Die erste Liebe geheiratet

Helmar und Käthe Friedrich aus Berkatal feiern ihre Goldene Hochzeit

Ein Mann und eine Frau stehen nebeneinander.
+
Käthe und Helmar Friedrich aus Hitzerode feiern goldene Hochzeit.

Helmar und Käthe Friedrich aus Berkatal feiern 50 Jahre Ehe.

Hitzerode – Immer miteinander zu reden ist das A und O in einer Beziehung, wissen Helmar und Käthe Friedrich aus Hitzerode-Berkatal, die an diesem Wochenende ihre goldene Hochzeit feiern. Nach dieser Devise leben sie schon ihr Leben lang. „Das Schlimmste ist, wenn man sich bei Problemem anschweigt“, sagt der 70-jährige Helmar Friedrich. Liebevoll blickt er scheinbar unbeobachtet seine Frau an, die neben ihm am Gartentisch sitzt.

Die beiden wissen, wovon sie reden, denn gewisse Hürden gab es auch am Anfang ihrer Ehe. Als sie sich über die Landjugendvereine Hitzerode und Oberhone kennengelernt haben, war Käthe 16 Jahre alt, Helmar Friedrich war drei Jahre älter. „Wir haben in Oberhone damals den Volkstanz geübt“, sagt er. Wie es der Zufall wollte, hatten sie sogar am selben Tag Berufsschule, auch außerahalb der Schule trafen sie sich bald öfter, verliebten sich und wurden ein Paar.

Schritt gewagt

Geheiratet haben die beiden bereits etwa ein Jahr später, als der erste Sohn unterwegs war. Gerade auf dem Dorf sei das eher ungewöhnlich gewesen, auch die Eltern seien anfangs geschockt gewesen, erzählen sie. „Für uns war aber klar, dass wir diesen Schritt wagen. Wir wollten zusammenbleiben“, sagt Helmar Friedrich. Allen Zweiflern hätten sie gezeigt, dass es klappen kann, auch wenn man noch jung ist, fügt Käthe Friedrich hinzu. „Käthes Oma war am Anfang nicht so begeistert, ich durfte zuerst die Wohnung nicht betreten“, erzählt Helmar Friedrich. Beide lachen bei der Erinnerung daran. „Käthes ältere Schwester hat mit der Oma dann aber gesprochen und sie geradegerückt.“ Danach hatten die Familien stets ein tolles Verhältnis. Am Freitag, 4. Juni 1971, war es so weit: Das junge Paar heiratete standesamtlich in Frankershausen, am Abend stand ein ausgelassener Polterabend in dem Saal in Hitzerode an. Die Scherben hat der Bräutigam ab 6 Uhr am nächsten Morgen noch vor der kirchlichen Trauung weggeräumt.

Helmar Friedrich, der zu dieser Zeit auch 18 Monate bei der Bundeswehr war, arbeitete bis zum Ruhestand 40 Jahre lang bei der Frankershäuser Metallbaufirma Hupfeld und Schlöffel. Neben dem Hauptberuf kam die Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Familienhof hinzu. Zu Spitzenzeiten gab es 15 Hektar Land zu bewirtschaften und mehrere Rinder zu versorgen. „Als mein Vater starb, hatte ich auf einmal alleine die Verantwortung für die Landwirtschaft“, sagt Helmar Friedrich. Seine Frau ließ er als Miteigentümerin eintragen. „Das war mir wichtig, sie hat über Jahre ihre ganze Arbeitskraft in den Betrieb gesteckt“, sagt er. Als die Landwirtschaft nach und nach eingestellt wurde, arbeitete die gelernte Näherin noch 24 Jahre lang bei der Lederverarbeitung Wilhelm in Berkatal.

Arbeit und Urlaub

Aber nicht nur Arbeit stand auf dem Programm des Paares, das gerne wandert, radelt und sich ehrenamtlich engagiert. Sie entdeckten ihre Leidenschaft fürs Camping. Ihr erster Urlaub führte sie 1975 nach Ravenna in Italien – mit dem kleinen Sohn im VW-Käfer und Zelt auf dem Dachgepäckträger ging es damals los. Eine Reise, die sie heute als Abenteuer beschreiben. „Ich habe zu Hause unsere ganze Verpflegung in Gläsern eingekocht“, sagt Käthe Fiedrich. Später reiste die Familie im Wohnwagen.

Neben ihren drei Söhnen bereichern das Leben der Friedrichs heute auch fünf Enkelkinder zwischen sechs und 20 Jahren. Ihre goldene Hochzeit feiern sie heute im kleinen Rahmen. „Es ist schön, wie alles gekommen ist. Wir sind mit unserem Leben rundum glücklich und zufrieden“, sagt Helmar Friedrich. So sieht das auch seine Ehefrau: „Wir würden alles wieder genauso machen. Ich habe meine erste Liebe geheiratet.“ (Jessica Sippel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.