Rückzug vom Gemeinschaftsprojekt

DRK übernimmt für den ASB - neue Rettungswache in Wichmannshausen noch unbesetzt

Bild aus dem August 2020: Mittlerweile sind die Arbeiten an der Rettungswache in Wichmannshausen abgeschlossen, die Freiwillige Feuerwehr Wichmannshausen längst in den linken Gebäudeteil eingezogen. Wann das Deutsche Rote Kreuz den rechten Teil der Rettungswache beziehen wird, ist noch offen.
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Bild aus dem August 2020: Mittlerweile sind die Arbeiten an der Rettungswache in Wichmannshausen abgeschlossen, die Freiwillige Feuerwehr Wichmannshausen längst in den linken Gebäudeteil eingezogen. Wann das Deutsche Rote Kreuz den rechten Teil der Rettungswache beziehen wird, ist noch offen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sah sich gezwungen, einen Rückzieher von dem Projekt zu machen. Nun übernimmt das Rote Kreuz.

Wichmannshausen – Im vergangenen September wurde bekannt, dass die für mehrere Millionen Euro neu gebaute Rettungswache in Sontra-Wichmannshausen zunächst nur von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr bezogen wird. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sah sich gezwungen, aufgrund von Personalmangel einen Rückzieher vom Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Sontra zu machen, wie damals Michael Görner, Geschäftsführer des ASB Kassel-Nordhessen, gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) steht mittlerweile ein Nachfolger für den ASB fest. Bis der allerdings in die neuen Räume einziehen wird, könnte noch einige Zeit vergehen.

Seit dem 1. Januar hat das DRK den Auftrag für „rettungsdienstliche Tätigkeiten vom Werra-Meißner-Kreis“ übernommen, bestätigt Sylvia Weinert, Sprecherin der Verwaltung des Werra-Meißner-Kreises.

Geschäftsführer DRK Eschwege

In der Wache selbst wird das DRK aber zunächst nicht stationiert, berichtet Thomas Wuth, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Eschwege. Den Zuschlag für den Auftrag vom Werra-Meißner-Kreis habe man bereits im vergangenen Herbst erhalten.

„Wir sind nun mit einem Fahrzeug in Wichmannshausen 24 Stunden vor Ort. Außerdem mit einem weiteren sogenannten temporären Fahrzeug, das von 7 Uhr bis 23 Uhr in dem Stadtteil stationiert ist“, so Wuth.

Das Letztere sei bereits seit zwei Jahren vorgehalten worden und zunächst in Wehretal-Reichensachsen untergebracht worden. „Aktuell laufen noch Verhandlungen mit unseren Kostenträgern und mit dem Arbeiter-Samariter-Bund“, sagt Thomas Wuth.

Der ASB sei schließlich Besitzer des rechten Gebäudeteiles und man müsse diesen erst erwerben. Um die Versorgung trotzdem zu gewährleisten, habe das DRK zum gegenwärtigen Zeitpunkt Räumlichkeiten an der Straße „Alter Graben“ in Wichmannshausen angemietet, bis die Übergabe der Rettungswache geklärt sei. Diese Übergangslösung sei sowohl mit der Stadt Sontra, mit der das DRK im ständigen Austausch stehe, als auch mit dem Rettungsdienstträger, dem Werra-Meißner-Kreis, so vereinbart.

Michael Görner, Geschäftsführer ASB Nordhessen

Wie lange diese Übergangszeit dauern werde, kann Thomas Wuth nicht beantworten. „Ein Anfang ist aber gemacht“, sagt der DRK-Kreisgeschäftsführer.

Die laufenden Verhandlungen zwischen ASB und DRK seien ausdrücklich im Sinne des Kreises, so Sprecherin Sylvia Weinert. Da es sich allerdings um eine privatrechtliche Angelegenheit zwischen den beiden Parteien handele, habe man darauf keinen Einfluss.

Eröffnet wurde die Feuer- und Rettungswache an der Straße „Am Ehrenmal“ in Wichmannshausen im Oktober 2020. Sie befindet sich nur wenige Meter von der B 27 und der künftigen A 44 entfernt. Der Spatenstich fand im Dezember 2018 statt, der Bau des Feuerwehrteiles kostete knapp über eine Million Euro, der Teil für den Rettungsdienst 1,4 Millionen Euro. (Von Maurice Morth)

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