im Bereich Witzenhausen, dem Kreisjugendring (KJR) Werra-Meißner und den DPSG-Pfadfindern aus Witzenhausen getragen wird. „Gegenseitige Rücksichtnahme, Solidarität und Nachbarschaftshilfe sind das Gebot der Stunde“, teilt Pfarrer Dr. Christian Schäfer mit. Das Team von Kirche, KJR und Pfadfindern bietet unter anderem Übernahme von Einkäufen und Apothekengängen für Risikogruppen und Menschen, die unter Quarantäne stehen und die derzeit nicht das Haus verlassen können, an. 

"Dich schickt der Himmel": Unter diesem Motto wollen der Kreisjugendring, die Pfadfinder aus Witzenhausen und die Evangelische Kirche helfen.

Mehr als 50 freiwillige Helfer in fast allen Ortsteilen stünden zur Verfügung, so Schäfer weiter. Die Service-Nummer für Witzenhausen und die Ortsteile ist Tel. 0 55 42/9 53 98 21. Sie ist bis auf Weiteres montags bis freitags von 18 bis 20 Uhr geschaltet. Anfragen und Bestellungen können auf diese Weise aufgegeben werden. Die Belieferung durch Ehrenamtliche erfolgt in der Regel am nächsten Tag. 

Über das Übergabeprozedere werden die Betroffenen am Service-Telefon informiert. Zum Organisationsteam gehören Christina Gädtke (DPSG Witzenhausen), Nils Gädtke (DPSG Witzenhausen), Henner Gädtke (KJR Werra-Meißner) und Pfarrer Dr. Christian Schäfer (Ev. Kirche Hundelshausen/Dohrenbach, Evangelische Studierendengemeinde Witzenhausen). Weitere Helfer können sich hier registrieren.

Verein Lequa

Auch der Verein Lebensqualität aus Hessisch Lichtenau bietet seine Hilfe an: „Die Krise kann noch deutlich größer werden, wir werden zusammen stehen und flexibel aushelfen wo wir können“, teilt Steven Renner vom Vorstand des Vereins mit. 

Die Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer des Vereins werden in den kommenden Wochen verstärkt für Menschen da sein, die zu einer Risikogruppe gehören oder im Fall einer Quarantäne. „Auch dringende Fahrten zum Arzt können wir im Notfall behindertengerecht anbieten“ so Renner weiter. Die Kontaktnummer: Tel. 0 56 02/9 19 02 90 

Hilfsbereit sind auch viele Mitglieder im sozialen Netzwerk Facebook: In verschiedenen Gruppen mit lokalem Bezug wird Unterstützung von privat bei der Kinderbetreuung, Hilfe beim Einkaufen oder Gassi gehen angeboten.

Von Emily Spanel, Friederike Steensen und Wiebke Huck

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