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Druckereien stark betroffen: Papier ist Mangelware

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Von: Evelyn Paul

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Ein  Stapel Tageszeitungen
Ist aktuell Mangelware: Papier ist insbesondere für Druckereien schwer zu bekommen. © Gorny

Werra-Meißner – Im März haben Krankenkassen moniert, dass eine politisch diskutierte mögliche Impfpflicht schon alleine am Mangel an Papier für den Briefversand scheitern würde. Eine kurze Umfrage zeigt, dass im Werra-Meißner-Kreis vor allem Druckereien von diesem Problem betroffen sind, Schreibwarengeschäfte jedoch kaum.

„Das Standardpapier für Bilderdruck und Offset ist sehr rar geworden“, sagt Rolf Börner, der in der Druckerei Haubold + Sperling in Eschwege im Einkauf arbeitet. „Teilweise gibt es da Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten.“ Bei anderen Materialen wäre die Siutation nicht so akut, aber auch hier müssen die Druckereien zum Teil einige Wochen auf die Papierlieferung warten. Dieses Problem schildert auch Kerstin Arenswald, die für Vogt Spezialdruck in Hessisch Lichtenau im Einkauf tätig ist. „Wir arbeiten zwar hauptsächlich mit Folie, aber auch wir merken, dass es bei Papier längere Lieferzeiten gibt“, sagt die Sachbearbeiterin. Teilweise könnten Papierwerke nicht liefern. Bei Vogt versucht man auf alternativen Papiersorten auszuweichen und sofern es möglich ist, die gängigen Papiersorten auf Lager zu haben.

Früher sei Papier bestellen kein Thema gewesen. Heute müsse man schauen, welcher Großhändler das Papier in welcher Menge zur Verfügung habe und möglichst sofort bestellen.

Zudem seien die Preise erheblich gestiegen und schwanken stark. „Es gelten inzwischen Tagespreise“, sagt Börner. Die Preise seien im Laufes des vergangenen Jahres hochgezogen worden und mit den aktuellen Aufschlägen für Energie auf einem neuen Niveau. „Zum Teil bekommen wir um 14 Uhr ein Angebot, das bis 17 Uhr gültig ist“, berichtet Börner. Aber in drei Stunden könne man mit dem Kunden kaum so eine Entscheidung treffen. „Es ist unglaublich, was gerade passiert. Ich bin 43 Jahre dabei und habe so etwas noch nicht erlebt.“

Vergleichsweise entspannt scheint die Situation hingegen für Schreibwarengeschäfte. So wurde zwar Werner Glade, der in Hessisch Lichtenau ein Schreibwarengeschäft führt, von seinem Händler vor Engpässen vorgewarnt, aber er kann in seinem Geschäft noch alle Produkte anbieten. Auch der Preis sei stabil.

So geht es auch Holger Schröder, der in seinem Geschäft Justus Günther in Großalmerode auch Büroartikel und Schulbedarf führt. Da er die Lagerfläche zur Verfügung hat, hat Werner Glade aber zur Sicherheit bereits alle Artikel für dieses Schuljahr auf Lager.

Von Evelyn Ludolph

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