Gemeindevertretung

Weißenborn will für den Erhalt des Geldautomaten kämpfen

Überlandsparkasse statt Geldautomat: Einmal in der Woche würde die mobile Filiale für drei Stunden nach Weißenborn kommen. Die Gemeindevertreter bezweifeln, dass er den Bedarf decken kann.  
Archivfoto: Haselhuhn/nh
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Überlandsparkasse statt Geldautomat: Einmal in der Woche würde die mobile Filiale für drei Stunden nach Weißenborn kommen. Die Gemeindevertreter bezweifeln, dass er den Bedarf decken kann.

Der Geldautomat soll bleiben: Weißenborn will sich für den Erhalt des Sparkassen-SB-Centers und des Medibusses einsetzen.

Weißenborn – Bei der Gemeindevertretersitzung in Weißenborn am Mittwochabend (28. Oktober) waren die Gemüter erhitzt. Diskutiert haben die Gemeindevertreter unter anderem den Beschluss der Sparkasse, den Geldautomaten in Weißenborn abzubauen. Außerdem wurde über den Verkauf der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft gesprochen. Eine Übersicht.

Sparkassenautomat soll erhalten bleiben

Ende September hat die Sparkasse bekannt gegeben, zum Jahresbeginn mehrere Sparkassenfilialen und Geldautomaten in der Region zu schließen. Betroffen ist auch Weißenborn. Das sorgte für eine aufgebrachte aber weitestgehend einmütige Diskussion unter den Gemeindevertretern. Denn das Vorhaben der Sparkasse sei aus Sicht der Gemeindevertretung und des -vorstands nicht angemessen kommuniziert worden. Zudem käme eine Schließung der SB-Stelle fünf bis zehn Jahre zu früh, besonders mit Berücksichtigung vieler „älterer“ Menschen, die ihre Finanzen nicht digital verwalten.

Der Sparkassen-Lkw, der an einem Tag in der Woche vor Ort wäre, wie es die Sparkasse anbietet, sei nicht praktikabel genug. Es wird infrage gestellt, wie dieser den Bedarf auffangen soll. „Wir sind eine eigenständige Kommune, auch wenn wir die Kleinste sind. Die Versorgung muss hier sichergestellt sein“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer.

Deshalb wurde darüber abgestimmt, eine gemeinsame Resolution unter anderem an den Sparkassenvorstand, den Landrat als Vorsitzenden des Verwaltungsrates und den zuständigen Landtagsabgeordneten zu senden, um sich für den Erhalt des Geldautomaten einzusetzen. Das wurde mit zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Ebenfalls zur Debatte stand, wie die Gemeinde mit dem Sparkassen-Gebäude umgehen sollte, das zum Verkauf steht. Hier haben sich die Gemeindevertreter aber geeinigt, ihre Entscheidung zunächst noch offen zu halten.

Gebäude an der Röhrdaer Straße steht zum Verkauf

Seit Januar 2019 wird die Gemeinschaftsunterkunft an der Röhrdaer Straße in Weißenborn nicht mehr betrieben. Bisher war es nicht möglich, das Gebäude zu verkaufen – jedenfalls nicht für den zuletzt angedachten Preis von 70 000 Euro. Nun wurde einstimmig beschlossen, das Gebäude für mindestens 40 000 Euro zu verkaufen. Als Konzept bevorzugen die Gemeindevertreter, das Gebäude für gastronomische Zwecke zu nutzen. Interessenten, die nach eigenen Angaben dort ein Café mit Gaststätte eröffnen wollen würden, gebe es bereits.

Gemeindevertreter sind sich einig: Medibus als mobile Arztpraxis erhalten

Absolut einig waren sich die Gemeindevertreter auch in Sachen Medibus. So schnell der Tagesordnungspunkt vorgelesen war, so schnell war auch darüber abgestimmt. Einstimmig ist die Gemeindevertretung dafür, für den Erhalt der mobilen Arztpraxis zu kämpfen, die in mehreren Gemeinden und auch Weißenborn die medizinische Vorort-Versorgung aufrecht erhält. Dafür soll eine entsprechende Resolution versendet werden, unter anderem an den Kreisausschuss, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und den Minister des Sozialen, Kai Klose. (von Jessica Sippel)

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