Die Feuerwehr gibt ihm ganz viel

Vize-Brandinspektor Dirk Linhose hat sich dem Ehrenamt verschrieben

Ein Mann sitzt neben einem Tisch auf dem sein gelber Helm liegt. Er trägt eine Feuerwehruniform und hat graue Haare.
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Dirk Linhose im Einsatzleitwagen: Der stellvertretende Stadtbrandinspektor von Sontra ist seit 37 Jahren ehrenamtlich im Einsatz.

Dirk Linhose ist stellvertretender Stadtbrandinspektor von Sontra und setzt sich auch 37 Jahre später mit großem Engagement für die Feuerwehr ein.

Sontra – Dirk Linhose hat sich schon in jungen Jahren dem Ehrenamt verschrieben und verpflichtet. „Ja, die Feuerwehr hat mir viel gegeben und nimmt in meinem Leben einen ganz hohen Stellenwert ein“, erklärt der 49-Jährige aus dem Sontraer Stadtteil Krauthausen beim WR-Gespräch. Das Abenteuer rund um den Brandschutz begann in 1984 bei der Jugendfeuerwehr seines Heimatdorfes, wo er nach sechs Jahren den Weg in die Einsatzabteilung fand, die im Februar 2013 wegen Personalmangel aufgelöst wurde. Die verbliebenen Aktiven haben sich seinerzeit der Feuerwehr des drei Kilometer entfernten Nachbarortes Breitau oder dem kleinen Weißenborn angeschlossen.

Mitglied in Breitau

„Und so bin ich jetzt Mitglied in Breitau, möchte aber meine 20 gleichermaßen interessanten wie auch erfolgreichen Jahre als Wehrführer von Krauthausen nicht vergessen. Von 1993 bis 2013 stand ich an der Spitze der Einsatzabteilung, konnte aber leider die Auflösung nicht verhindern, auch nicht als Vereinsvorsitzender“, macht Dirk Linhose deutlich, dass er dieses Amt quasi parallel von 1996 bis ebenfalls 2013 ausübte.

Schmerzliche Auflösung

Sicherlich war die Auflösung der Wehr in Krauthausen ein schmerzlicher Akt, aber dennoch lässt Dirk Linhose auf seine Mitstreiter nichts kommen: „Die Kameradschaft war großartig und Garant dafür, dass die anstehenden Einsätze mit Bravour erfüllt wurden“, denkt er beispielgebend an einen schlimmen Motorradunfall auf der B 400, der in eine Übung reinplatzte und rasche Hilfe möglich machte. „Auch ein umgekippter und mit Lebensmitteln beladener 40-Tonner hat uns gefordert, weil wir alles umladen mussten“, schwenkt Dirk Linhose auf einen persönlichen Höhepunkt: „Ich durfte 1991 mit dem damaligen Stadtbrandinspektor Georg Krawczyk das neue Tragkraftspritzen-Fahrzeug für Krauthausen in Giengen abholen“, konstatiert er, dass das Auto noch immer funktionstüchtig ist und nun zum Fuhrpark in Breitau gehört.

„Den Feuerwehrverein in Krauthausen, den gibt es noch immer. Anja Zülch hat 2013 den Vorsitz von mir übernommen und ich bin ihr Stellvertreter geworden“, spannt er den Bogen zu seiner Aufgabe als Zugführer für den Bereich Sontra-Nord mit den Orten Wichmannshausen, Breitau, Krauthausen und Mitterode: „Zu seiner eigenen Entlastung hat Stadtbrandinspektor Wolfgang Ewald 1996 die vier Züge Nord, Süd, Ost und West ins Leben gerufen, was kreisweit ein Vorreiter war. Wir vier Zugführer haben unter anderem Übungen ausgearbeitet. Nach der Neuwahl, Andre Bernhardt wurde 2007 Stadtbrandinspektor und ich sein Stellvertreter, mussten wir dieses Modell, das gute Zusammenarbeit mit den Ortsteilen garantierte, aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen stoppen und Arbeitsvorgänge an die einzelnen Wehrführer übergeben“, sagt Linhose.

Gleich ein Großbrand

„Und wir als neue Führungskräfte der Stadt Sontra standen 2007 sofort in der Verantwortung“, erinnert Dirk Linhose an den Großbrand in der Altstadt, „aber auch viele Verkehrsunfälle und Unwetterkatastrophen sind in unsere Amtszeit gefallen und verlangten gezielte Initiative.“

Das ehrenamtliche Wirken des 49-Jährigen, der nach der Schulzeit als Maschinenschlosser und im Werkzeugbau ausgebildet wurde, schlug sich für den Hauptbrandmeister (seit 2011) auch in den Auszeichnungen silbernes Brandschutzehrenzeichen (2009) und in der bronzenen Verdienstmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes (2014) nieder.

Die Kommunalpolitik lockte Dirk Linhose für neun Jahre von 1997 bis 2006 in den Ortsbeirat von Krauthausen. In seinem Heimatort ist er seit 1986 auch passives Mitglied im Tischtennisverein. „Und mein Sohn hat mich 2016 mit zum Schützenverein nach Breitau genommen, wo ich ein Jahr später bereits den Königstitel bejubeln konnte. Auch die Luftgewehr-Rundenwettkämpfe, die ich seither und bis zur Coronapause bestreite, machen mir große Freude“, nutzt Dirk Linhose das Forum, um sich bei Ehefrau Stefanie, die er 1998 vor den Traualtar führte und die ihm eine Tochter und einen Sohn schenkte, zu bedanken: „Sie stärkt mir den Rücken und gewährt mir viel Freiraum für die Feuerwehrarbeit. Es sind ja nicht nur die Einsätze und Übungen, ich betreue von zu Hause auch das Florix-Programm, arbeite damit Lehrgänge aus und befasse mich mit den unterschiedlichen Ausbildungen.

Wandern als Ausgleich

„Da muss ich für meine liebe Frau als Ausgleich viele gemeinschaftliche Werte schaffen, was mir aber leichtfällt, weil wir beide Naturliebhaber sind und gerne wandern; vornehmlich in Südtirol, aber auch die wunderschönen heimischen Premiumwege haben es uns angetan. Und seit zwei Jahren sind wir auch noch auf den Hund gekommen“, beschreibt Dirk Linhose abschließend ein weiteres Familienmitglied: „Der Appenzeller Sennenhund genießt bei uns ein wunderschönes Zuhause.“ Harald Triller

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