Vogel des Jahres 2021

Das Rotkehlchen ist in fast allen Gärten der Region zu finden

Rotkehlchen: Vogel des Jahres.
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Rotkehlchen: Vogel des Jahres.

Vogel des Jahres 2021 ist das Rotkehlchen. Bei Experten findet die Wahl keine ungeteilte Zustimmung, weil der Vogel in seinem Bestand nicht gefährdet ist.

Werra-Meißner - Die Wahl traf die Öffentlichkeit und nicht der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), erklärt Wolfram Brauneis, Vogelschutzbeauftragter im Werra-Meißner-Kreis.

Seinen Namen verdankt das Rotkehlchen der Färbung, wobei sich Weibchen und Männchen nicht unterschieden. Der Ruf, so Brauneis, ist ein in schneller Folge vorgetragenes „tick-ick-ick“. „Dies hat dem Rotkehlchen im Volksmund den Kosenamen Schnickelchen eingebracht.“ Der Gesang werde seltener vorgetragen, sei aber bei der Balz zu hören. Wohl fühle sich das Rotkehlchen in Gärten aller Art, solange sie nicht komplett aus Steinen bestünden. Besonders Friedhöfe und Waldränder hätten es dieser Vogelspezies angetan. Schon seit ungefähr einem Jahrhundert und länger habe sich das Rotkehlchen diese als stabile Lebensräume erobert und neuerdings auch die Feldholzinseln.

Da die Vogelart häufig im direkten menschlichen Umfeld ihre Wohn- und Brutbereiche habe, wundere sich Brauneis nicht, dass die Wahl zum Vogel des Jahres auf das Rotkehlchen fiel. Seine Favoritenrolle verfestige sich außerdem durch die Knopfaugen, die dem Kindchenschema entsprechen. Gelungen findet Brauneis die Wahl jedoch nicht. „Herausgekommen ist zwar ein schöner, anheimelnder Vogel, aber keine Art, die es verdient hätte, ein Jahr lang ganz im Blickpunkt zu stehen.“ Denn Ziel der Wahl sei auch, mit der Öffentlichkeit im Rücken, gezielt auf fehlende Lebensräume des Jahresvogels hinzuweisen. Doch der Bestand des Rotkehlchens sei nicht gefährdet, so der Experte.

In Büschen, Sträuchern und Altgras sucht der Vogel des Jahres 2021 Deckung, wie Wolfram Brauneis, Vogelschutzbeauftragter im Werra-Meißner-Kreis, erklärt. Außerdem baut das Rotkehlchen dort auch sein fast kugelförmiges Nest. Dabei nutzt es auch Erdwölbungen im Schutz von Hecken und Büschen oder in Gartenmauern. Zwischen vier und sechs Eier legt das Weibchen im April. Gebrütet wird ungefähr 14 Tage.

„Als sogenannte Nesthocker verbringen die Jungen nochmals zwölf bis 15 Tage im Nest und werden von beiden Eltern mit Insekten gefüttert“, so Brauneis. Hilfe für den Nachwuchs gibt es auch kurze Zeit danach noch. Doch spätestens wenn es für die Altvögel Zeit für eine zweite Jahresbrut werde, müsse sich der erste Nachwuchs selbst versorgen.

Das Rotkehlchen sei ein zutraulicher Vogel, der wenig Scheu vorm Menschen zeige, sagt Brauneis. In umgegrabenen Blumen- und Gemüsebeeten suche es nach Würmchen, Insekten und Larven. „Egal, wo das Rotkehlchen seinen Lebensraum hat, es zeigt sich gern in den unteren Bereichen des Buschwerkes.“ Meist hüpfe der hochbeinige Vogel in großen Sprüngen am Boden hin und her. Fordere die Umgebung seine ganze Aufmerksamkeit, dann halte er plötzlich inne. Dabei sei es typisch, dass er knickse und mit dem Schwanz wippe. Problemlos fliege er auch durch Gestrüpp und sei noch bei einsetzender Dämmerung aktiv.

„Am Futterhaus ist das Rotkehlchen oft der letzte Vogelbesucher, der sich mit Nahrung versorgt, ehe er sich ins schützende Dickicht begibt, aufplustert und so gegen stärkste Minusgrade gewappnet ist.“ (Hanna Maiterth)

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