50 Jahre Arzt

Dr. Hans-Peter Marsch aus Herleshausen feiert goldenes Doktorjubiläum

Seine „bessere Hälfte“: Birgit Lehmann arbeitet seit über 50 Jahren in der Arztpraxis und ist die größte Stütze Dr. Hans-Peter Marschs.
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Seine „bessere Hälfte“: Birgit Lehmann arbeitet seit über 50 Jahren in der Arztpraxis und ist die größte Stütze Dr. Hans-Peter Marschs.

Dr. Peter Marsch aus Herleshausen hat sein 50-jähriges Doktorjubiläum gefeiert hat. Damit gehört er zu den dienstältesten Medizinern des Landkreises.

Herleshausen – Wenn Dr. Hans-Peter Marsch eines nicht ausstehen kann, dann ist das Langeweile. „Wir wollen doch in Langeweile nicht umkommen“, ruft er neckend aus, wenn er seinem staunenden Gegenüber von den Abenteuern seines Mediziner-Lebens, von Reisen in ferne Länder, von rauschenden Festen und auch den stillen Momenten des Todes erzählt.

Ja, der Herleshäuser Dr. Hans-Peter Marsch ist von Langeweile etwa so weit entfernt wie Eisbären von der Antarktis. Nach wie vor geht er, die 70 mittlerweile überschritten, seiner Berufung mit Leidenschaft nach, Tag für Tag, jeweils drei Stunden. „Ende offen“, sagt Dr. Marsch, der nun

Das goldene Doktorjubiläum habe er unbedingt erreichen wollen, allein mit dem Gedanken an seinen Großvater. Denn die Praxis am Herleshäuser Hainertor 11a ist seit 1895 fest in Familienhand. Besagter Großvater, Sanitätsrat Emil Marsch, eröffnete die Arztpraxis noch in der Herleshäuser Sackgasse; um die Jahrhundertwende folgte der Umzug an den heutigen Standort. 1945, ausgerechnet im Jahr seines goldenen Doktorjubiläums, verstarb Sanitätsrat Emil Marsch.

Daraufhin schuf sein Sohn Dr. Erich Marsch die Voraussetzungen, um die Praxis übernehmen zu können. Als Sanitätsarzt hatte er am Russlandfeldzug teilgenommen und die Schlacht bei Stalingrad erlebt. „Meine Mutter Ilse kehrte derweil mit mir und meinen drei Geschwistern von Berlin, wo ich auch geboren wurde, zurück nach Herleshausen“, berichtet Dr. Hans-Peter Marsch.

Den Arztberuf nun habe er in die Wiege gelegt bekommen; folglich nahm er nach dem Abitur in Sontra im Mai 1965 sein Studium der Medizin in Göttingen auf. Das Wintersemester 1968 verbrachte er an der Universität Innsbruck; es folgte die Studienzeit in Wien. Ein Geschenk für den begeisterten Kulturfreund Dr. Marsch, der bis zum heutigen Tag ein großer Förderer des Landestheaters Eisenach ist. Seine Doktorarbeit 1971 – Titel: „Untersuchungen über das Fluoreszenzverhalten von Tetracyclinen im Rattenzahn“ – wurde mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet.

1973 schließlich übernahm Dr. Hans-Peter Marsch selbst die Herleshäuser Praxis. 5000 Nachtdienste leistete er ab, half in seinen Anfangsjahren sogar fünf Kindern bei Hausgeburten auf die Welt. Während der Teilung Deutschlands nahm er an der nahen Grenze DDR-Häftlinge in Empfang, die von der Bundesrepublik freigekauft wurden. „Diese Menschen erlitten zum Teil schlimme Folter. Der letzte Patient kam am 16. November 1989, also wenige Tage nach dem Mauerfall, bei mir an.“ (Emily Hartmann)

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