Mitwirken, mitentscheiden, mitgesalten

Die Macher von morgen: Sechs unter 30 wollen in Weißenborns Gemeindevertretung

Der Blick von der Graburg über Weißenborn in Richtung Wanfried/Eschwege.
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Der Blick von der Graburg über Weißenborn in Richtung Wanfried/Eschwege.

Mitwirken, mitentscheiden, mitgestalten: Das haben sich sechs junge Menschen vorgenommen, die in der Weißenborner Gemeindevertretung mitmischen wollen.

Weißenborn - Die 20- bis 27-Jährigen haben sich für die Kommunalwahl im März aufstellen lassen. „Meines Wissens gab es zuvor noch nie so viele junge Menschen auf einmal, die sich im Parlament engagieren wollen“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer (parteilos).

Teilweise wurden die sechs direkt von den Fraktionen angesprochen, viele wünschten sich von sich aus mehr politische Teilhabe.

Für die FWG etwa möchten sich Pauline Hesse, Sophia Schwandt und Marvin Mäurer engagieren, für die SPD lassen sich Ann-Christin Hahn und Engelina Wallbraun aufstellen und Juliane Eichenberg geht bei der CDU an den Start.

Jüngerer Blickwinkel fehle oftmals

Was alle gemeinsam haben: Sie sind jung, sie sind heimatverbunden und wollen in Weißenborn die jüngeren Generationen vertreten. Der Altersdurchschnitt in der Gemeindevertretung sei recht hoch, ein jüngerer Blickwinkel fehle oftmals, sind sie sich einig.

Juliane Eichenberg (22), Inspektor-Anwärterin, Stadt Hess. Lichtenau.

„Ich möchte den jungen Menschen in Weißenborn eine Stimme geben“, sagt etwa Sophia Schwandt. Besonders das Ehrenamt liegt der 21-Jährigen am Herzen. Bei Entscheidungen in der Gemeindevertretung gehe es häufig um die Zukunft. „Das ist unsere Zukunft, wir sollten mitbestimmen dürfen“, sagt sie.

Attraktiv bleiben, um Junge zu halten

„Wenn wir junge Menschen in unserer Gemeinde halten wollen, müssen wir sie für Kinder, Jugendliche und junge Familien attraktiv gestalten, damit sie auch hierbleiben wollen“, ergänzt Ann-Christin Hahn, die sich als junge Mutter explizit für die Familienfreundlichkeit in den beiden Ortschaften einsetzen will.

Ann-Christin Hahn (27), Lehramtstudentin für Reli, Politik, Wirtschaft.

So sehen das auch die anderen Weißenborner, die sich mit der Gemeinde tief verbunden fühlen und nach dem Studium oder der Ausbildung im Ort bleiben möchten. Denn was Weißenborn besonders macht, sagen sie, sei der starke Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Pauline Hesse (20), Studentin einer Finanzhochschule.

Die sechs Politikeinsteiger wollen nicht mehr nur reden, sondern selbst handeln. „Die eigene Stimme sollte gehört werden“, sagt Juliane Eichenberg. Eingefahrenen Denkweisen wollen sie neue Perspektiven aufzeigen und frischen Wind in die Gemeindevertretung bringen.

Bürgermeister Thomas Mäurer begeistert vom Engagement

„Wenn es keinen politischen Nachwuchs gibt, übernimmt irgendwann jemand anders die Führung. So können wir uns für unser Dorf selbst einsetzen“, sagt auch Marvin Mäurer. Die Zusammenarbeit laufe generationenübergreifend bereits gut, doch es gebe noch Luft nach oben.

Engelina Wallbraun (26), Ausbildung Zahmedizinische Fachangestellte.

Auch Bürgermeister Thomas Mäurer ist begeistert bei so viel Interesse an der Kommunalpolitik, sagt er. Denn in den vergangenen Jahren zeigte sich bei jungen Menschen eher Politikverdrossenheit, trotzdem habe man versucht, die Jugend mit einzubinden – was nun auch Wirkung zeigt, findet er.

Marvin Mäurer (25), Ausbildung zum Fachinformatiker.

Die Bewerber bieten dem Parlament die Chance, frische Ideen einzubringen, verbunden mit der politischen Erfahrung derer, die schon seit Jahren das Amt ausüben. Auch die sechs Anwärter auf die Gemeindevertretung sind sicher, viel von den erfahreneren Kollegen lernen zu können – und umgekehrt, betonen sie. „Wir können voneinander lernen.“

Sophia Schwandt (21), Freiwilligendienst, angehende Erzieherin.

(jes)

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