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Krauthausen und Thurnhosbach erhalten Glasfaser bis ins Haus

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Von: Julia Henniges

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Glasfaser: Bei FTTC (Fibre to the Curb) verläuft der Ausbau bis zu den Kabelverzweigern. Bei FTTB (Fibre to the building) wird das Kabel direkt in das Gebäude verlegt. symbol
Glasfaser: Bei FTTC (Fibre to the Curb) verläuft der Ausbau bis zu den Kabelverzweigern. Bei FTTB (Fibre to the building) wird das Kabel direkt in das Gebäude verlegt. © Symbolfoto: imago

Das schnelle Internet kommt auch für die Sontraer Stadtteile Krauthausen und Thurnhosbach. Im Rahmen eines Pilotprojektes der Breitband Nordhessen GmbH (BNG) und der Stadt Sontra werden alle Gebäude direkt mittels Glasfaser angeschlossen (FTTB-Ausbau).

Sontra – Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich ab Mai. „Wir sind sehr stolz und zudem glücklich, dass das Pilotprojekt nun in die bauliche Umsetzung starten kann und beide Stadtteile eine zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur mit leistungsstarken Breitbandanschlüssen erhalten“, sagt Bürgermeister Thomas Eckhardt.

Rückblick: Bislang versorgt die Breitband Nordhessen GmbH bis zu den Kabelverzweigern mit Glasfaser (optische Übertragung von Signalen). Von dort verläuft die Anbindung in die Häuser über die Bestandsinfrastruktur der Telekom via Kupferkabel (DSL-Verbindungen) – also über elektrische Signale. Trotz dieses sogenannten FTTC-Ausbaus (Glasfaserausbau bis zu den Kabelverzweigern) kam das schnelle Internet nicht in Krauthausen und Thurnhosbach an.

Kabelverzweiger zu weit entfernt

Der Grund: Der Kabelverzweiger, der die beiden Stadtteile versorgt, steht weit entfernt. Die Übertragungsdistanz ist also so groß, dass die Orte bislang unterversorgt sind. „Mit der Erschließung aller Gebäude in den beiden Stadtteilen direkt mit Glasfaser (FTTB) wird dieses Problem behoben“, sagt Kathrin Laurier von der BNG. In den anderen Stadtteilen Sontras gebe es keine Schwierigkeiten bei der Übertragung von Signalen in die Gebäude – die Anbindungslängen zwischen Kabelverzweigern und Gebäuden sind deutlich geringer, berichtet die BNG weiter. „Dementsprechend empfangen Nutzer hier auch mittels FTTC Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s im Download.“

Beim FTTB-Ausbau wird das Glasfaserkabel bis in den Keller des jeweiligen Gebäudes verlegt. Der Eigentümer muss im Rahmen des Pilotprojektes keine Investition tätigen, sondern lediglich das gewünschte Internetprodukt beim Netzbetreiber buchen. Sollte ein Eigentümer keine Verlegung bis ins Haus wünschen, endet die Glasfaserleitung im Bordstein – eine spätere Anbindung ist aber weiterhin möglich. Das Projekt wird durch das „Bundesförderprogramm Breitband“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV), den Projektträger atene KOM GmbH sowie das Land Hes-sen gefördert. Insgesamt werden für die Umsetzung Fördermittel in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro bereitgestellt. Neben der Förderung von Bund (50 Prozent) und Land (40 Prozent) beteiligt sich die Kommune mit zehn Prozent an den Gesamtausbaukosten.

Flächendeckender Breitbandausbau

Die BNG wurde 2014 von den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner gegründet (Gesellschafter). Ihr Auftrag ist der flächendeckende Breitbandausbau zur Versorgung privater Haushalte und Gewerbebetriebe. Der erste Schritt wurde mit FTTC in 2019 abgeschlossen. Rund 570 Ortsteile wurden mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erschlossen.  

Von Julia Stüber

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