Kleiner Innenstadt-Supermarkt hat sich etabliert

Das Lädchen für alles in Eschwege feiert mit besonderen Mitarbeitern Zehnjähriges

Männer und Frauen der ersten Stunde: (von links) die Mitarbeiter Edgar Käsemann und Sandra Gimpel sowie Marktleiterin Ingrid Möller und Stellenwert-Geschäftsführer Rolf Eckhardt begleiten den Eschweger Supermarkt von Anfang an.
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Männer und Frauen der ersten Stunde: (von links) die Mitarbeiter Edgar Käsemann und Sandra Gimpel sowie Marktleiterin Ingrid Möller und Stellenwert-Geschäftsführer Rolf Eckhardt begleiten den Eschweger Supermarkt von Anfang an.

Vor exakt zehn Jahren hat an der Wendischen Mark in Eschwege eines jener kleinen Lädchen für alles eröffnet, die ein Strukturproblem beheben sollte. Was in kleinen Orten auf dem Land schon zuvor erfolgreich erprobt wurde, hat auch in der Stadt funktioniert.

Eschwege - Für einige Monate gab es für die Bewohner und die vielen Berufstätigen in der Eschweger Innenstadt keine Möglichkeit, in einem klassischen Supermarkt fußläufig einkaufen zu gehen. Damit waren die Probleme hier ähnlich gelagert wie auf den Dörfern, wo die Lädchen für alles des osthessischen Unternehmens Tegut ein grundlegendes Problem behoben haben. In Zusammenarbeit mit Aufwind entstand eine fruchtbare Kooperation, die für mehrere Seiten ein Gewinn ist.

Vor allem Ältere schätzen das fußläufige Angebot

Zum einen sind da die Kunden: „Uns besuchen in erster Linie ältere Menschen, die das fußläufige Angebot sehr schätzen“, sagt Marktleiterin Ingrid Möller, die seit der ersten Stunde den Supermarkt auf 200 Quadratmetern mit rund 3000 Artikeln leitet. Sie freuten sich über die individuelle Bedienung, ein Schwätzchen zwischendurch und bedankten sich an Weihnachten oder Ostern auch mal mit einem Mitbringsel. Außerdem schätzten sie die regionalen Produkte. Ein knappes Dutzend Anbieter beliefert das Lädchen mit Milch, Joghurt, Nudeln, Wurst, Kartoffeln, Schnaps, Gewürzen oder Süßigkeiten. Wenn es nach Filialleiterin Ingrid Möller geht, könnte das in Zukunft noch mehr werden. „Der Trend kommt an.“

Möglichkeit der Beschäftigung für Menschen mit Behinderung

Zum anderen sind es die Mitarbeiter. Die kommen größtenteils vom Verein Aufwind für seelische Gesundheit und hätten oftmals am ersten Arbeitsmarkt geringere Chancen, wie Rolf Eckhardt, Geschäftsführer der Stellenwert GmbH, die die Vermittlung koordiniert, erklärt. Grundgedanke der Tochtergesellschaft von Aufwind ist „die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und die Erweiterung der Möglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“. Damit alles reibungslos funktioniert, brauche die Marktleitung ein „gutes Händchen“, beschreibt Eckhardt die Aufgabe von Ingrid Möller. Der Druck, am Markt zu bestehen, sei auch bei diesem Projekt gegeben. Lieferant Tegut achte auch auf die Zahlen. „Davon spüren die Mitarbeiter aber nichts“, sagt Möller. Dass das Konzept aufgeht, zeigen die treuen Mitarbeiter: Sandra Gimpel, Edgar Käsemann und Esther Valenti sind beispielsweise schon seit zehn Jahren hier beschäftigt. Inzwischen wurden auch vier junge Menschen ausgebildet, die die normale Berufsschule besucht und ihre Abschlussprüfungen bestanden haben.

Erfinder des Tegut-Marktes im Kleinformat ist Knut John, ehemaliger Bereichsleiter bei Tegut und inzwischen SPD-Landtagsabgeordneter und in beratender Tätigkeit für das Einzelhandelsunternehmen unterwegs. Der Lebensmittelmarkt in Eschwege war der dritte seiner Art im Werra-Meißner-Kreis. Dass es ihn auch zehn Jahre später noch gibt, ist für John eine Bestätigung: „Wir haben damals richtig entschieden.“

Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen mit den Kunden am Freitag. Dann gibt es kleine Überraschungen, Sonderangebote und der Schafhof Holles Schaf stellt seine Naturprodukte vor. (Tobias Stück)

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