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Henri Grave hat einen alten DDR-Motorroller restauriert

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Von: Per Schröter

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Ausstellungsstück: Die restaurierte „Schwalbe“ von Henri Grave ist derzeit in Schinkels Brauhaus, Am Sande, ausgestellt.
Ausstellungsstück: Die restaurierte „Schwalbe“ von Henri Grave ist derzeit in Schinkels Brauhaus, Am Sande, ausgestellt. © Per Schröter

Seit Dezember schraubte der Student an der Schwalbe. Jetzt steht sie in der Schinkels Brauerei.

Witzenhausen – Wenn Henri Grave seine gelbe Simson Schwalbe anschaut oder von ihr redet, dann leuchten seine Augen. Und das ist auch kein Wunder, hat der 28-Jährige sein DDR-Kult-Moped doch gerade erst umfangreich restauriert und damit zu einem echten Hingucker gemacht.

„Als ich 16 Jahre alt war, habe ich die Schwalbe in zerlegtem Zustand von einem Freund meines Vaters geschenkt bekommen und mich wahnsinnig darüber gefreut“, erzählt Henri Grave. Nachdem er das Moped damals zusammengebaut und zum Laufen gebracht hatte, fuhr er damit in seiner Heimatstadt Essen umher, bis er mit 18 auf ein größeres Motorrad umstieg. Die damals noch olivgrüne Schwalbe landete in der Garage.

„Vor sechs Jahren kam ich dann zum Studieren nach Witzenhausen und ließ die Schwalbe erstmal bei meinen Eltern in Essen“, sagt Grave. Im vergangenen Jahr jedoch bekam der Motorradfan Lust, das Moped zu restaurieren. Bei einem Heimatbesuch zerlegte er die Simson wieder in mehrere hundert Einzelteile, nahm sie mit nach Witzenhausen und machte sich im Dezember ans Werk.

„Zunächst einmal habe ich über das Internet Teile besorgt, die ich brauchte“, erzählt Henri Grave. Neben der Zündung, einem Tank und mehreren Seilzügen, kaufte er auch zwei Felgen inklusive Bereifung – natürlich alles original. „Dafür habe ich insgesamt rund 900 Euro ausgegeben“, sagt er. Anschließend arbeitete er diverse Teile auf und verhalf ihnen so zu neuem Glanz. Bei der Witzenhäuser Firma JG Jung Fahrzeuglackierung konnte er dann schließlich die Karosserieteile selbst mit einem Sandstrahler vom alten Lack befreien und in ein deutlich freundlicheres Narzissen-Gelb umspritzen.

„Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, freut sich Henri Grave über das Ergebnis, das sich wahrlich sehen lassen kann. Anstatt die Schwalbe jetzt wieder im Keller oder in der Garage verschwinden zu lassen, kam der 28-Jährige auf die Idee, sie erstmal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – und zwar in der Schinkels Brauerei am Sandweg. „Ich habe hier vor Kurzem eine Führung mitgemacht und dachte, die Schwalbe würde hier von den Farben her perfekt reinpassen“, sagt Grave. Brauerei-Juniorchef Fabio Schinkel freut es. „Das Moped ist so schon sehr cool und weil es auch noch die Farben unsere Schilder trifft, gibt es für das Gesamtbild richtig was her“, schwärmt er. Spätestens im Frühjahr soll die Schwalbe dann aber wieder angemeldet werden. „Und ich freue mich jetzt schon darauf, in Witzenhausen und Umgebung damit unterwegs zu sein“, sagt Henri Grave. (Per Schröter)

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