Zu kurzer Schaft

Feuerwehren im Kreis brauchen neue Stiefel

Die Umkleiden des Feuerwehrstützpunktes Homberg Kernstadt.
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Die Kleidung der Feuerwehrleute wird ständig weiter entwickelt. Aktuell wird die Schafthöhe der Stiefel diskutiert.

Vier Zentimeter führen zu weitreichenden Diskussionen – nicht nur im Werra-Meißner-Kreis, sondern in ganz Hessen.

Werra-Meißner – Es geht um die Stiefel der Feuerwehrmitglieder, denn diese sind laut einer Verordnung des Landes Hessen um vier Zentimeter zu kurz im Schaft.

In den vergangenen Wochen wurden die Feuerwehren im Kreis vom Technischen Prüfdienst Hessen unter die Lupe genommen. Dabei fiel auf, dass viele Feuerwehren mit Stiefeln der Form C ausgerüstet sind. Das Land Hessen schreibt seit 2012 aber die Form D vor.

Die Stiefel, die im Kreis am häufigsten genutzt werden, sind daher nur 24 statt der vorgeschriebenen 28 Zentimeter hoch, wie Thomas Eisenträger, stellvertretender Kreisbrandinspektor, berichtet. „Die Stiefel erfüllen sonst aber alle Sicherheitsanforderungen.“

Bei der Prüfung seien die Stiefel als roter Mangel beanstandet worden. Das bedeutet, dass sie unverzüglich ausgetauscht werden müssen, erklärt Eisenträger. So wurde das Schuhwerk auch in Großalmerode bemängelt. „Bei den bisherigen Prüfungen, die ja alle fünf Jahre stattfinden, sind die niemanden aufgefallen“, sagt Dirk Junker, Stadtbrandinspektor der Tonstadt. Theoretisch müssten nun alle Stiefel neu beschafft werden.

Nach einer Gefahrenbeurteilung wäre als Kompromiss aber möglich, zunächst nur die Stiefel der Atemschutzgeräteträger auszutauschen und die anderen dann nach Bedarf. Aber auch das wären in Großalmerode noch 38 Paare. Eine Menge Geld findet Junker.

Da dieses Problem hessenweit besteht, wird aktuell versucht, eine politische Lösung zu finden. Bei einer Sitzung aller Bürgermeister des Kreises wurde dieses Thema besprochen. Da sich das hessische Ministerium des Inneren und für Sport, die drei Regierungspräsidien, der Technische Prüfdienst und die Unfallkasse Hessen aber im Oktober noch mit dem Thema beschäftigen wollen, entschieden sich die Bürgermeister, vorerst noch keine Stiefel zu kaufen, wie Friedel Lenze, Bürgermeister von der Gemeinde Berkatal, stellvertretend für seine Kollegen berichtet.

Ein Paar Stiefel kostet circa 135 Euro

Unter einigen Feuerwehren des Kreises besteht eine Einkaufskooperative, um mit einer größeren Bestellmenge günstige Preise zu erzielen. Laut einem Angebot kostet dann ein Paar Stiefel circa 135 Euro, berichtet Carsten Degenhardt, Stadtbrandinspektor von Waldkappel. Um die Atemschutzgeräteträger des Kreises auszurüsten, wären 700 bis 800 Stiefel notwendig. Für alle Feuerwehrleute im Kreis werden grob geschätzt zwischen 1800 und 2500 Stiefel benötigt.

(Evelyn Ludolph)

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