Eschweger Klosterbräu

AKE: Die Geschichte von Mönchen und Bier

Wenn Dampf aus dem Schornstein steigt, ist das ein gutes Zeichen: Dann wird im Sudhaus wieder gebraut.
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Wenn Dampf aus dem Schornstein steigt, ist das ein gutes Zeichen: Dann wird im Sudhaus wieder gebraut.

Mönche haben maßgeblich das Brauwesen geprägt und perfektioniert: Auch bei uns in Eschwege, denn dort, wo heute noch Eschweger Klosterbräu gebraut wird, brauten bereits vor 650 Jahren die Augustinermönche Bier.

Eschwege – Die Kloster-Kapelle, ein Teil des Gewölbekellers und Gebäudeteile im Bereich des Braumeisterbüros zur Klosterstraße zeugen noch heute von der Klostervergangenheit.

Hier ein paar Zahlen, Daten und Fakten zur Geschichte des Brauereiwesens der Stadt Eschwege.

1278: erhielten die Augustinermönche vom Cyriakus-Stift das Grundstück am Hospitalplatz geschenkt und erbauten hier ihr Kloster.

1369: wurde nachweislich belegt, dass die Klosterbrüder Bier brauen und an die Bürger der Stadt verkaufen, somit ist die Brautradition der Stadt Eschwege mindestens 652 Jahre alt.

1527: wird das Augustinerkloster im Zuge der Reformation aufgelöst. Landgraf Phillipp nimmt den Bau in Besitz und aus dem Kloster wird ein landgräfliches Rentamt.

1839: gründet George Christoph Andreas die Eschweger Klosterbrauerei. Er braut im Altstädter Brauhaus und lagert sein Bier in den Kellern des Leuchtbergs. Der älteste Beleg für die Historie findet sich im Eschweger Anzeiger desselben Jahres, hierin werden die Biere als „ziemlich gut“ bewertet.

1872: erwirbt die Stadt Eschwege den landgräflichen Renthof für 12 400 Taler, hier soll eine Realschule entstehen.

1875: verkauft die Stadt das ehemalige Klosterareal an Jacob Ludwig Andreas, seitdem heißt die Brauerei „J. Andreas Klosterbrauerei Eschwege“. Und nun zeigt sich, weshalb die Brauerei heute noch AKE heißt: A steht für Andreas, K für Kosterbrauerei und E für Eschwege. Weiterhin befinden sich nach wie vor der Eschenzweig und die Türme des Stadtwappens im Firmenlogo der Brauerei.

1907 (bis 1938): wird die Brauerei in eine Aktiengesellschaft umbenannt.

2018: übernimmt das Geschwisterpaar Julia und Ulrich Klesper die Eschweger Klosterbrauerei und setzt dabei weiterhin auf den regionalen Anbau der Braugerste und den charakterstarken Geschmack und die einzigartige Rezeptur des Bieres.

2021: das Sortiment der Marken Eschweger Klosterbräu und der Jacobinus Klosterbiere ist umfangreich: Ob als Helles mit süffiger Hopfenote, naturtrübes Zwickl, feinherbes Alkoholfreies oder Biermischgetränk mit Waldmeisteraroma – für jeden Bierliebhaber gibt es den passenden Geschmack. Die Eschweger Klosterbrauerei ist heimatverwurzelt und ein Förderer regionaler Events wie dem Johannisfest oder zahlreicher Kirmessen. Doch die durch die Pandemie entfallenen Feste zehren auch an der Stadtbrauerei, der Bierabsatz leidet in den vergangenen zwei Jahren ebenso unter Corona wie die selbst ernannten Klosterbrüder und -schwestern unter stillgelegter Feierlaune.

Trotzdem sehen die hiesigen Bierbrauer dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen: Sofern es die Corona-Situation erlaubt, findet nach aktuellem Stand vom 20. bis 22. Mai das Brauereifest statt und ab Frühjahr werden wieder Brauereibesichtigungen stattfinden.  

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