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Das Kamerateam im Kinderzimmer in Altenburschla

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Von: Theresa Lippe

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Licht, Kamera, Action: Saskia (links) und Sabrina Wascholowski aus Altenburschla sind mit ihren Babys Henri und Theo Teil einer ARD Doku-Serie, die nun in der Mediathek abrufbar ist.
Licht, Kamera, Action: Saskia (links) und Sabrina Wascholowski aus Altenburschla sind mit ihren Babys Henri und Theo Teil einer ARD Doku-Serie, die nun in der Mediathek abrufbar ist. © privat

Familie Wascholowski aus Altenburschla ist Teil der ARD-Doku-Serie „Unser Baby - Alles wird anders“.

Wanfried – Über ein Jahr wurden die Altenburschlaer Pfarrerin Sabrina Wascholowski (37) und ihre Ehefrau Saskia (39) von einem Kamerateam begleitet. Grund dafür? Das Paar hat im November 2021 durch eine anonyme Samenspende ihre Zwillinge Henri und Theo bekommen. Ab heute kann die Doku-Serie „Unser Baby – Alles wird anders“ exklusiv in der ARD-Mediathek abgerufen werden.

„Ich bin über Facebook auf einen Aufruf vom hr-Fernsehen aufmerksam geworden“, berichtet Saskia Wascholowski. Gesucht wurden junge Familien, in denen Babys wenige Monate alt waren oder die Geburt kurz bevorstand. Gezeigt werden sollte der Alltag im groben Zeitfenster vom ersten Lebensjahr der Kinder – welche Momente sind besonders herausfordernd und besonders schön, wie klappt der Alltag und wie verändert sich gegebenenfalls die Beziehung der Eltern?

„Das klang spannend und nach Absprache mit meiner Frau Sabrina habe ich im Februar 2022 eine E-Mail geschickt und unsere Familie vorgestellt“, sagt die 39-Jährige. Schnell sei für das Produktionsteam klar gewesen, dass die Wascholowskis mit dabei sind. „Ein gleichgeschlechtliches Paar, das auf dem Dorf lebt und bei dem ein Part auch noch Pfarrerin ist, dazu dann die anonyme Samenspende und Zwillinge… das gibt es wohl doch eher selten“, scherzt Sabrina Wascholowski. Sie predigt in den Wanfrieder Ortsteilen Altenburschla, Heldra und Völkershausen, ihre Ehefrau Saskia ist Erzieherin und stammt gebürtig aus Altenburschla.

Kamerateam im Kinderzimmer: Paar aus Altenburschla in ARD Doku-Serie

Schwanger wurde Saskia Wascholowski gleich beim ersten Versuch an Ostern 2021 -- nachdem der erste Befruchtungstermin in der Göttinger Kinderwunschklinik wegen des Schnee-Chaos im Februar 2021 ausfallen musste. „Wir waren am Karsamstag in der Klinik, errechneter Geburtstermin war dann ungeplant der 24. Dezember“, berichtet Pfarrerin Wascholowski. Das sei schon ein witziger Zufall gewesen. Und großes Glück, denn nicht selten bleibt der erste Versuch einer künstlichen Befruchtung erfolglos wissen die beiden. Doch nicht so bei den Wascholowskis. Bei ihnen gab es gleich doppeltes Glück mit den Zwillingen Henri und Theo. Ganz bis Weihnachten haben die Jungs es jedoch nicht im Bauch von Mama Saskia ausgehalten, fünf Wochen zu früh kamen sie bereits im November auf die Welt.

Zwei Mal sei das Kamerateam zu Besuch gewesen, im April und zur Taufe der Zwillinge Theo und Henri im Juli. „Den Rest der Zeit mussten wir selbst mit dem Handy kurze Videosequenzen aufnehmen und einreichen“, erklärt Saskia Wascholowski. Das habe die Dreharbeiten recht unkompliziert gemacht: „Wir haben das Handy mit einem Stativ aufgestellt und einfach zwischendurch auf Aufnahme gedrückt“, so die 39-Jährige. Dementsprechend hätten sie und ihre Frau auch gut filtern können, welche Momente festgehalten werden und in welchen doch lieber Privatsphäre herrschen sollte. Trotzdem sei die Arbeit mit dem Fernsehteam eine schöne und angenehme Erfahrung gewesen.

Altenburschla: Paar macht bei ARD Doku-Serie mit

„Wir haben die fertigen Folgen der Doku noch nicht gesehen“, sagt die Pfarrerin. Sie seien sehr gespannt, wie sie schlussendlich dargestellt würden. „Sorgen machen wir uns da aber keine, schließlich haben wir einen Großteil der Aufnahmen ja selbst gemacht.“ Ziel der Doku-Serie „Unser Baby“ sei auch nicht gewesen, Eltern und Familien vorzuführen: „Es sollte am Ende immer das Gefühl vermittelt werden, dass alles gut wird, egal, wie hektisch es manchmal ist und wie müde der Schlafentzug doch macht“, sagt Saskia Wascholowski.

Die 39-Jährige war es auch, die das Zwillingspaar ausgetragen hat. „Saskia ist Mama für Theo und Henri, ganz klar. Ich bin aktuell Muddi, aber es wird sich zeigen, welchen Namen mir die zwei später geben“, berichtet die Pfarrerin. Sie muss die Jungs als Stiefkinder adoptieren, da gleichgeschlechtliche Ehepartner und -partnerinnen in Deutschland nicht als Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen werden. Die Doku will das Paar gemeinsam mit der Familie in Altenburschla schauen: „Bei Saskias Schwester, die hat eine große Leinwand.“ (Theresa Lippe) Service: Alle Folgen online unter ardmediathek.de

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