Auch sechs Lehrer sind gegangen

Ein Drittel weniger Schüler: Musikschule hat unter Lockdowns stark gelitten

Musikschule Werra-Meißner
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Musikschule Werra-Meißner

Die Musikschule mit Standorten in Eschwege, Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf hat unter der Pandemie gelitten. Etwa ein Drittel der Schüler sind während der Lockdowns abgesprungen.

Werra-Meißner – Und bislang nicht wiedergekommen. Sechs Musiklehrer haben der Musikschule den Rücken gekehrt. Leiter Ulrich Bernhardt ist zuversichtlich, den Verlust wieder auszugleichen – wenn wieder regelmäßiger Unterricht im Normalbetrieb stattfindet.

Großes Manko der vergangenen Monate war, dass die als Verein geführte Musikschule ihre musikalische Früherziehung in Kitas und Schulen nicht anbieten konnte. Musikpädagogen unterrichten in normalen Zeiten in den Kindertagesstätten Kleinkinder und Vorschüler. Zuletzt durften sie die Kitas nicht betreten. „Uns fehlt dadurch ein kompletter Jahrgang“, sagt Bernhardt.

Ulrich Bernhardt

Weniger Schüler, weniger Lehrer: Viele der Musikpädagogen, die den Job bei der Musikschule als Zubrot für ihren Lebensunterhalt als Künstler genutzt haben, konnten ohne Auftritte und nur mit dem Kurzarbeitergeld für ihre Stelle an der Musikschule nicht auskommen. Die Musikschule nutzte vom Beginn der Pandemie an das Mittel der Kurzarbeit. „Ein gutes Instrument“, wie Bernhardt befindet. Ab Oktober fällt die staatliche Hilfe r weg.

Präsenzunterricht ist wieder möglich

Die Musikschule Werra-Meißner besteht seit 1985. Zurzeit sind rund 700 Schüler (normalerweise über 1000) angemeldet, die von etwa 25 Lehrkräften unterrichtet werden. In beiden Lockdowns war kein Präsenzunterricht möglich. Einiger Unterricht wurde online aufgefangen. Der Förderverein der Musikschule hat massiv in die technische Ausstattung an allen Standorten investiert. Momentan ist wieder Präsenzunterricht möglich. „Das ist für den Musikunterricht von elemataer Bedeutung“, sagt Bernhardt. ts

Kontakt:
Tel.:05651-22423
E-Mail: mail@musikschule-werra-meissner.de
Fax: 05651-22483

Unterstützung von der öffentlichen Hand ist derzeit kaum gegeben. Der Werra-Meißner-Kreis hat seinen Zuschuss zwar verdoppelt, viele Kommunen hatten ihre Beteiligung durch Einsparungen im Zuge des Schutzschirms allerdings reduziert. Das Land Hessen würde seinen Zuschuss hochfahren. Dafür ist aber eine kommunale Trägerschaft Voraussetzung. „Das wäre natürlich ein Quantensprung, da wir dann unsere Musiklehrer nach Tarifgehalt bezahlen könnten und so leichter Personal bekommen würden“, sagt Bernhardt, der glaubt, eine Überführung in kommunale Trägerschaft würde der Musikschule Werra-Meißner langfristig die Existenz sichern. Die Musikschule sondiert bezüglich einer Zusammenarbeit derzeit den Markt. (Tobias Stück)

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