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Denkmal für Sternenkinder in Wanfried errichtet

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Von: Theresa Lippe

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Für Sternenkinder wurde auf dem Friedhof Wanfried ein Denkmal errichtet. Der Trauer, aber auch der Kraft soll damit ein Ort gegeben werden.
Für Sternenkinder wurde auf dem Friedhof Wanfried ein Denkmal errichtet. Der Trauer, aber auch der Kraft soll damit ein Ort gegeben werden. © Theresa Lippe

Um der Trauer für sogenannte Sternenkinder einen Ort zu geben, wurde auf dem Wanfrieder Friedhof nun ein Denkmal errichtet.

Das Denkmal soll jedoch nicht nur ein Ort für Trauer um verlorene Leben sein, sondern auch ein Platz, an dem Betroffene – egal ob Eltern, Geschwister oder Angehörige – Kraft und Vertrauen auf eine gute Zukunft schöpfen können, so Wanfrieds Pfarrerin Rosemarie Kremmer. Für die theologische Konzeption des Denkmals ist die Pfarrerin verantwortlich, die künstlerische Gestaltung stammt von Monika Aschoff.

Das Fundament

Das Fundament des Sternenkinderdenkmals wurde aus Sandstein von Oliver Franke gefertigt. Es soll an Altäre der alttestamentlichen Zeit erinnern (Genesis 12, 7). Auf dem Sockel thront eine Erdkugel auf drei goldenen Säulen.

Die Erdkugel

Die Erdkugel hat die Farbe des Himmels. Blau stehe im religiösen Kontext für den Geist und verweise auf die Unergründlichkeit und Transzendenz Gottes, so die Pfarrerin. Gefertigt wurde sie hauptsächlich aus Zement und dann mit blauer Farbe verziert.

Die zahlreichen goldenen Sterne auf der Zementkugel sollen an die Berufung Abrahams und Gottes Verheißung erinnern (Genesis 12, 1f). Sie stehen in der Bibel für Abrahams Nachkommen. „Ich habe die Sterne einzeln und individuell gestaltet – so individuell wie die Sternenkinder eben auch sind“, sagt Künstlerin Aschoff über ihre Gestaltung.

 Um die Erdkugel schließt sich ein goldener Ring – ein Symbol der Ewigkeit. Auf einer Seite steht die Zusage „Ihr seid Kinder des Lichts“ (1. Thessalonischer 5,5), die sich zum einen auf die Sternenkinder beziehe, die das Licht dieser Welt nicht erblickt hätten und die schon in Gottes Licht und Reich leben. Kremmer: „Zum anderen richtet es sich auch an die Hinterbliebenen, die schon in dieser Welt im Abglanz des göttlichen Lichts leben dürfen und sein Licht weitergeben sollen.“ Auf der anderen Seite der Kugel ist in hebräischen Buchstaben die Verheißung aus Genesis 12 vermerkt: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“.

Die Trinität

Die Erdkugel des Denkmals in Wanfried wird von drei goldfarbenen Säulen getragen. Sie seien das Symbol der Trinität aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, erklärt Kremmer, „also ein Gott in drei  Erscheinungsweisen.“

Die Steine

Auf dem Übergang vom Fundament zu den Säulen liegen kleine Steine, teils befestigt, teils lose. „Sie erinnern an die jüdische Tradition“, so die Pfarrerin. Durch Ablegen kleiner Steine ehre man die toten und zeige Anteilnahme. „Es zeigt: Ich bin nicht alleine mit meiner Trauer und meinem Schmerz. Hier waren Menschen, die auch in Trauer sind.“

Auch an dem Wanfrieder Denkmal dürfen Steine abgelegt werden. Die Kosten für das Denkmal werden zunächst von der Kirche getragen, man hoffe aber auf Spenden. Ebenfalls am Projekt beteiligt waren: Dekan Martin Arnold (Übersetzung der hebräischen Schrift), Robert Graulich (Bauberatung), und der Friedhofsausschuss mit Klaus Kremmer (CDU), Brigitte Wandt (KV), Thomas Rabe (KV), Harald Montag (SPD) und Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU).

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