Witzenhäuser bestimmten DJs

Digitale Kesperkirmes in Witzenhausen: Disco nur im Wohnzimmer

Ein Foto von einem Laptop, der die Live-Übertragung der digitalen Kesperkirmes zeigt. Landrat Stefan Reuß legte seine Lieblingssongs auf.
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Unterhaltungsprogramm auf dem Bildschirm: Wegen der Corona-Pandemie fand die Kesperkirmes dieses Jahr hauptsächlich digital statt. Landrat Stefan Reuß legte auf Wunsch der Witzenhäuser seine Lieblingssongs auf.

Am Wochenende wurde die Witzenhäuser Kesperkirmes gefeiert - im Internet. Wir waren vorm Laptop dabei.

Weil die Witzenhäuser Kesperkirmes wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt rund um den Marktplatz gefeiert werden konnte, stieg am Wochenende unter dem Motto „Kesperkirmes Spezial 2020“ ein Ersatzprogramm – mit Ausnahme des Gottesdienstes am Sonntag vor allem im Internet. Einen der Höhepunkte des samstäglichen Liveprogramms bildete dabei „Your Town is your DJ“ („Deine Stadt ist dein DJ“), bei dem bekannte Persönlichkeiten aus der Kirschenstadt eine Stunde lang Musik auflegten.

Der Landrat

Als Dritter der Internetabstimmung, bei der die Witzenhäuser aus zehn Vorschlägen drei DJs wählen konnten, musste Landrat Stefan Reuß auf die mit bunten Scheinwerfern beleuchtete Studio-Bühne. „Als ich seine Playlist gesehen habe, musste ich etwas schmunzeln“, sagte Moderator Rüdiger „Porgy“ Ullrich, der gewohnt professionell durch das abendliche Kirmes-Ersatzprogramm führte. „Da ist auf jeden Fall für alle etwas dabei, aber so ist unser Landrat eben.“

Für jeden, das hieß im Fall von Reuß vor allem für die etwas älteren der knapp 250 Zuschauer, die das Programm laut Online-Zähler bei Youtube oder auf der Facebook-Seite der Witzenhäuser Touristinformation im heimischen Wohnzimmer verfolgten. Los ging es mit Rex Gildos „Fiesta Mexicana“, gefolgt vom 80er-Hit „Forever Young“ von Alphaville, Modern Talkings Gassenhauer „You"re my heart, you"re my soul“, Abbas „Waterloo“ und „Atemlos (durch die Nacht)“ von Helene Fischer. „Das wünsche ich allen Zuschauern für heute Abend“, meinte der gewohnt souveräne, aber während der Songs manchmal etwas einsam hinter dem Mischpult stehende Reuß – sein Publikum saß schließlich daheim vorm Computer. Er verabschiedete sich mit Frank Sinatras Welthit „New York, New York“ vom Plattenteller.

Das Festival-Team

Mit Jugendpfleger Kai Zerweck und Lukas Lipp vom Come2gether Festival-Team, die mit 128 Stimmen 25 mehr bekommen hatten als Landrat Reuß, wurde die Musik deutlich lauter. „Wir wollen mit Live-Songs etwas Festival-Atmosphäre aufkommen lassen“, meinte Zerweck, der Songs der Berliner Rock-Punk-Band Beatsteakes und der Formation Spotlights auflegte. Nachdem die beiden zunächst – ähnlich wie Reuß –während der Songs etwas schüchtern starteten, kamen sie immer mehr in Fahrt und waren mit ihren lustigen Brillen und Tanzeinlagen am Ende echte Hingucker.

Der Pfarrer

Mit Dr. Christian Schäfer betrat am Ende der Überraschungssieger der Internetabstimmung die Bühne. Der Pfarrer für Hundelshausen und Dohrenbach hatte mit 247 Stimmen fast doppelt so viele wie die Zweiplatzierten bekommen. „Dass der erste Platz an einen Pfarrer gehen würde, hätten wir nicht erwartet“, meinte auch Porgy in seinem Kurzinterview. Dann aber bewies der Pfarrer, dass er nicht nur Predigten von der Kanzel beherrscht, sondern auch am Mischpult eine gute Figur macht. Mit einem Mix der Lieblingslieder seiner Kirchenvorstandsmitglieder (unter anderem „Hey brother“ von Avicii, „Take on me“ von Aha und „Über den Wolken“ von Dieter-Thomas Kuhn) sorgte Schäfer für Stimmung und gab dabei Tanzeinlagen zum Besten.

Pfarrer Dr. Christian Schäfer hatte im Vorfeld die meisten Stimmen bekommen. Hier steht er als DJ am Plattenteller.

Danach nahmen mit Tim Behnke und DJ Jazz zwei „echte“ Discjockeys das Ruder am Mischpult und sorgten mit einem Party- und Electro-Mix bis nach Mitternacht für Stimmung. Unterhaltsam war die Stunde mit den „Stadt-DJs“ aber allemal. Wer den Spaß verpasst hat, kann ihn auf der Facebookseite der Tourist-Information nachträglich anschauen.

Von Per Schröter

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