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Das letzte Abendmahl: Gemälde begeistert im Corvinushaus in Witzenhausen

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Von: Per Schröter

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Für die Kirchengemeinde Witzenhausen: Künstler Peter Schmidt-Schönberg (links) und Pfarrer Frieder Brack vor dem Gemälde im Saal des Corvinushauses.
Für die Kirchengemeinde Witzenhausen: Künstler Peter Schmidt-Schönberg (links) und Pfarrer Frieder Brack vor dem Gemälde im Saal des Corvinushauses. © Per Schröter

Witzenhausen – Große Begeisterung herrscht derzeit in der Evangelischen Kirchengemeinde Witzenhausen. Der Grund dafür ist ein Gemälde, das der Berliner Künstler Peter Schmidt-Schönberg für die Kirchengemeinde erschaffen hat und das seit neuestem den großen Saal des Corvinushauses schmückt.

Das drei Meter breite und zwei Meter hohe, dreiteilige und über Scharniere zusammenklappbare „Tryptichon“ zeigt das letzte Abendmahl mit Jesus und seinen zwölf Aposteln.

Beim Betrachten des Bildes gibt es jedoch viel mehr zu entdecken. So fließt unter der Abendmahltafel beispielsweise die Werra entlang und im Hintergrund sind dort die Burg Ludwigstein, die Burg Hanstein und die Silhouette Witzenhausens mit der Liebfrauenkirche im Zentrum zu sehen.

Dass Peter Schmidt-Schönberg das Bild für die Kirchengemeinde gemalt hat, kommt nicht von ungefähr. Der 80-Jährige, dessen Familie aus dem Sudentenland stammt, hat den größten Teil seiner Kindheit und Jugend in Witzenhausen verbracht, bevor es ihn 1964 nach Berlin verschlug.

Vor sechs Jahren stellte er im Rahmen einer Konzertveranstaltung mit Werken von Gustav Mahler unter dem Titel „Mahler – gemalt“ zahlreiche großformatiger Gemälde in der Liebfrauenkirche aus. „Von diesen Bildern waren wir so begeistert, dass wir gerne eines davon für unser Gemeindehaus erwerben wollten“, sagt Pastor Frieder Brack. Dass aber lehnte der Künstler ab, da er seinen Zyklus nicht auseinanderreißen wollte. Dafür bot er an, ein ganz neues Gemälde für die Kirchengemeinde zu erschaffen.

„Es ging mir darum, den Glauben darzustellen und dass dieser eine alltägliche Sache sein kann“, sagt Peter Schmidt-Schönberg. Dafür habe sich das Abendmahl förmlich angeboten. „Dennoch war es ein langer Entstehungsprozess“, sagt der 80-Jährige. Nachdem er und Frieder Brack vor zweieinhalb Jahren erstmals über das Projekt gesprochen hätten, habe es ein Jahr gedauert und vieler intensiver Gespräche bedurft, bis festgestanden habe, in welche Richtung es genau gehen soll. „Auch während der letzten eineinhalb Jahre, in denen ich an dem Gemälde gearbeitet habe, habe ich immer mit Pfarrer Brack in Verbindung gestanden“, so der Künstler.

„Ich bin unglaublich dankbar für dieses tolle Gemälde“, sagt Frieder Brack. „Genauso dankbar bin ich aber auch für den Weg, wie es zustande gekommen ist und die damit verbundenen Gespräche.“ Der Dank des Witzenhäuser Geistlichen geht aber nicht nur an Peter Schmidt-Schönberg, sondern auch an die zahlreichen Menschen, die mit ihren Spenden dieses Projekt überhaupt erst ermöglicht haben.

Von Per Schröter

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