Lacke und Farben richtig entsorgen

Das Schadstoffmobil war im Werra-Meißner-Kreis unterwegs

Hat auf die Sammlung gewartet: Günter Wolf aus Bad Sooden-Allendorf gibt am Schadstoffmobil einen alten Feuerlöscher und eine Leuchtstoffröhre ab.
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Hat auf die Sammlung gewartet: Günter Wolf aus Bad Sooden-Allendorf gibt am Schadstoffmobil einen alten Feuerlöscher und eine Leuchtstoffröhre ab.

Alte Putzmittel, leere Batterien, kaputte Leuchtstoffröhren und Altöl. All diese Abfälle gehören nicht in den Hausmüll, sondern müssen als Sondermüll ordnungsgemäß entsorgt werden. Das ist auf der Abfallentsorgungsanlage in Meißner-Weidenhausen möglich. Um es den Bürgern im Werra-Meißner-Kreis aber einfacher zu machen, ist zwei Mal im Jahr das Schadstoffmobil in allen Städten und Gemeinden auf Tour.

Werra-Meißner – „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, ein haushaltsnahes Angebot zur Entsorgung von Schadstoffen anzubieten“, erklärt Gabriele Maxisch von der Abfallberatung des Werra-Meißner-Kreises.

Seit vielen Jahren fährt das Schadstoffmobil durch den Kreis, seit acht Jahren ist der gelernte Bio-Chemie-Laborant Danny Dembinsky dabei.

Auch in der vergangenen Woche nahm er wieder, zusammen mit seinem Kollgenen Mike Hein, Sonderabfall an der mobilen Sammelstelle entgegen.

300 Kilogramm Farben, 200 Kilogramm Lösemittel und 40 Kilogramm Pestizide kamen dabei unter anderem zusammen. Die beiden Fachkräfte für Sonderabfall fuhren innerhalb der vergangenen Woche 37 Stationen an und blieben mit ihrem Schadstoffmobil zwischen 20 Minuten und einer Stunde. An vielen Stationen warteten die ersten Anlieferer bereits auf die Ankunft des Mobils. Einige wenige hatten nur ein oder zwei Teile dabei, die meisten aber fuhren mit dem Auto und einem vollen Kofferraum vor. Auch Ursula Lehmann aus Bad Sooden-Allendorf nutzte die Chance und gab alte Putzmittel sowie einen Rest Universalverdünnung am Schadstoffmobil ab. Innenraumfarbe hingegen, erklärte ihr Danny Dembinsky, gehört nicht zum Sonderabfall. Nachdem sie eingetrocknet ist, könne diese einfach im Hausmüll entsorgt werden, so der Fachmann. Auch Glühbirnen gehören in den Hausmüll, nur Energielampen und Leuchtstoffröhren werden von der Sonderabfallsammlung mitgenommen.

Farbe oder Kleister, der ebenfalls in den Hausmüll gehört, werden den Abfallexperten oft gebracht. Manchmal wird es an den Abgabestellen aber auch kurios: „Einige wollen Elektroschrott abgeben, dafür ist das Schadstoffmobil aber nicht zuständig“, sagt Gabriele Maxisch. Es seien aber auch schon ausgestopfte Tiere dabei gewesen. Auch Teerpappe oder Asbest kann das Schadstoffmobil nicht mitnehmen. Beides muss ordnungsgemäß über die Anlage in Weidenhausen entsorgt werden.

Am besten sei es, erklärt Danny Dembinsky, wenn sich die abzugebenden Stoffe in den Originalgefäßen oder Verpackungen befinden. So sind sie leichter zuzuordnen und können besser ihrer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Oft allerdings bekommen die Mitarbeiter sogenannte Kellerfunde. Undefinierbare Flüssigkeiten in alten Getränkeflaschen oder Dosen, zum Teil selbst zusammengemischt. Verschiedene Teststreifen können einen ersten Hinweis auf den Inhalt geben. „Manchmal bleibt allerdings nur der Geruchstest“, so Dembinsky. Eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Entsorger. Im vergangenen Jahr wurden im Werra-Meißner-Kreis 19 Tonnen Schadstoffe an der Abfallentsorgungsanlage abgegeben, das Schadstoffmobil sammelte sogar 22 Tonnen ein.

„Wir sind froh, dass die meisten Menschen ein Bewusstsein für die richtige und umweltfreundliche Entsorgung ihres Mülls haben“, sagt Gabriele Maxisch. Es würde aber auch immer wieder vorkommen, dass an den Sammelstellen, die das Mobil im Laufe des Tages anfährt, am Morgen einfach Müll abgeladen wird. Das sei nicht der richtige Weg, so die Abfallberaterin. „Schadstoffe können auslaufen, Tiere oder spielende Kinder damit in Kontakt kommen.“ Das sei gefährlich und schlecht für die Umwelt. Darum bitte sie dringend darum, sich an die Termine zu halten und den Sonderabfall nur direkt bei den Mitarbeitern am Schadstoffmobil abzugeben. (Wiebke Huck)

Bewusst einkaufen

Gabriele Maxisch rät: Bewusst einkaufen. „Für viele Reinigungsmittel gibt es umweltfreundliche Alternativen. Ist das nicht möglich, sollte unbedingt nur die Menge gekauft werden, die auch wirklich verbraucht wird. So vermeidet man Reste und Schadstoff-Abfälle.“ (hbk)

Gabriele Maxisch, Abfallberaterin des Werra-Meißner-Kreises

Nächste Tour im Herbst

Die Abfallentsorgungsanlage in Meißner-Weidenhausen ist von montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr geöffnet, sowie samstags von 8 bis 11 Uhr. Dort können Sonderabfälle auch im Eingangsbereich abgegeben werden. Das Schadstoffmobil ist im Herbst wieder auf Tour. Die genauen Sammelstellen und Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben. (hbk)

Das sind Schadstoffe

Das nimmt das Schadstoffmobil an: Farben, Lacke, Lösemittel, Batterien, Feuerlöscher, Quecksilberthermometer, Kosmetik, Altmedikamente, Desinfektionsmittel, Gaskartuschen, Chemikalien, Holzschutzmittel, Klebstoffe sowie Pflanzenbehandlungsmittel und Altöl. (hbk)

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