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Kreisjugendring hat nach der Pandemie Schwund an Betreuern festgestellt

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Von: Tobias Stück

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Der Kreisjugendring plant für den Sommer alle Veranstaltungen und Fahrten kontaktlos zu anderen Gruppen, ohne Treffen und Austausch. Das Bild entstand bei einer Freizeit im Jahr 2019.
Das Bild vom Kreisjugendring Werra-Meißner entstand bei einer Freizeit im Jahr 2019. © Marvin Raussen

Den Jugendgruppen im Werra-Meißner-Kreis sind die Betreuer abhandengekommen. Das bestätigt der Vorsitzende des Kreisjugendrings Werra-Meißner (KJR), als übergeordnete Institution.

Werra-Meißner – Vorsitzender Henner Gädtke macht auf Anfrage unserer Zeitung die lange Durststrecke mit reduzierter Jugendarbeit während der Coronaphase dafür verantwortlich. Wer in der Pandemie abgesprungen sei, sei meistens nicht zurückgekommen, berichtet Gädtke.

Der KJR vertritt mehr als 100 Jugendgruppen aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis. Von vielen wurde dem Vorstand zurückgespiegelt, dass die Belastung für die verbliebenen Betreuer angewachsen sei. Durch die Pandemie hätten sich den Jugendgruppen mehr Kinder und Jugendliche angeschlossen. Der Zuwachs halte weiter an. „Vor der Pandemie war die Personalsituation schon angespannt, jetzt ist es noch schlimmer geworden“, berichtet Gädtke.

Mit Beginn der Pandemie wurde die normale Arbeit der Jugendgruppen im Kreis weitestgehend eingestellt. Es gab kaum Aufgaben für die Betreuer, die sich bemüht hätten, den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen über Care-Pakete und Videokonferenzen zu halten. „Die Länge dieser Auszeit war aber gefährlich“, sagt Gädtke. Betreuer, gerade junge Menschen, hätten sich innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre weiterentwickelt, Ausbildung oder Familienplanung vorangetrieben. Die Folgen heute: Für Kinder und Jugendliche gibt es Wartelisten in den Jugendgruppen. Die gleiche Arbeit der Betreuer müsse jetzt von wenigen erledigt werden. Das führe zu Verschleiß unter Mitarbeitern.

Das ist der Kreisjugendring (KJR) Werra-Meißner

Nachdem sich der Kreisjugendring Eschwege aufgelöst hat, hat es sich der Kreisjugendring Witzenhausen 2018 auf die Fahne geschrieben, die Interessen der Jugendlichen aus dem gesamten Kreis zu vertreten. Egal ob aus Jugendfeuerwehr, Musikzug oder Sportverein – der Kreisjugendring Werra-Meißner (KJR) spiegelt die Vielfalt der Jugendarbeit im Kreis wieder. Daher kann jede Jugendgruppe, die in der Jugendarbeit tätig ist, beim KJR Mitglied werden. ts

Der KJR hat intern bereits reagiert. Die Ausbildung neuer Betreuer wurde in den März verschoben. Knapp 15 neue Jugendbetreuer wurden in diesem Jahr ausgebildet. Zurzeit werden Lösungen erarbeitet, wie Vereine besser unterstützt werden sollen. Nächsten Monat werden Ergebnisse erwartet, berichtet Gädtke. Vom Werra-Meißner-Kreis wünscht er sich eine Anhebung der Fördersätze für Jugendarbeit, zu der er gesetzlich verpflichtet sei. 1996 fand die letzte Anpassung statt. „Inzwischen und gerade in den vergangenen Monaten ist aber vieles teurer geworden“, sagt Gädtke.

Mit Landrätin Nicole Rathgeber fanden bereits erste Gespräche statt. Entscheiden müssen die Gremien des Kreistags. Die Jugendförderung des Kreises vermittelt außerdem Fördermittel aus dem Bundes-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“.

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