1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen

Die Wünsche der Senioren: So soll sich Witzenhausen verändern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Werner Keller

Kommentare

Gemeinsam im Einsatz für die Innenstadt: Die Teilnehmer des Workshops am Freitag vor dem Rathaus in Witzenhausen.
Gemeinsam im Einsatz für die Innenstadt: Die Teilnehmer des Workshops am Freitag vor dem Rathaus in Witzenhausen. © Werner Keller

Witzenhausen – Leere Schaufenster, geschlossene Lokale, eine Fußgängerzone, an der der Zahn der Zeit genagt hat: Die Probleme der Witzenhäuser Innenstadt sind nicht zu übersehen. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte Stadtplaner Kai Simon bei einem Workshop für Senioren, zu dem Stadt und Seniorenrat eingeladen hatten.

Das Ziel der Veranstaltung: Die Teilhabe älterer Mitbürger am Prozess der Planung und Realisierung bei der Neugestaltung der Innenstadt. Norbert Zoth, Vorsitzender des Seniorenrats: „Die Stadt soll wieder lebenswert werden.“

Liebenswert ist sie allemal, wie bei er Vorstellungsrunde im Rathaus deutlich wurde. Das Herz aller Teilnehmer schlägt – ungeachtet aller Probleme – für ihre Stadt.

Besonders bedrückend ist wohl für viele Bürger, dass wichtige Baudenkmäler wie das Steinerne Haus am Markt oder das Gasthaus „Zur Krone“ ein Bild des Jammers bieten. Mit Fotos hat die Stadtverwaltung Läden dokumentiert, deren Fenster mit alten Zeitungen verklebt sind: Stadtwerbung sieht anders aus.

Beim Rundgang durch die Altstadt konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, wie marode der Belag der Fußgängerbereiche ist. Ingrid Breiding, Vorsitzende von Ein Herz für Witzenhausen, rief die Stadt dazu auf, einen Belag zu wählen, der auch Gehbehinderten das gefahrlose Passieren ermöglicht.

Stadtplaner Simon machte deutlich, dass die Verwaltung sowohl kurzfristige Projekte wie auch nachhaltige Vorhaben im Blick hat. Bereits am kommenden Freitag, 25. März, soll an der Schlagd eine Wand zur freien Gestaltung mit Graffiti freigegeben werden. Damit soll versucht werden, den Wildwuchs an allen Stellen der Stadt etwas entgegenzusetzen.

Doch zeitnah soll auch die Aufwertung des Werratales westlich der Brücke betrieben werden: Neugestaltung mit Terrassen, Sitzmöbeln, Spielgeräten und einem Strandlokal sind dazu einige Ideen. Das Land Hessen hat dazu bereits eine halbe Million Euro genehmigt bei Gesamtkosten von insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Zur Bekämpfung der Leerstände, die sich laut Simon noch in Grenzen halten, sollen Ladenlokale auf Zeit vermietet werden. Möglich werde das in Zeiträumen von einem Monat bis zu einem halben Jahr. Motto der Kampagne: Machen Sie ihr Geschäft! „Es geht einiges ab“, sagt Stadtplaner Simon. An der Neugestaltung müssten alle Bürger ein Interesse haben – „wir sitzen alle in einem Boot.“

Seniorenrats-Chef Zoth war vom Interesse der Teilnehmer beeindruckt. Das Engagement für die eigene Stadt sei bemerkenswert. Eine weitere Veranstaltung wäre wünschenswert – dann mit noch mehr Ideen der Bürger. Das Motto, das bald in der Werbung groß herausgestellt werden soll heißt: „Zukunft Innenstadt.“

Von Werner Keller

Auch interessant

Kommentare