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Die Wirkung der wilden Kräuter - Biologin erklärt den Nutzen von Unkraut

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Von: Evelyn Paul

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Beim Thema Kräuter ist sie in ihrem Element: Diplombiologin Felicia Molenkamp weiß, wie nützlich die häufig unbeliebten Unkräuter sind.
Beim Thema Kräuter ist sie in ihrem Element: Diplombiologin Felicia Molenkamp weiß, wie nützlich die häufig unbeliebten Unkräuter sind. © Evelyn Ludolph

Obwohl jeder weiß, was ein Unkraut ist, versteht doch auch jeder andere Pflanzen darunter. Diplombiologin Felicia Molenkamp gibt einen Einblick in die Welt des Unkrauts.

Werra-Meißner – Obwohl jeder weiß, was ein Unkraut ist, versteht doch auch jeder andere Pflanzen darunter. Im Duden werden sie als die Gesamtheit von Pflanzen definiert, die zwischen angebauten Pflanzen wild wachsen und deren Entwicklung behindern.

Nützlich sind diese Pflanzen trotzdem, wie Diplombiologin Felicia Molenkamp weiß. Sie hat sich nach dem Studium auf die Pflanzenheilkunde spezialisiert, hat dazu Bücher geschrieben und bietet Kräuterwanderungen an. Dabei gibt sie ihr gesammeltes Wissen weiter, wie man auch von unliebsamen Kräutern profitieren kann.

„Die meisten Wildkräuter sind essbar“, sagt Felicia Molenkamp. Manche seien bitter, einige wenige auch giftig. Aber auch die können nützlich sein. Wie zum Beispiel das Schöllkraut, das bei der Bekämpfung von Warzen helfen kann.

Häufig fehlt das Wissen um die Wirksamkeit der Kräuter.

Häufig fehlt das Wissen um die Wirksamkeit der Kräuter. Aber Molenkamp geht davon aus, dass sowohl Menschen als auch Tiere von Anfang an eine Art Basiswissen über Wildkräuter haben. „Verletzte Tiere legen sich in die Heilkräuter, die Linderung verschaffen“, sagt Molenkamp. Auch gibt es Studien darüber, wann Tiere welches Kraut fressen oder meiden. „Schafe fressen wohl gezielt Schafgarbe, wenn sie sich den Magen verdorben haben“, weiß Molenkamp. Aber auch die Kräuterexpertin selbst ist immer wieder überrascht, wie gut die Kräuter wirken können. „Das theoretische Wissen ist das eine, die Anwendung etwas anderes. Ich probiere viel aus.“ So setzt sie sich aus den Blüten und Blättern des Johanniskrauts ein Rotöl an, das bei Brandwunden besser als jedes Pharmaprodukt helfen soll. Tee aus Wermut kann alle Magenprobleme kurieren bis hin zum Geschwür.

„Pflanzen können jeden Krankheit heilen“

Sie ist davon überzeugt, dass Pflanzen jede Krankheit heilen können. Außer bei Zivilisationskrankheiten, die durch unsere moderne Lebensweise entstanden sind: „Da können weder die Kräuter noch Pharmaprodukte heilen, sondern nur lindern“, erklärt Molenkamp, da sich inzwischen alle zu wenig bewegen würden. So nimmt sie auch selbst wegen einer Gefäßerkrankung sowohl schulmedizinische Medikamente ein als auch gesammelte Wildkräuter. „Das ist tatsächlich ein Unkraut“, rutscht es Felicia Molenkamp schließlich heraus, als sie auf den Krausen Ampfer zeigt. Kühe auf der Weide würden ihn stehen lassen, weil er nicht schmeckt. Aber natürlich fällt ihr auch hier noch eine sinnvolle Verwendung ein: Da er kühlt, wurden früher Lebensmittel in ihm eingepackt. (Evely Ludolph)

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