Rauchzeichen stehen auf saubere Energie

Der Werra-Meißner-Kreis will eine Wasserstoffregion werden

Blick auf eine neue Wasserstoff-Produktionsanlage des größten deutschen Wasserstoffmobilitätsprojekts eFarm.
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07.07.2020, Schleswig-Holstein, Bosbüll: Blick auf eine neue Wasserstoff-Produktionsanlage des größten deutschen Wasserstoffmobilitätsprojekts eFarm. Hier soll künftig mit Windkraft Wasserstoff für die Nutzung in Fahrzeugen und Betrieben hergestellt werden.

Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur sucht wieder Regionen, die in Zukunft mit dem Energieträger Wasserstoff heizen und Maschinen antreiben wollen – jetzt ist auch der Werra-Meißner-Kreis ist unter den Bewerbern. Das teilt die Kreisverwaltung mit.

Werra-Meißner - Am Ende werden unter allen Regionen des sogenannten HyLand-Wettbewerbs jedoch nur zehn Regionen ausgewählt, die dann die Zeit und die Förderung bekommen, eine Studie zur Umsetzung der sauberen Energieträger zu entwickeln. Doch der Kreis möchte noch mehr: „Wir beabsichtigen als koordinierender Antragsteller für die Förderung einer Konzepterstellung zur Etablierung von Wasserstoffanwendungen in der Region Nordhessen gemeinsam für alle interessierten nordhessischen Landkreise die Federführung im Projekt zu übern“, sagt Landrat Stefan Reuß.

Partner seien dabei die Landes Energie Agentur, das Fraunhofer Institut und das Regionalmanagement Nordhessen sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner. Bekommt der Kreis den Zuschlag, will ihnen außerdem das Regionalmanagement Nordhessen als Dienstleister zur Seite stehen. Weil die Wasserstoffspeicherung nur Sekundärenergie ist, muss diese zuerst aus anderen Quellen gewonnen werden. Wind- und Sonnenenergie sind dabei besonders gefragt, weil diese keine Emissionen erzeugen und klimafreundlich sind.

Kreissprecher Jörg Klinge weist deshalb darauf hin, dass der Anteil an erneuerbaren Energien in Nordhessen bereits bei 60 Prozent liege und zeitnah auf 80 Prozent erhöht werden könne. „Hierbei spielt die Wasserstoffspeicherung eine wichtige Rolle und es laufen bereits Studien und Untersuchungen, inwieweit dies in Nordhessen technisch und geologisch möglich ist“, sagt Klinge.

Dabei sei nicht nur die Politik an einem Wasserstoffstandort im Kreis interessiert, sagt der Sprecher, auch Logistikfirmen zeigten Interesse an alternativen Antriebsarten für Nutzfahrzeuge. „Somit ist die Nutzung von Wasserstoff auch hier ein wichtiges Zukunftsthema.“

Geplant seien bisher der Aufbau einer regionalen Erzeugungskapazität für grünen Wasserstoff, die Klärung von Fragen zum Transport und der Speicherung des Wasserstoffs sowie der Aufbau eines Tankstellennetzes.

Auch erste Wasserstoff-Fahrzeuge, wie Züge, Busse und Transporter sollen kommen.  Kim Hornickel

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