„Lage ist besser als befürchtet“

Haushalt 2022: Stadt Eschwege plant mit einem Überschuss von 1,8 Millionen Euro

Kostenexplosion: Aufwendungen für Kinderbetreuung haben sich in zehn Jahren vervierfacht. archiv
+
Kostenexplosion: Aufwendungen für Kinderbetreuung haben sich in zehn Jahren vervierfacht. archiv

„Die Lage ist besser als befürchtet“: Der Eschweger Haushalt des 2022 wird wohl mit einem Überschuss von rund 1,8 Millionen Euro abschließen.

Eschwege – Der Haushalt des nächsten Jahres wird voraussichtlich mit einem Überschuss von rund 1,8 Millionen Euro abschließen. Das gab Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe am Mittwochabend während der Stadtverordnetenversammlung der Öffentlichkeit bekannt. Die Lage sei besser als noch zu Beginn der Pandemie befürchtet wurde. Allein der Ansatz für die Gewerbesteuer gebe Grund zur Hoffnung.

Sorge bereite die Entwicklung der Kinderbetreuungskosten.

Schulden

Im Haushalt 2022 stehen Einnahmen von 56 Millionen Euro Ausgaben von über 54,1 Millionen Euro entgegen. Der Schuldenstand liegt laut Stadtkämmerer Hubert Küch bei 31,8 Millionen Euro. Das bedeutet, dass jeder der 19 365 Einwohner eine Schuldenlast von 1645 Euro trägt. Die Tilgung liegt im nächsten Jahr bei rund 2,3 Millionen Euro. Zu den Schulden kommen noch veranschlagte Kredite in Höhe von 15,7 Millionen dazu, die aber nach Angaben der Kämmerei noch nicht abgerufen wurden. „Insgesamt ist die Schuldenlage der Stadt konstant“, beschreibt Küch die Situation.

Gewerbesteuer

Zum positiven Haushalt 2022 trägt unter anderem der hohe Ansatz der Gewerbesteuer bei. Die Stadt Eschwege rechnet mit Einnahmen von 7,4 Millionen Euro. Das sind fast zwei Millionen Euro mehr als 2021 veranschlagt und befindet sich auf dem Niveau vor der Pandemie. Allerdings: Aktuellen Zahlen zufolge wird die Schätzung der Gewerbesteuer für dieses Jahr weit übertroffen. Statt 5,6 Millionen Euro fließen wohl mehr als neun Millionen Euro an Einnahmen von den Eschweger Unternehmen an die Stadt.

Kinderbetreuung

So positiv die Entwicklung bei der Gewerbesteuer, so explosionsartig ist die Finanz-Entwicklung bei der Kinderbetreuung. Standarderhöhung und Personalkostensteigerung führen zu einem Anstieg von rund 400 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Statt 1,3 Millionen Euro 2011 finanziert die Stadt die Kitaplätze nächstes Jahr mit 5,4 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Haushaltsvolumen der Stadt hat sich im gleichen Zeitraum um 37 Prozent erhöht. „Diese Kostensteigerung bei den Kinderbetreuungskosten müssen wir durch Sparmaßnahmen in anderen Produktbereichen auffangen“, sagt Bürgermeister Heppe. Um Missverständnissen vorzubeugen, sagt Heppe aber auch: „Frühkindliche Bildung ist die Voraussetzung für Chancengleichheit und unsere allerwichtigste Investition in die Zukunft.“

Investitionen

Alle Investitionen der Stadt Eschwege werden durch Kredite finanziert. „Unsere Erträge reichen nur, um die Pflichtaufgaben von Bund und Land zu bezahlen“, so Heppe. Investiert werde „sparsam und solide“. Zwei Millionen Euro werden für den Kanalbau verbraucht (eine halbe Million ist unter anderem für den Anschluss des Nordufers an die Kanalisation vorgesehen), 850 000 Euro gehen für die energetische Sanierung städtischer Mietshäuser drauf. Außerdem wird in den Umbau der Innenstadt (Nikolaiplatz, Eschwege-Haus) investiert, die Torwiese saniert und die Bewegungslandschaft drumherum bekommt einen zweiten Pumptrack für kleinere Kinder. Feuerwehr, Digitalisierung oder die Barrierefreiheit des DGH in Eltmannshausen sind weitere Kostenstellen. Für 2022 hält die Stadt 172,25 Stellen bereit. Das sind 1,83 mehr als im Jahr zuvor.

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.