Gericht verurteilt 30-Jährigen aus Sontra zu Bewährungsstrafe

Drogenhändler aus Sontra von Amtsgericht Eschwege verurteilt

Symbolbild Gericht HNA
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Justizia

Zu einer Strafe von einem Jahr und acht Monaten, die auf eine dreijährige Bewährung ausgesetzt wurde, hat das Amtsgericht Eschwege einen 30-jährigen Drogenhändler aus Sontra verurteilt.

Eschwege – Wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht unerheblicher Menge sowie des Besitzes illegalen Waffen musste sich ein 30-Jähriger aus Sontra gestern vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Eschwege verantworten. Die Vorsitzende Richterin Schmidt fällte das Urteil gemeinsam mit den beiden Schöffinnen: Der 30-Jährige bekommt eine Gesamtstrafe von einem Jahr und acht Monaten – ausgesetzt zu einer Bewährung von drei Jahren.

Mann legt Geständnis ab

Der Mann zeigte sich vor Gericht geständig. „Ich bereue das alles und schäme mich.“ Er räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zu einem Großteil ein. Demnach hat er im Februar 2020 von einem Lieferanten aus Kassel etwa zwei Kilogramm Amphetamin und 300 Gramm Marihuana zum gewinnbringenden Weiterverkauf entgegengenommen. Gegen den Lieferanten laufen gesonderte Ermittlungen.

Als der 30-Jährige aufflog, folgte rund ein Jahr später die Durchsuchung seiner Wohnung in Sontra durch die Polizei. Die Beamten fanden unter anderem eine Feinwaage, Vakuumiergerät und Verpackungsmaterial sowie eine Vielzahl an weiteren Drogen in erheblicher Menge: Neben 1,5 Kilogramm an Amphetaminen und rund 190 Gramm Marihuana lagerte der Angeklagte noch Kokain und MDMA. Zudem stellten sie einen Schlagring sicher, den der 30-Jährige in einer Schublade seines Schreibtisches aufbewahrte. Zu diesem Zeitpunkt sei er selbst drogenabhängig und konsumierte von seinem Vorrat.

Schlagring war angeblich Geschenk eines Freundes

Während der Sontraer vollumfänglich gestand, mit den Drogen gehandelt zu haben – zwischen 4,50 und sechs Euro nahm er pro Gramm Amphetamin und etwa zehn Euro pro Gramm Marihuana – habe er den Schlagring jedoch nicht für seine Geschäfte angeschafft oder genutzt. Denn das warf ihm die Staatsanwaltschaft vor. Vielmehr habe ein Freund ihm den Schlagring zu seinem 29. Geburtstag geschenkt, den er daraufhin in der Schublade verstaute und nicht mehr daran dachte, wie er schildert.

Der besagte Freund bestätigte dies in seiner Zeugenaussage. Auch wenn die Staatsanwältin der Erklärung skeptisch gegenüber stand, so wurde sie von der Verteidigung und dem Gericht berücksichtigt. Wegen des reinen Besitzes des Schlagrings als unerlaubte Waffe musste sich der Angeklagte aber verantworten.

10.000 Euro soll Angeklagter zurückzahlen

Weiterhin fordert das Gericht – wie von der Staatsanwaltschaft gefordert und vorgerechnet – rund 10 000 Euro an Erträgen ein, die der Mann durch den Drogenverkauf verdient haben muss. Denn die zuvor gekauften zwei Kilogramm Amphetamine streckte er auf drei Kilogramm. Die Hälfte habe er verkauft ebenso wie andere Drogen. Dazu wurden dem Angeklagten 100 Stunden gemeinnützige Arbeit auferlegt, ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt und er soll sich Hilfe bei einer Suchtberatungsstelle suchen – auch wenn er selbst sagt, er sei clean. Denn die Geburt seines Sohnes, die er verpasst hat, weil er einige Monate in Untersuchungshaft war, habe für ihn alles verändert, sagte der 30-Jährige gestern vor Gericht. „Damals drehte sich für mich alles um die Drogen, ich war perspektivlos und hatte keinen Sinn im Leben.“ Das sei nun anders, er wolle für sein Kind und seine Freundin da sein und einen Job finden.

Insgesamt folgte das Gericht mit seinem Urteil einem Mittelweg der Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Staatsanwältin forderte zwei Jahre Haft auf vier Jahre Bewährung, die Verteidigung pochte auf ein Jahr und drei Monate mit drei Jahren Bewährung.

Aufgrund seiner eigenen Drogenabhängigkeit, seines Geständnisses, seiner Reue und insbesondere wegen der Kooperation bei den Ermittlungen gegen seinen Drogenlieferanten und seine Abnehmer fiel die Strafe etwas milder aus. (Jessica Sippel)

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