Gespannt auf Reaktion der Kunden

Die Stimmung im Landkreis steigt: Corona-Lockerungen in Schule, Gastronomie und Einzelhandel

Es gibt weitere Corona-Lockerungen: Im Werra-Meißner-Kreis gelten neue Regeln, speziell für den Schulbetrieb, den Einzelhandel und die Gastronomie.
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Es gibt weitere Corona-Lockerungen: Im Werra-Meißner-Kreis gelten neue Regeln, speziell für den Schulbetrieb, den Einzelhandel und die Gastronomie.

Auf dem Eschweger Marktplatz war es schon von Weitem zu erkennen: Nach fast genau sieben Monaten können die Menschen – ohne Corona-Schnelltest – im Freien einen Kaffee trinken.

Werra-Meißner - Die Lockerungsstufe 2, die nach weiter gesunkener Inzidenz am Mittwoch im Werra-Meißner-Kreis in Kraft trat, ließ – natürlich neben dem sonnigen Wetter – viele Menschen stärker strahlen als seit Monaten. Davon profitierten auch die vielen Schüler im Kreis, die seit gestern erstmals wieder im kompletten Klassenverband zusammenkommen konnten. „Die freuen sich darüber“, fasste Jean-Luc Meister die Stimmung seiner Mitschüler zusammen. Weil man nun mit allen Freunden wieder zusammen sein kann, erklärte der stellvertretende Kreisschulsprecher, der derzeit noch an der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege ist. Denn seit Dezember war ja teilweise Home-Schooling angeordnet, ansonsten waren die Schüler auch in Gruppen eingeteilt zwecks getrennter Beschulung. Und dabei hätten die Lehrer nicht immer auf Freundschaften geachtet. Nun gebe es viel zu erzählen und Erfahrungen auszutauschen – „aber natürlich mit Abstand“, berichtete Jean-Luc Meister.

Nicht nur für die Gäste, auch für die Wirte bedeutet die Stufe 2 eine größere Erleichterung, wie Christian Pelikan, der Kreisvorsitzende der Dehoga Werra-Meißner gestern sagte. Wegen der bislang erforderlichen Schnelltests für die Außenbestuhlung seien viele Menschen noch sehr zurückhaltend gewesen. Nun lasse sich ein Kaffee oder ein Bier draußen unbeschwerter bestellen.
Von dieser Zurückhaltung sprach auch Bernd Bloß, Vorsitzender des Gewerbevereins Großalmerode. „Die Kunden waren beim ‘Click & Meet’-Einkaufen insgesamt sehr verhalten. Termine im Vorfeld auszumachen und sich dann für den Besuch im Laden testen zu lassen, war vielen zu aufwendig. Die Angst vor einer Infektion kam noch dazu.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Einzelhandel hofft er nun auf Besserung.

Es gibt weitere Corona-Lockerungen: Im Werra-Meißner-Kreis gelten neue Regeln, speziell für den Schulbetrieb, den Einzelhandel und die Gastronomie.

Einzelhandel

Bisher waren für einen Besuch im Einzelhandel ein Termin und ein negativer Corona-Schnelltest notwendig. „Beim Terminshopping gab es ein paar Schwierigkeiten, aber immerhin konnten wir etwas machen“, sagt Bernd Bloß, Vorsitzender des Gewerbevereins Großalmerode. Ihn selbst haben diese Einschränkungen nur teilweise getroffen. „Bei uns als Autohaus brauchten unsere Kunden keinen Negativtest. Einige Mitglieder unseres Gewerbevereins mussten sich allerdings stark umstellen und neue Ideen suchen, um den Verkauf weiterhin möglich zu machen.“ Die Alternativen umfassten auch Außer-Haus-Verkauf und ein Online-Angebot. Dennoch war auch das Terminshopping kein gleichwertiger Ersatz für die Einzelhändler. „Wir freuen uns deswegen über die Lockerungen und sind gespannt, wie die Kunden reagieren“, so Bloß.

Gastronomie

Unterschiedliche Erfahrungen haben die Gastronomen im Kreis bereits nach der ersten Lockerung vor zwei Wochen gemacht. Während in den Städten der Abholservice schnell eingeschlafen sei, werde er auf dem Land weiter in Anspruch genommen, berichtet Christian Pelikan vom Hotel- und Gaststättenverband. Insgesamt stelle man bei den Kollegen Aufbruchstimmung fest. Mancher Gastronomiebetrieb öffne auch erst jetzt mit Erreichen der zweiten Lockerungsstufe, wenn die Kunden nur noch einen Schnelltest oder ihren Impfpass vorlegen müssen, wenn sie in einem Gastraum im Haus sitzen wollen. Das erleichtere auch dem Personal die Arbeit, sagte Pelikan. Gerade für auswärtige Gäste bringe die zweite Stufe mehr Klarheit, da in den thüringischen und niedersächsischen Nachbarkreisen andere Regelungen gegolten und sie das hessische System nicht verstanden hätten.

Schulen

Das Zusammensein im Klassenverbund wird von den Schülern durchaus als positiv empfunden, fasste stellvertretender Kreisschülersprecher Jean-Luc Meister die Meinung von Mitschülern zusammen. Bei dem einen oder anderen gebe es aber Bedenken, weil im Sportunterricht das sonst vorgeschriebene Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht Pflicht ist. Da könne es beispielsweise beim Basketballspiel zum Übertragen des Coronavirus kommen. Die meisten Sportlehrer wählten deshalb aber Sportarten mit Abstand, also beispielsweise Badminton. Insgesamt fühlten sich die Schüler auch jetzt in der Schule „sehr sicher“, zumal in den Klassenräumen weiterhin immer gut gelüftet werde. (Stefan Forbert, Anna Weyh)

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