„Ich fühle mich total wohl“

Die Berufsmusikerin Ann-Katrin Schreiber leitet jetzt den TMZ Röhrda

Übergabe beim Oktoberfest: Am vorigen Samstag übergab der langjährige musikalische Leiter des TMZ Röhrda Horst Busch den Taktstock an seine Nachfolgerin Ann Katrin Schreiber.
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Übergabe beim Oktoberfest: Am vorigen Samstag übergab der langjährige musikalische Leiter des TMZ Röhrda Horst Busch (Mitte) den Taktstock an seine Nachfolgerin Ann Katrin Schreiber.

Die 27-jährige Berufsmusikerin Ann-Katrin Schreiber aus Frankershausen leitet jetzt den Turnermusikzug Röhrda (TMZ). Am vorigen Wochenende übergab Horst Busch den Taktstock an seine Nachfolgerin.

Röhrda – Mit vier Jahren begann sie Blockflöte, mit sieben Jahren Trompete zu spielen, mit 15 war sie Jungstudentin an der Musikakademie in Kassel. Heute ist die 27-jährige Ann-Katrin Schreiber aus Frankershausen nicht nur Berufsmusikerin beim Heeresmusikkorps Kassel, sondern führt seit Juli dieses Jahres auch den Turnermusikzug Röhrda (TMZ) als musikalische Leiterin.

Am vorigen Wochenende war die offizielle Übergabe des Taktstockes von Horst Busch, der den TMZ viele Jahre leitete, an die junge Musikerin bei einem kleinen Oktoberfest in Röhrda.

„Es ist der erste Verein, den ich leite, ich brauche viel Vorbereitungszeit und ich lerne viel dadurch“, sagt Ann-Katrin Schreiber. Obwohl sie fast die Jüngste unter den Aktiven des TMZ ist, hätten die Leute sie super aufgenommen. „Ich fühle mich total wohl.“

Vermittlerin zwischen Komponist und Musikern

Anne Katrin Schreiber versteht sich als Vermittlerin zwischen Komponist und Musikern. „Die Leute im TMZ sind extrem aufnahmefähig, ich erkläre was und es funktioniert“, sagt sie. Oftmals sei es nur der letzte Schliff, den sie vermitteln müsse. Die Arbeit sei sehr befriedigend – offenbar für alle, denn auch die Beteiligung an den wöchentlichen Proben sei hoch. „Es ist selten, dass jemand fehlt.“ In den wenigen Monaten, die Ann-Katrin Schreiber den TMZ leitet, habe man gemeinsam um die 20 Stücke erarbeitet, die jetzt zum Repertoire gehören.“ Ein Repertoire aus Egerländer Blasmusik, das derzeit wenig an die Öffentlichkeit gelangt, denn wegen der Coronapandemie seien derzeit keine Auftritte in Sicht.

In der Welt der Blasmusik ist Ann-Katrin Schreiber zuhause

In der Welt der Blasmusik fühlt sich die 27-Jährige ganz und gar zu Hause. Denn sie fing nicht nur zeitig mit der Musik an, sondern kommt auch aus einer durch und durch musikversessenen Familie. Ihr Vater spielt bei Watzmann, ihre Mutter Klarinette, beide Eltern spielen bei den Ulfener Jungs, ihre beiden jüngeren Schwestern spielen Saxofon und Waldhorn. Begonnen hat Ann-Karin Schreiber beim Musikzug Frankershausen, wechselte aber auch relativ zügig zu den Ulfener Jungs. Sie spielte im Landesjugendblasorchester.

Nach der Schule absolvierte sie einen zweijährigen Freiwilligendienst beim Heeresmusikkorps in Kassel, anschließend begann sie im musikalischen Ausbildungskorps der Bundeswehr in Hilden und studierte parallel an der zivilen Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Musik. Anfang des Jahres macht sie dort ihren Bachelor und trat ihre Stelle beim Heeresmusikkorps in Kassel an.

Als Soldatin wird sie aber auch anderweitig eingesetzt. Während der Pandemie leistete sie Amtshilfe in Südhessen beim Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung, dann unterstützte sie ihm Impfzentrum Kassel. Obwohl sie Musikerin ist, muss sie auch soldatische Aufgaben wahrnehmen.

Der Alltag sind Proben und Konzerte

Ihr Alltag sieht aber anders aus. Beinah täglich fährt sie von Frankershausen nach Kassel, dort finden die Proben oder ihr Einzelstudium statt. Auch zuhause übt die Musikerin viel. „Es gehört zu meinem Beruf, mich fit zu halten“, sagt sie. Und dann ist sie mit dem Musikkorps natürlich viel auf Konzertreisen. Jetzt haben gerade die Herbstkonzerte begonnen, dann folgen die Weihnachtskonzerte, dann die Neujahrskonzerte, dann die Auftritte bei Gelöbnissen und Ähnlichem.

Das Jahr ist ziemlich voll. Aber Ann-Katrin Schreiber kann sich nicht erinnern, dass sie je in ihrem Leben was anderes werden wollte, als Musikerin. (Stefanie Salzmann)

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