Ihre Brutplätze bleiben geheim

„Der Uhu in Hessen“ ist das letzte Buch des Ornithologen Wolfram Brauneis

Uhu in Hessen: Über ihn hat Ornithologe Wolfram Brauneis aus dem Werra-Meißner-Kreis kurz vor seinem Tod ein Buch geschrieben. archiv
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Uhu in Hessen: Über ihn hat Ornithologe Wolfram Brauneis aus dem Werra-Meißner-Kreis kurz vor seinem Tod ein Buch geschrieben. archiv

Der Ornithologe Wolfram Brauneis hat ein Buch über den Uhu in Hessen geschrieben, dass jetzt veröffentlicht wurde. Im Frühjahr ist der Naturschützer mit 84 Jahren in Eschwege gestorben.

Werra-Meißner – Uhus sind die größte Eulenart und es gibt sie auch im Werra-Meißner-Kreis. Doch Wolfram Brauneis verrät in seinem laut Herausgeber Jacob Maurer letzten Buch „Der Uhu in Hessen“ nicht, wo sie zu finden sind. Darauf weist Brauneis schon im Vorwort hin, das er im März schrieb – noch im selben Monat starb er mit 84 Jahren. Den Grund für seine Verschwiegenheit nennt er einige Seiten später: „Weil der Uhu nicht überall Freunde hat und es somit die Gefahr von gezielten, bewussten, aber auch von neugierigen Störungen weitgehend zu verhindern gilt.“

Das zeigt, worum es dem Ornithologen bis zuletzt ging: Vogelschutz. So macht er in seinem Buch zum Beispiel auf die Haupttodesursachen der Uhus aufmerksam: Strom an Leitungen und nicht isolierten Mastköpfen, Drahtseile wie Weidezäune und Verkehr. Die Fotos dazu sind nichts für schwache Nerven: tote Uhus, verendet auf Straßen und Schienen.

Auch eine Maus, der ein Uhu buchstäblich im Nacken sitzt, ist wohl nicht für jeden leicht anzusehen. Doch darum ging es Brauneis auch nicht. Er wollte das Leben der hessischen Uhus zeigen, wie es war und ist – ungeschönt. Das zeigt sich auch an seiner sachlichen Sprache, mit der er seine gesammelten Informationen präsentiert. Beginnend mit der Geschichte der Uhus führt Brauneis den Leser zum aktuellen Wissen über die Tiere.

So berichtet Brauneis von den größten Konkurrenten der Uhus um Brutplätze in Hessen: Wanderfalken. Beim Thema Brut gibt es jedoch auch Fotos, die vielen Tierliebhabern gefallen dürften: Küken, die in Horsten und Ecken kauern.

Dass die Uhu-Jungtiere in Hessen zeitweise rar waren, habe auch mit dem Isolationseffekt zu tun: Die Uhus lebten sehr verteilt und begegneten sich selten. Die Vermehrung sei dadurch schwierig gewesen. Auch Inzucht war ein Problem. Doch letztlich gelang es, den Uhu in Hessen wieder zu verbreiten.

Doch Wolfram Brauneis war nicht nur Vogel-, sondern auch Naturschützer. Das schreibt er in einem Kapitel zur Windenergie. Er zeigt die Anlagen als Problem für Uhus und mögliche Lösungen wie ausreichend Abstand zu den Brutplätzen der Greifvögel. (Fabian Becker)

Info: Wolfram Brauneis und Jacob Maurer (Hg.): „Der Uhu in Hessen. Vorkommen – Verbreitung – Bestandsschutz“ (Werratalverein Witzenhausen), ISBN: 978-3-9807194-5-6, Druckausgabe 9,90 Euro

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