Die Angst im Kreis wächst

Suedlink: Netzagentur will bis Jahresende über Trasse entscheiden

Auch die Corona-Pandemie kann Bürger nicht stoppen: Unser Archivbild entstand im September bei der jüngsten Protestaktion Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Suedlink“ gegen die Stromtrasse am Klausbergturm oberhalb von Bad Sooden-Allendorf. 
Archivfoto: Stefan Forbert
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Auch die Corona-Pandemie kann Bürger nicht stoppen: Unser Archivbild entstand im September bei der jüngsten Protestaktion Bürgerinitiative „Werra-Meißner gegen Suedlink“ gegen die Stromtrasse am Klausbergturm oberhalb von Bad Sooden-Allendorf. Archivfoto: Stefan Forbert

Vor Kurzem hat die Bundesnetzagentur den Verlauf eines weiteren Abschnitts für die Stromtrasse Suedlink festgelegt. Welche Folgen hat das für den Werra-Meißner-Kreis? Wir haben nachgefragt.

Werra-Meißner – Wird die umstrittene Stromtrasse Suedlink durch den Werra-Meißner-Kreis führen? Die Entscheidung, welcher Trassenkorridor ins Planfeststellungsverfahren geht, will die Bundesnetzagentur (BNA) noch in diesem Jahr treffen. Das ergab eine Anfrage unserer Zeitung. „Die notwendigen Prüfungen sind abgeschlossen“, teilt Marta Mituta von der BNA-Pressestelle mit.

Die Sorge im Werra-Meißner-Kreis wird bei den Suedlink-Gegnern nun größer, nachdem sich die BNA vergangene Woche im Abschnitt 4 südlich von Gerstungen für einen Verlauf durch Thüringen und gegen eine Trasse durch Osthessen nach Bayern entschied.

Nun stellt sich die Frage, wie der Abschnitt 3 ab Seesen in Gerstungen an Abschnitt 4 anschließen soll: Geprüft wurden eine östliche Route durch Thüringen und eine westliche Route – von Friedland südlich von Witzenhausen durchs Werratal, an Bad Sooden-Allendorf und Eschwege vorbei durch den Ringgau nach Gerstungen. Das wäre der kürzeste Weg, sagt Stefan Heuckeroth-Hartmann von der Bürgerinitiative (BI) „Werra-Meißner gegen Suedlink“. Die BI fürchte, dass zugunsten geringerer Baukosten fachliche Argumente gegen die Trasse ignoriert werden und man aus politischen Gründen einen Teil über hessisches Gebiet führen und dafür den Werra-Meißner-Kreis opfern wolle.

Die BNA weist das zurück: „Die Festlegung des Trassenkorridors erfolgt nur auf Basis fachlicher Erwägungen. Die Berücksichtigung eines ‘Länderproporzes’ oder politischer Vorgaben wäre weder sachgerecht noch rechtssicher“, betont Mituta.

Der Kreis wappnet sich dennoch für einen Rechtsstreit: Weder der Kreis noch die hessische Landesregierung würden eine politisch motivierte und eine auf nicht eindeutig nachvollziehbarer Sachlage getroffene Entscheidung akzeptieren. Kreissprecher Jörg Klinge kündigte an, eine Entscheidung „mit allen uns zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln überprüfen lassen“ zu wollen. Damit das finanziert werden kann, wurden auf Antrag der Kreis-SPD 2019 bereits vorsorglich insgesamt 30 000 Euro zusätzlich für Gerichtskosten in den Kreishaushalt von 2020 eingestellt. (Friederike Steensen)

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