Kraftstoff wird immer teurer

Dieselpreise sind eine Belastung für Unternehmen im Werra-Meißner-Kreis

Zapfsäule an einer Tankstelle - Super
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Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen steigen immer weiter.

Die Kraftstoffpreise steigen immer weiter. Auch im Werra-Meißner-Kreis haben sie ein Rekordhoch erreicht.

Werra-Meißner – Die steigenden Kraftstoffpreise machen nicht nur der Spedition von Matthias Kanngießer zu schaffen. Er betreibt die Spedition Kanngießer in Großalmerode. Täglich fahren seine Laster Seecontainer nach Bremerhaven und Hamburg. Dafür benötigen sie Dieselkraftstoff. Der aber ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich teurer geworden.

„Ohne Diesel fahren unsere Fahrzeuge nicht“, sagt er. Die Option, das Auto einfach mal stehen zu lassen, habe die Spedition nicht. Dem Unternehmen bleibe keine andere Wahl, als die Mehrkosten auf die Kunden umzulegen. Weil das aber meist nicht so schnell umzusetzen sei, wie die Preise steigen, würde man in so einer Situation immer einen Draufleger machen, sagt er. Die meisten Kunden aber hätten Verständnis, weil der Grund für die Preiserhöhung offensichtlich sei: „Unsere Kunden müssen ja selber tanken und sind auch von den steigenden Benzinpreisen betroffen.“

Ähnlich geht es auch Pflegediensten, deren Mitarbeiter täglich mit dem Auto unterwegs sind, um zu ihren Patienten zu kommen. Durch die gestiegenen Kraftstoffpreise steigen auch die Betriebskosten. Heike Schmidt vom Ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst Pflege mit Herz aus Eschwege versucht, die Situation locker zu sehen: „Es ist, wie es ist“, sagt sie. „Wir können die Menschen nicht im Stich lassen, nur weil die Spritpreise hoch sind und wir können auch kein Wasser in den Tank schütten.“ Darauf, die Mehrkosten auf ihre Kunden umzulegen, will sie vorerst verzichten.

Auch Busunternehmen sind betroffen. Bernd Frölich von Frölich-Reisen hatte in diesem Jahr schon 400 000 Euro Mehrkosten für Dieselkraftstoff als 2020. Er ist sich aber sicher, dass der Omnibusverkehr langfristig von der Situation profitieren werde, da die Kosten, auch wenn sie auf die Fahrkarten umgelegt werden, gegenüber dem Individualverkehr weniger stark ansteigen werden. Das käme letztendlich auch der Umwelt zu Gute, so Frölich.

Natascha Brundig, die ebenfalls ein Busunternehmen im Kreis betreibt, hat Dieselpreise in dieser Höhe noch nicht erlebt: „Zwar versuchen unsere Auftraggeber, die entstehenden Belastungen abzufedern, wir müssen aber erst in Vorleistung treten“, sagt sie. Um 18 Prozent seien ihre Kosten allein im vergangenen Monat gestiegen. (Wiebke Huck)

Dieselpreis-Entwicklung im Kreis 

Laut ADAC kostete der Liter Diesel Anfang des Jahres in Deutschland durchschnittlich 1,23 Euro. Im September lag der Durchschnittspreis bei 1,41 Euro. Im Werra-Meißner-Kreis kletterte der Literpreis in Autobahnnähe sogar auf mehr als 1,80 Euro. Im September 2020 lag er mit 1,11 Euro deutlich unter dem Niveau dieses Jahres. Am Sonntag (31. 10. 2021) kostete der Liter Diesel im Werra-Meißner-Kreis durchschnittlich 1,54 Euro. Der Preis für einen Liter Super lag bei 1,70 Euro. (hbk)

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