Ein prächtiger Taufstein aus dem Jahr 1569

Die Kirche im Dorf lassen: Die Saalkirche in Dudenrode aus dem Spätbarock

Die evangelische Pfarrkirche in Dudenrode ist ein spätbarocker Saalbau von 1788 auf einem Hügel mitten im Ort.
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Die evangelische Pfarrkirche in Dudenrode ist ein spätbarocker Saalbau von 1788 auf einem Hügel mitten im Ort.

Die evangelische Pfarrkirche im Bad Sooden-Allendorfer Startteil Dudenrode steht an prominenter Stelle mitten im Ort auf einem Hügel. Im Jahr 1788 wurde sie hier errichtet, eine spätbarocke Saalkirche aus Sandstein mit einem rechteckigen Grundriss.

Dudenrode – Außen ist das Gebäude verputzt, die Eckquader sind jedoch ausgespart. Der Schlussstein der südlichen Eingangstür zeigt noch die Jahreszahl von 1788, ebenso die erhaltene Wetterfahne. Diese wird heute in der Kirche in Dudenrode aufbewahrt.

Im Inneren ruhen die Seitenemporen auf runden Holzsäulen und sind in der Mitte durch die Orgelempore verbunden, die sich über der westlichen Eingangstür befindet. In den beiden östlichen Ecken des Saales blieben vergitterte Stände erhalten.

Der Taufstein

Das älteste Stück und Stolz der Gemeinde ist der erhaltene Taufstein, auf dem die Jahreszahl 1569 zu lesen ist. Das Historische Ortslexikon (agis-hessen.de) nennt für Dudenrode bereits im Jahr 1388 eine Pfarrei und 1527 die Existenz einer Kapelle.

Prächtig: Das Bild zeigt den historischen Taufstein aus dem Jahr 1596. Dahinter ist der Altar zu sehen.

Seit 1532 bildete Dudenrode zusammen mit Hilgershausen ein Kirchspiel. Damals erfolgte auch der Bekenntniswechsel mit Sebastian Thiele, der bis 1562 als erster evangelischer Pfarrer im Ort tätig war. 1585 kam Weißenbach zum Kirchspiel dazu, 1987 schließlich auch Orferode und Kammerbach. „Mit Sicherheit gab es eine Vorgängerkirche“, erklärt der Kirchenälteste Gerhard Schindewolf, der sich mit der Geschichte der Kirche sehr gut auskennt.

„Wie diese ausgesehen hat, wissen wir nicht, es gibt aber Hinweise beziehungsweise Ausführungen von einem Pfarrer Andreas Eichler von 1675, dass es eine sehr kleine Kirche war, mit Steinmauern bis unter das Dach. Sie stand vermutlich an gleicher Stelle wie die heutige Kirche auf einer zentralen Anhöhe mitten im Dorf. Auf dieser Anhöhe um die Kirche lag damals auch der Friedhof.“ Heute liegt er außerhalb.

Die Grabplatten

Bei Renovierungsmaßnahmen 1989 wurden allerdings reich verzierte Grabsteine und Grabplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Fußboden der Kirche gefunden. Sie sind heute im Treppenaufgang zur Empore zu sehen.

Grabsteine und Grabplatten wurden im Kirchen-Fußboden gefunden.

1880 erhielt die Kirche eine neue Orgel, die 1979/80 grundlegend erneuert wurde. Heute wird sie elektrisch betrieben. „Als ich Konfirmand war, musste man hier noch Luft treten“, erinnert sich Gerhard Schindewolf. Im Außenbereich wurde die Kirche zuletzt 1987 renoviert, im Innenbereich 1989. Eine weitere Sanierung steht aber unmittelbar bevor. „Die Decke über dem Altar muss dringend gemacht werden“, sagt Gerhard Schindewolf. Im Frühjahr soll es losgehen.

Das Gemeindeleben

Im 20. Jahrhundert haben sich zwei Pfarrer am Ort ganz besonders in die Erinnerung eingeprägt, in den 30er-Jahren war dies Gerhard Eisenberg, der zur „Bekennenden Kirche“ gehörte, und in den 60er-Jahren Rudolf Schlunk, der zur NS-Zeit sogar verhaftet worden war, weil er sich gegen das politische Regime gewandt hatte. Heute führt Pfarrerin Sara Wehowsky die Kirchengemeinde im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land. In dem 180-Einwohner-Dorf mit seinen sechs Vereinen gehört die Kirchengemeinde überall dazu. Alle Feste beginnen mit einer Andacht. (Kristin Weber)

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