Paar feiert Diamantene Hochzeit

Große Liebe für Josef und Anni Kolbe aus Kleinalmerode durch Sturz des Rivalen

Anni und Josef Kolbe aus Kleinalmerode bei ihrer Hochzeit 1960.
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Anni und Josef Kolbe aus Kleinalmerode bei ihrer Hochzeit 1960.

1957 während der Kirmes in der Scheune der Gaststätte Vogelsang in Marzhausen: Josef Kolbe und ein weiterer junger Mann bemühen sich, Anni zum Tanz aufzufordern.

Der Mitbewerber stolpert und stürzt kurz vor dem Ziel, Josef kann mit Anni tanzen. „Es entwickelte sich sofort viel Sympathie zwischen uns beiden, von diesem Moment waren wir ein Paar“, sagt Josef heute mit glänzenden Augen.

Josef wurde am 8. März 1936 im schlesischen Kieslingswalde geboren, Anni am 23. Mai 1937 im tschechischen Reschen. Beide landeten als Vertriebene in der Region. Josef verschlug es nach Geismar bei Göttingen, Anni nach Kleinalmerode. Während Josef eine Schlosserlehre bei der Firma Förster in Witzenhausen absolvierte, erlernte Anni den Beruf als Friseurin. Josef war bis zu seinem Rentenbeginn 28 Jahre auf dem Bauhof der Stadt Witzenhausen beschäftigt.

Das Paar verlobte sich 1958, die Hochzeit wurde am 15. Juli 1960 mit etwa fünfzig Gästen im Restaurant Hufeisen in Witzenhausen neben der Reithalle gefeiert. In 1959 begannen die beiden mit dem Bau ihres Hauses in Kleinalmerode, der Einzug erfolgte 1960. Die Tochter Heike wurde am 28. September 1960 geboren, Tanja erblickte am 27. Februar 1965 das Licht der Welt.

Ein vertrautes Paar: Anni und Josef Kolbe aus Kleinalmerode.

Josef Kolbe ist heute noch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kleinalmerode, in seiner Zeit in Geismar spielte er Fußball bei Göttingen 05. Anni widmete sich der Familie, sie kochte gern und gut und pflegte ihren Garten um das Haus herum – vor allem die Blumen, die ihre große Leidenschaft sind.

Die Familie musste einen Schicksalsschlag hinnehmen: Tochter Heike ist nach einem Impffehler im Alter von zwei Jahren geistig und körperlich behindert. Die Eheleute und die jüngere Tochter Tanja haben Heike 51 Jahre betreut, heute lebt sie in einem Heim.

Kolbes lesen seit über 50 Jahren die HNA. Mit der Corona Pandemie kommen sie nach eigenen Aussagen gut zurecht: Anfangs haben sie das Grundstück nicht verlassen, Tochter Tanja hat eingekauft. Inzwischen machen sie mit ihrem Caddy kleinere Ausflüge wie zum Kaufpark nach Göttingen oder zum Weserstein Hann. Münden. Gefeiert wird privat in der kleinen Familie.  

Von Peter Scheunert

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