E-Zigaretten

E-Zigaretten: Wie groß sind die Risiken tatsächlich?

Vapen: Beliebte Alternative zur Zigarette.
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Vapen: Beliebte Alternative zur Zigarette.

Hersteller preisen die E-Zigarette als gesündere Alternative zum Rauchen an. Und auch viele Mediziner teilen diese Ansicht.

Gleichzeitig gibt es aber auch Kritik. Suchtforscher bemängeln, das Dampfen vermittle ein trügerisches Gefühl der Sicherheit, die Langzeitfolgen sind bislang nicht bekannt. Und in den Medien kursieren immer wieder Sensationsmeldungen von explodierenden Vaporizern oder rätselhaften Lungenerkrankungen. Diese widersprüchlichen Informationen sorgen für Verwirrung. Grund genug, sich mit der Materie zu befassen.

Langzeitfolgen des Vapens

Die Nutzer der E-Zigarette inhalieren oft hunderte Male am Tag den Dampf aus ihrem Gerät – und das über Jahre hinweg. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen. Die enthaltenen Chemikalien kommen mit den Schleimhäuten in Mund und Atemwegen in Kontakt und verursachen dabei verschiedene Veränderungen. Beispielsweise weist die Mundflora von Vapern große Unterschiede zu der von Nicht-Vapern auf. Der Stoff Propylenglykol kann Reizungen der Atemwege hervorrufen. Außerdem zeigte eine Langzeitstudie aus den USA kürzlich, dass die Nutzer der E-Zigarette ein höhere Risiko für Bronchitis und Asthma aufweisen. Insofern ist klar: Am besten wäre es eigentlich, weder zu rauchen, noch zu dampfen. Allerdings ist das für viele Menschen keine Option, entweder weil sie nicht vom Nikotin loskommen oder weil sie es gar nicht wollen.

Sicherheit von Vaporizern

Aber wie steht es eigentlich um die Sicherheit der Geräte? Immer wieder einmal explodieren E-Zigaretten in der Hosentasche oder sogar während der Nutzer daran zieht. Solche Fälle sind zwar selten, können aber zu schweren Verletzungen führen. Ursache ist in der Regel eine Überhitzung des Akkus, denn billige Geräte verfügen oft nicht über ausreichende Sicherheitsmechanismen. Auch mangelnde Pflege sind möglicherweise ein Risikofaktor. Dampfer sollten daher regelmäßig ihren Vaporizer reinigen und Rückstände von Liquid oder Pflanzenmaterial entfernen. Aufgrund der einfachen Bauweise genügen hierzu ein Pfeifenreiniger und etwas Isopropylalkohol. Abzuraten ist von sogenannten Mods, also E-Zigaretten an denen der Nutzer selbst herumbastelt. Denn dabei kommt es leicht zu Fehlern, die später zu einer übermäßigen Hitzeentwicklung führen können.

E-Zigaretten vermutlich weniger gefährlich als Rauchen

Obwohl die E-Zigarette nicht risikofrei ist, ist sie allem Anschein nach deutlich weniger gefährlich als das Rauchen. Der Rauch einer Zigarette enthält mehr als 4000 unterschiedliche Chemikalien, darunter Teer, Kohlenmonoxid und sogar radioaktive Bleiverbindungen. Im Gegensatz dazu enthält der Dampf aus einem Vaporizer deutlich weniger Inhaltsstoffe, die zudem keine vergleichbare Toxizität aufweisen. Auch die Gefahr durch explodierende E-Zigaretten muss in der richtigen Relation gesehen werden. So gehören Brände durch Zigaretten nach wie vor zu den häufigsten Brandursachen in Deutschland. Besonders das Rauchen im Bett führt immer wieder zu schweren Verletzungen. Letztendlich gibt es aber keine belastbaren Statistiken darüber, ob das Risiko von Brandverletzungen durch Zigaretten oder durch E-Zigaretten höher ist.

Vapen oder nicht Vapen?

Der Schaden durch Zigaretten lässt sich heutzutage gut abschätzen. Wer mehr als zehn Zigaretten am Tag raucht, verkürzt dadurch seine Lebenserwartung um rund neun Jahre. Eine ähnliche Rechnung lässt sich für E-Zigaretten noch nicht aufstellen, denn das Phänomen ist noch vergleichsweise jung. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass die Risiken deutlich geringer ausfallen. Dennoch ist es natürlich besser, gar nicht erst mit dem Vapen anzufangen. Eine Ausnahme sind Raucher, denen es auf diese Weise leichter fällt, sich von ihrem Laster zu entwöhnen. (red)

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