Conny Holzapfel wird am Sonntag verabschiedet

Die Mutter Teresa des Heubergs geht in den Ruhestand

Nach 39 Jahren im Kindergarten Spatzennest geht Conny Holzapfel zum Jahresende in den Ruhestand. Der Name wurde auf ihre Initiative hin geändert, auch um das Bild an der Fassade hat sie sich gekümmert.
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Nach 39 Jahren im Kindergarten Spatzennest geht Conny Holzapfel zum Jahresende in den Ruhestand. Der Name wurde auf ihre Initiative hin geändert, auch um das Bild an der Fassade hat sie sich gekümmert.

Gestern hatte Conny Holzapfel ihren letzten Tag als Leiterin des Kindergartens Spatzennest auf dem Heuberg. Am Sonntag wird sie in einem Gottesdienst offiziell verabschiedet.

Eschwege – Erzieherin ist ihr Traumberuf, seitdem sie sechs Jahre alt ist. Jetzt, beinahe 60 Jahre später, hat sich an Conny Holzapfels Meinung nichts geändert. Dafür konnten auch 39 Jahre in Leitungsposition nicht sorgen.

Ihr Glaube habe sie in ihrer mehr als 40 Jahre dauernden Tätigkeit immer getragen. Liebe und Zuwendung waren ihre täglichen Leitsätze. Die hat sie nicht nur an die Kinder weitergegeben, sondern auch an ihre Mitarbeiter. Wie viele Kinder sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet hat, hat sie nicht gezählt. Ihre Mitarbeiter hat sie zusammengehalten, weil sie sich in der Kita auf dem Heuberg wohlgefühlt hätten.

Cornelia Holzapfel, wie die Niddawitzhäuserin mit komplettem Namen heißt, hat zunächst Kinderpflegerin in der Kita Kreuzkirche gelernt. Anschließend hat sie weiter in kirchlichen Einrichtungen gearbeitet. Erst am Schwanenteich, dann in der Mauerstraße. 1982 wurde ihr die Leitung der evangelischen Kindertagesstätte der Auferstehungskirche angeboten, die sie nie wieder abgegeben hat. Abgelegt wurde hingegen der Kita-Name. „Der war zu sperrig“, sagt sie in ihrer direkten Art. Er habe nie ausgedrückt, was in dem Kindergarten wirklich passiere. Mit den biblischen Vögeln und dem Bild des wärmenden, behüteten Nestes habe man 2008 eine gute Entscheidung getroffen.

Wer Conny Holzapfel kennenlernt, wird gleich mit ihrer direkten Art konfrontiert. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Man wisse aber immer genau, wo man bei ihr dran sei, sagen Mitarbeiter. Dabei vergisst Conny Holzapfel nie die Herzlichkeit. Wen sie mag, das ist ihr „Schatz“. Ob es jemanden gibt, den sie nicht mag, ist nicht bekannt. Mit allen Kollegen sei sie gut ausgekommen. Drei Pfarrer und drei Leiter des Kirchenkreisamts hat sie erlebt. Immer sei die Zusammenarbeit harmonisch gewesen, auch mit Institutionen wie dem Jugendamt.

Mit dem hat sie eng zusammengearbeitet. Wenn es nötig war, ist sie auch in die Familien, bei denen es Sorgen gab, hineingegangen. Ihre Herzlichkeit habe ihre viele Türen geöffnet – nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch manche Wohnungstür. Nicht umsonst wird sie hinter vorgehaltener Hand auch die „Mutter Teresa vom Heuberg“ genannt, wie Pfarrer Joachim Meister verrät.

In ihrem Berufsleben habe sich viel verändert. Alle pädagogischen Verbesserungen ist sie mitgegangen, die Digitalisierung kann ihrer Meinung nach noch ein bisschen warten. Eines ist über die Jahre gleich geblieben: „Kinder bleiben Kinder“, sagt sie. Und das sei auch gut so.

Termin: Der Verabschiedungsgottesdienst findet am Sonntag um 10 Uhr in der Auferstehungskirche unter 2G-Bedingungen plus FFP2-Maske (liegen auch aus) statt. Vorgestellt wird morgen auch Conny Holzapfels Nachfolgerin Kathrin Rabe. (Tobias Stück)

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