Steigende Zahlen bei Jägerprüfung

Das Grüne Abitur ist begehrt - Ein Drittel der Jungjäger sind Frauen

Ein Mann reicht einen Waldkauz nach vorn, mehrer Männer schauen das Tier interessiert an.
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Das Federvieh: Zu Jungjägerausbildung gehört es auch, so ziemlich alle heimischen Vogelarten zu erkennen. Im Waldheim auf dem Hohen Meißner gibt es dafür eine Vielzahl von Präparaten.

Die Jägerprüfung – wegen des umfangreichen Lernstoffs auch als das „Grüne Abitur“ bezeichnet – steht hoch im Kurs. Wie die Obere Jagdbehörde beim Regierungspräsidium Kassel mitteilt, sind im Jahr 2021 725 Jungjägerinnen und Jungjäger zur Jägerprüfung vor einem der 13 hessischen Jägerprüfungsausschüsse angetreten. Gut Dreiviertel der Bewerber haben nach Angaben der Behörde die Prüfung bestanden.

Werra-Meißner - Damit bestätige sich der Trend der vergangenen Jahre, dass immer mehr Menschen die Jägerprüfung ablegen wollen. 2016 waren es beispielsweise nur 518 Prüfungsanwärter. Zugleich steigt der Anteil der Frauen in der Jägerschaft. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes liegt er bei zirka 30 Prozent.

Der Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus Eschwege, Rainer Stelzner, bestätigt diese Entwicklung auch für den Werra-Meißner-Kreis: „Die Nachfrage, an unseren etwa ein Jahr dauernden Vorbereitungskursen für die Jägerprüfung teilzunehmen, ist seit Jahren steigend und auch bei uns nimmt die Zahl der Frauen stark zu.“

Der Wunsch, Natur intensiv zu erleben

„Ich denke, dass es neben dem Wunsch, die Natur intensiv erleben und sein Wildbret für die eigene Küche selbst erbeuten zu können, auch der Charakter der Jagd als ein naturverbundenes Handwerk ist, der viele junge Menschen motiviert. Als Jagdverein sehen wir damit sehr zuversichtlich in die Zukunft.“

Nach ihren Beweggründen befragt, Jäger zu werden, geben die meisten Befragten in einer Umfrage des Deutschen Jagdverbandes das intensive Naturerleben auf der Jagd an. Gleich darauf folgt der Wunsch, etwas für den Schutz der Wildtierlebensräume zu tun, wie etwa Naturschutz durch Anlage von Blühflächen oder Feldholzinseln aktiv anzupacken. Auf Platz drei liegt für viele der künftigen Jäger der Wunsch, mit dem Wildbret ein naturreines Nahrungsmittel ohne Massentierhaltung oder Antibiotika zu erhalten. Besonders für Frauen ist die Zusammenarbeit mit dem eigenen Jagdhund im Revier ein weiterer wichtiger Grund. Der Jägernachwuchs komme aus allen gesellschaftlichen Schichten.

Jägerprüfung in drei Teilen

Zweimal jährlich finden in Hessen Jägerprüfungen statt. Die angehenden Jäger werden von den behördlich berufenen Ausschüssen geprüft. Die Prüfung besteht aus drei Teilen: einer schriftlichen Prüfung in vier Sachgebieten (Wildbiologie, Jagdbetrieb, Waffen, Recht), einer praktisch-mündlichen Prüfung mit simulierten Situationen aus dem Jagdbetrieb sowie der Waffenhandhabung sowie der Schießprüfung in drei Disziplinen des jagdlichen Schießens. (Stefanie Salzmann)

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