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Der Teichhof in Grandenborn feiert 101-Jähriges

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Von: Maren Schimkowiak

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Die Gaststätte zählt zu einer der besten in Hessen und ist weit über die Region für seine Spezialitäten bekannt.
Die Gaststätte zählt zu einer der besten in Hessen und ist weit über die Region für seine Spezialitäten bekannt. © Teichhof

Der Teichhof feiert seinen 101. Geburtstag: Genau an diesem Tag, am 21. Oktober 1921, wurde die beliebte Gaststätte gegründet.

Grandenborn – Dass der Teichhof bis heute besteht und von der Familie Linhose/Jacob bereits in der fünften Generation geführt wird, ist keine Selbstverständlichkeit, steht man vielerorts doch bei den Landgasthäusern eher vor verschlossener Tür.

„Von Anfang an wurde immer viel in das Haus investiert, sei es in die räumliche Erweiterung oder mit Photovoltaik, Wasseraufbereitung oder Hackschnitzelanlage in nachhaltige Energieversorgung oder den Ausbau unseres Tourismuskonzeptes“, erklärt Inhaber Edgar Linhose. Ebenso hatte es die Generation vor ihm gehandhabt: „Der ständige Aufwärtstrend kommt nicht von ungefähr, harte Arbeit, familiäres Miteinander, persönliches Engagement und zahlreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten prägten die Geschichte des Gasthauses seit nunmehr 75 Jahren“ – das stand bereits am 23. Oktober 1996, damals anlässlich des 75. Bestehens, in der Werra-Rundschau.

Hierin war auch zu lesen, wie am 21. Oktober 1921 das erste Fass angesteckt wurde. Der Weißbinder Adam Oehler eröffnete mit Ehefrau Dorothea (geb. Brüßler) den Gasthof, neun Jahre später kaufte er das Nachbargrundstück und stieß damit die erste räumliche Erweiterung des Teichhofs an.

In den folgenden Jahrzehnten sollten viele Entwicklungen folgen, wobei sich an dem Teichhof mit Kriegswirren, Deutscher Teilung, Wiedervereinigung, wirtschaftlichen Auf- und Abschwüngen, Corona und nicht zuletzt den Folgen des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise auch die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nachzeichnen lässt. Leicht waren manche Jahre bestimmt nicht und doch versuchte die Familie, sich immer den Gegebenheiten anzupassen.

Die hauseigene Schlachterei samt Hofladen und Verkaufswagen auf Wochenmärkten, das Restaurant, die Übernachtungsangebote, der Aufbau des Versandhandels von Wurstwaren, in den 70er-Jahren zunächst per Telefon, später dann über den Online-Shop – heute schlägt der Teichhof einen Spagat zwischen traditionsbewusstem Gasthaus und moderner und innovativer Eventgastronomie.

Großen Wert legen Koch Tim Linhose und sein Küchenteam auf Regionalität, seit vielen Jahren ist der Teichhof Mitglied bei Slow Food wie auch bei Hessen à la carte und wurde erst kürzlich bereits zum zweiten Mal zu einem der besten hessischen Gasthäuser gekürt. „Das kann man nur schaffen, wenn alle mit Herzblut dabei sind“, so Regina Linhose und sieht dieses Lob auch als Auszeichnung für die langjährigen Mitarbeiter – das Team sei einfach unschlagbar und arbeite mit viel Leidenschaft, Know-how und Weitsicht am Fortbestehen des Teichhofs. Aber, so betont Antonia Jacob, der Teichhof habe auch starke Partner, etwa den Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, der mit der Mohnblüte in Grandenborn und dem Premiumwanderweg 13 wahre Touristenmagnete geschaffen hat – auch davon profitiert der Teichhof, der zum Beispiel Shuttleservices zu den Wanderwegen anbietet.

Und die Inhaberfamilie hat noch viel vor: „Wir stecken mitten in den Planungen eines Gästehauses, damit wir die hohen Übernachtungsanfragen bedienen können“, so Edgar Linhose. Leider verzögert sich dies gerade aufgrund der Materialknappheit. Weiterhin baut der Teichhof aktuell ein Mitarbeiterhaus, um seinen externen Mitarbeitern eine Unterkunft bieten zu können. „Und – in nicht allzu ferner Zukunft – werden unsere Kinder Tim und Antonia die Betriebsführung übernehmen“, verraten Edgar und Regina Linhose und freuen sich darauf, dass der Teichhof in der Familie bleibt und seine Geschichte mit der neuen Generation fortgeschrieben wird. Weitere Infos gibt es auf derteichhof.de

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