Distanzunterricht

Defizite gezielt aufholen: Schulen sollen Schüler individuell fördern

70 Prozent der Schüler in Bayern sind ab dieser Woche im Distanzunterricht.
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 Den Distanzunterricht schätzen die Expertinnen vom Schulamt nicht als verlorene Jahre ein.  (Symbolbild)

Laut dem Schulamt sollen Schulen die Jugendlichen individuell fördern. Den Distanzunterricht schätzen die Schulpsychologinnen aber nicht als verlorene Jahre ein.

Werra-Meißner – Die Arbeit der Schulpsychologen im Schulamtsbezirk Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner hat sich im vergangenen Jahr deutlich verstärkt, die Themen haben sich dabei verschoben. Das berichten sowohl Schulamtsleiterin Anita Hofmann als auch Schulpsychologin Birgit Reppmann.

Die vergangenen Monate mit verschiedenen Unterrichtssystemen bewerten sie nicht als verlorene Schuljahre. Gleichwohl müsse man ab dem nächsten Schuljahr besonders darauf achten, dass Schüler möglicherweise bestehende Defizite aufholen.

Besonders betroffen seien die Schüler der siebten bis neunten Klassen, berichten sowohl Hofmann als auch Reppmann. Sie befinden sich seit Mitte Dezember in Hessen durchgängig im Distanzunterricht. „Hier bekommen wir auch die meisten Rückmeldungen“, sagt Reppmann. Sowohl Eltern und Schüler als auch Lehrer meldeten sich bei ihren Ansprechpartnern beim Schulamt. Vom Homeschooling belastete Eltern, Lehrer, die Angst haben, im Distanzunterrricht ihre Schüler zu verlieren, und Schüler, die Sorge um ihre Zukunft haben oder befürchten, dass ihre Jugend an ihnen vorbeiziehe, suchen in diesen Monaten Rat bei den Schulpsychologen.

Themen wie schwierige Klassenverbände, Prüfungsangst oder Mobbing seien hingegen in den Hintergrund getreten. Wobei Mobbing – jetzt insbesondere über digitale Kanäle – nicht verschwunden sei.

Die große Angst von Eltern und Schülern sei, durch die neuen Unterrichtsformen etwas zu verpassen. Diese Angst sehen Hofmann und Reppmann als unbegründet. „Die Lehrer haben sich schnell auf die neue Situation umgestellt und machen einen guten Job“, sagt Hofmann. Im neuen Schuljahr warte die große Aufgabe auf die Schulen, genau auf die Schüler zu schauen, wer Nachholbedarf habe.

Die „differenzierte pädagogische Diagnostik“ müsse jede Schule individuell angehen. Das vom Land Hessen zusätzlich zur Verfügung gestellte Geld (wir berichteten) solle weniger Nachhilfeinstitutionen, sondern vielmehr Schulen zugutekommen. „Mit zusätzlichem Personal könnte eine Klasse dann auch mal geteilt werden“, sagt Hofmann. Kleinere Lerngruppen hätten sich im Wechselunterricht positiv bemerkbar gemacht. Vernachlässigen dürfe man bei aller Strebsamkeit nicht die Balance zwischen Schule und Freizeit, sagt Reppmann.

Wenn an drei folgenden Tagen die Inzidenz, die das RKI angibt, über 165 liegt, geht es für die Schüler wieder in den Distanzunterricht. (Von Tobias Stück)

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