90. Geburtstag

Martin Drewniok aus Reichensachsen wird heute 90 Jahre alt

Martin Drewniok wird heute 90 Jahre alt.
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Martin Drewniok wird heute 90 Jahre alt.

Er erinnert sich genau an die Kriegzeit, die sein Leben gezeichnet hat: Auf 90 ereignisreiche Jahre blickt heute Martin Drewniok aus Reichensachsen, der runden Geburtstag feiert.

Reichensachsen – Auf 90 Jahre, die auch die Arbeit stark prägte, blickt Martin Drewniok aus Reichensachsen heute zurück. Gemeinsam mit seiner Schwester wuchs er in Reichensachsen auf, erinnert sich daran, wie die Kriegsjahre seine Kindheit und Jugend beeinflusst haben. Denn wenngleich das Kriegsgeschehen selbst weit weg vom Leben hier gewesen sei, wurde sein Vater 1942 als Soldat eingezogen.

Mit der kleineren Landwirtschaft, in der der Großvater mütterlicherseits viel mithalf, konnte die Familie sich jedoch auch in dieser Zeit versorgen.

Die Lehre zum Autoelektriker führte den Jubilar für drei Jahre nach Kassel. „Wer damals in der stark zerbombten Stadt wohnen wollte, musste zuvor sechs Wochen lang Trümmer schippen“, erinnert er sich.

Seine Arbeit im Heimatort begann durch den Vater, der bereits vor dem Zweiten Weltkrieg im Baustoffbereich tätig gewesen war. Während des Kriegs waren im Ort an vielen Gebäuden Schäden entstanden, viele waren verfallen, weswegen immer wieder Menschen zu seinem Vater kamen und nach Zement fragten.

Der Leiter des nächstgelegenen Zementwerks in Niedersachsen nahe Göttingen erklärte allerdings, dass sowohl die Kohle zum Zementbrennen als auch Essen in der Kantine für die Mitarbeiter fehlte. Da vor allem Landwirte Zement brauchten, schlug er Drewnioks Vater vor, geschlachtete Schweine und Kohle zum Werk zu bringen. „Drewniok hat Zement“, erinnert sich der Jubilar an die Reaktion der Menschen im Ort, als das Zementwerk daraufhin wieder produzierte und sie mit Zement versorgt werden konnten.

Nach dem Abschluss seiner Lehre unterstützte der Jubilar den Vater, fuhr ein Jahr lang mit Pferd und Wagen Aufträge aus, bevor der erste Lkw angeschafft wurde. An den Zusammenschluss mit Julius Seibert erinnert sich Drewniok noch gut, blickt auf ein schnelles Wachstum der gemeinsamen Firma zurück, die er und Seiberts Sohn nach dem Tod der Väter zu Beginn der 1970er Jahre weiterführten.

Dass der heute 90-Jährige zwar viel arbeitete, jedoch stets dafür sorgte, dass es seiner Familie mit vier Kindern, für die er sehr dankbar ist, gut ging, weiß seine Tochter. Auch seine Ehefrau half in der Firma mit. Ihr früher Tod vor 30 Jahren und der einer Tochter vor elf Jahren waren zwei Schicksalsschläge in seinem Leben.

Inzwischen gehören drei Enkel- und fünf Urenkelkinder zu seiner Familie und neben dieser bedeutet ihm auch das Vereinsleben seines Heimatortes bis heute viel. Während er Mitbegründer des Vereins historischer Landmaschinen war, zählt er zu einem der ältesten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, ist sowohl Mitglied im Sport- als auch im Obst- und Gartenbauverein und gehört gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die 1993 in sein Leben trat, dem Werratalverein an, in dem er zehn Jahre lang Wanderführer war.

Während er seit 50 Jahren einmal pro Woche in die Sauna geht, prägten Vereinsfahrten und Schiffsreisen die Zeit nach dem Ruhestand. Dass er hier viel nachzuholen hatte, da er zuvor wenig Zeit für Urlaube gehabt hatte, weiß der Jubilar. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin sah er unter anderem Südafrika, Russland und bereiste im Camper die USA. Heute freut sich der 90-Jährige auf seinen Geburtstag und blickt positiv in ein neues Lebensjahr.  (esr)

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