„Die schönste Ecke des Ortes“

Heinz Rohmund baute die Kirche von Eltmannshausen mit Liebe zum Detail nach

Der Modellbauer vor dem Original: Heinz Rohmund fertigte unzählige
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Der Modellbauer vor dem Original: Heinz Rohmund fertigte unzählige

Der Eltmannshäuser Heinz Rohmund baut mit viel Liebe zum Detail die Ortskirche nach. Sie ist Teil eines ganz persönlichen Projektes.

Eltmannshausen - Sandstein, der verzierte Türbogen und das erst vor wenigen Jahren neu gestaltete Ehrenmal sind nur einige der Merkmale, die die Kirche auszeichnen. Dass er schon in der Schule gern gebastelt und Spaß am Werken gehabt hat, erklärt der 68-Jährige, der mit 15 Jahren sein erstes Modell baute.

Schon bei diesem selbst erdachten „Werra-Stadion“ achtete Rohmund besonders auf Details, beklebte die Banden mit Werbung bekannter Firmen und fügte später den Fernsehturm Dortmunds bei, für den es im Gegensatz zu dem Stadion ein Set als Vorlage gab. Über die Jahre entstanden elf Modelle, davon sieben von Kirchen.

„Das wollte ich als Abschluss: Eltmannshausen“, sagt Rohmund nun über sein elftes und letztes Projekt, das ebenso wie das erste Stadion damals nicht nach einem Vordruck entstand.

Zahlreiche Fotos mit dem Smartphone als Vorlage

Originalgetreu ist das Modell der Kirche dennoch: Der gebürtige Eltmannshäuser machte mit dem Smartphone zahlreiche Fotos, nahm die genauen Maße der Kirche, wobei lediglich die Höhe geschätzt werden musste, und griff zusätzlich auf Satellitenbilder zurück.

Um die im Original ohne Sockelvorsprung 19,6 Meter lange und 8,6 Meter breite Kirche im Maßstab von 1:75 nachzubauen, musste der 68-Jährige erfinderisch werden: Als keine Pappe in der Farbe des Dachs zu finden war, griff er auf alte Hefter im passenden Ton zurück.

Das bunte Altarfenster entstand, indem Rohmund eine Abbildung dieses Fensters, die dem Jubiläumsheft zum 500. Bestehen der 1519 erbauten Kirche beigelegt war, abfotografierte, spiegelte und farblich nachbearbeitete.

Fast alle Materialien kaufte Rohmund lokal

Neben den Gräbern, die sich in dem auf der Grundplatte abgebildeten Bereich befinden, hat Rohmund den Brunnen hinter der Kirche und das Ehrenmal nachgebaut, das im Modell auf die weiteren Informationen verweist, die Rohmund unter der Grundplatte zusammengetragen hat.

Im Vergleich zu den Grundplatten anderer Modelle ist diese zudem nicht eben, weil auch das Gelände auf dem Kirchberg ein besonderes Merkmal der Kirche ist.

Das Modell: Den Brunnen hinter der Kirche und das Ehrenmal hat Rohmund ebenfalls nachgebaut.

Nachdem Rohmund fast alle Materialien für sein letztes Modell trotz der Pandemie lokal kaufen konnte, musste er lediglich die Tannen online bestellen, da die passende Sorte schwer zu finden war.

Sandsteinbögen aus Zahnstochern

Als schwierigsten Teil seiner Arbeit an der im Januar und Februar dieses Jahres entstandenen Modellkirche beschreibt er die Form der Sandsteinbögen der Tür, die er aus Zahnstochern fertigte. Genau wie seine vorherigen Modelle ist auch das der Kirche mehrfach verstärkt und dank sieben bis acht Tuben Klebstoff sehr stabil.

Der gelernte Fliesenleger hatte bereits in seiner beruflichen Tätigkeit Interesse an besonderen Aufgaben und dankt den Menschen, bei denen er arbeiten und die er so kennenlernen durfte.

Der Kirchberg seiner Heimat mit Ausblick auf Niederhone, den Hohen Meißner und seinen früheren Arbeitsort Reichensachsen ist für ihn ebenfalls mit Erinnerungen verbunden: Das einst von der Schule ausgerichtete Kinderfest fand auf dem dortigen Vorplatz statt, über den er sagt: „Das ist die schönste Ecke von Eltmannshausen.“ (Eden Sophie Rimbach)

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