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26 000 Hektar Wald verloren: Dürre, Borkenkäfer und Stürme sind Probleme

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Von: Konstantin Mennecke

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Ist sich selbst überlassen: Dieser Teil des geplanten Naturschutzgebietes im Kaufunger Wald wird bereits nicht mehr bewirtschaftet. Buchen dominieren dort, im Hintergrund sind sterbende Fichten zu sehen.
Dürre, Borkenkäfer und Stürme sind Stressfaktoren für den Wald. © Michaela Pflug

Der Wald in Nordhessen leidet kräftig unter Dürre, Borkenkäfern und immer wieder kräftigen Stürmen: Mindestens 26 000 Hektar Wald hat die Region seit 2018 verloren.

Das teilt HessenForst auf Anfrage unserer Zeitung mit. Diese statistische Erhebung umfasst die Gebiete der Forstämter Bad Hersfeld, Rotenburg, Melsungen, Wehretal, Wolfhagen, Reinhardshagen, Hessisch Lichtenau, Jesberg und Neukirchen im Staatswald sowie im von HessenForst betreuten Privatwald.

Mit Blick auf ganz Hessen sind im genannten Zeitraum 90 000 Hektar Wald abgestorben. Zum Vergleich: Das ist mehr Fläche, als die Hansestadt Hamburg mit ihren rund 76 Hektar hat.

HessenForst ist aktuell dabei, die betroffene Fläche etwa zur Hälfte wieder aktiv aufzuforsten. „Die andere Hälfte hoffen wir, durch standortgerechte Naturverjüngung wieder bewalden zu können“, teilt Michelle Sundermann, Pressesprecherin der HessenForst mit. „Wenn wir pflanzen, dann immer orientiert an unseren Waldentwicklungszielen, die auf der Basis der prognostizierten Klimaveränderung und der damit verbundenen Standortwasserbilanz durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt abgeleitet wurden.“ Für die Klimaveränderungen wird der Zeitraum von 2041 bis 2070 vorab betrachtet.

In unseren Wäldern werden aktuell schwerpunktmäßig Eichen, Edellaubbäume und klimastabile Nadelbaumarten wie Lärche, Douglasie, Tannenarten und Kiefer gepflanzt. „Grundsätzlich verfolgen wir dabei immer das Ziel, einen möglichst klimastabilen Mischwald aus mindestens drei, besser fünf Mischbaumarten aufzubauen. Danach wird es wesentlich sein, die Kulturen und die jungen Bestände so zu pflegen und zu regulieren, dass das Ziel des gesunden, klimaresilienten Mischwaldes möglichst gut umgesetzt wird“, erklärt Sundermann.

HessenForst setzt bei einem für die Zukunft gerüsteten Wald auch auf Aufklärung. In den Schwerpuntkforstämtern gibt es hauptamtliche Waldpädagogen, die Kinder und Jugendgruppen im Wald begleiten, Aufklärungsarbeit leisten und so jährlich rund 100 000 Teilnehmertage generieren. Zusammen mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betreibt HessenForst vier Jugendwaldheime, die Klassen und Gruppen zur Verfügung stehen. In den Wildparks in Hanau und Weilburg sind zudem jährlich 400 000 Menschen zu Gast.

Auf allen Ebenen Werbung für den Wald

HessenForst setzt auch auf moderne Wege, um die junge Generation für das Thema Wald zu gewinnen. In den vergangenen Jahren ist ein Instagram-Kanal entstanden, der ebenso wie auf der Videoplattform Youtube Wissen über den Wald, Jagd, klimatische Veränderungen und mehr vermitteln soll. Zudem sind Personalberater auf Messen und in Schulen unterwegs, um junge Menschen für Berufe im Wald zu begeistern.

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