Eberhardt hat in Wolfterode den Hut auf

23-Jähriger ist neuer Ortsvorsteher im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Meißner

Einige Männer stehen in einem Garten.
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Während Hartmut Bausch (von links), Jan Eberhardt und Manfred Felmeden nun den Ortsbeirat bilden, will Heinz Schönewolf es nach 18 Jahren als Ortsvorsteher ruhiger angehen lassen.

Wolfterode hat einen neuen Ortsvorsteher und der ist rekordverdächtig jung.

Wolfterode – „Am Ende habe ich den Hut auf“, sagt Jan Eberhardt lachend. Damit beantwortet der neue Wolfteröder Ortsvorsteher eine Frage, die sich wegen seines Alters aufdrängt: Ob er sich mit seinen 23 Jahren auch gegen seine Mitstreiter im Ortsbeirat durchsetzen könne? Sorgen macht er sich keine: „Wir sind ein gutes Team und die Rückmeldung aus dem Ort ist ebenfalls sehr positiv.“ Der Auszubildende zum Notfallsanitäter wird in den kommenden fünf Jahren von Hartmut Bausch (55) und Manfred Felmeden (60) unterstützt. Sie bilden den neuen Ortsbeirat. „Unsern Jan lassen wir nicht versauern“, verspricht Bausch. Dass er in Wolfterode bleibe, stehe fest. „So hats der Opa gesprochen“, berichtet der 55-jährige Kaufmann.

Mittlerweile ist Wolfterode mit seinen etwa 126 Einwohnern der kleinste Ortsteil in der Gemeinde Meißner. Doch dem Zusammenhalt tue das keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil sind sich die Männer sicher: „Jeder bringt sich nach seinen Möglichkeiten ein.“ Stolz sind sie auch, dass es keine einzige Baulücke oder eine sogenannte Schrottimmobilie gibt, wie sie sagen. Wachsen solle das Dorf aber. Deshalb setzen sie sich auch für ein neues Baugebiet ein. Drei Optionen würden derzeit geprüft, erklärt Felmeden, der beim Land Hessen arbeitet. Außerdem solle Wolfterode ein Förderschwerpunkt beim Dorfentwicklungsprogramm sein, weil es der einzige Ort in der Gemeinde sei, der noch nicht von einem solchen Programm profitiert habe. „Priorität haben das DGH und der Außenbereich drumherum“, so Felmeden.

„Eine Kneipe in jedem Haus“

Was Wolfterode nicht hat? Eine Kneipe. Doch die sei eigentlich auch gar nicht nötig. „In jedem Haus steckt eine Kneipe“, so der 23-Jährige lachend. Er habe auch keine Angst, dass nach der Coronapandemie keiner mehr zu den zahlreichen Vereinen und Veranstaltungen des Ortes kommen werde. Dafür sei der Zusammenhalt in Wolfterode zu groß. „Egal ob Jung oder Alt, beim Freiwilligentag und bei Feiern kommt man mit jedem gut ins Gespräch.“ Viele Gleichaltrige seien zwar für das Studium und die Ausbildung aus Wolfterode weggezogen, doch wenn besondere Veranstaltungen anstünden, kämen immer wieder alle zusammen.

Als Unterstützer für Notfälle weiß Eberhardt außerdem seinen Vorgänger Heinz Schönewolf. Der 63-jährige frisch gebackene Rentner ist froh, einen so zuverlässigen Nachfolger gefunden zu haben. Da könne er sich nach 18 Jahren als Ortsvorsteher beruhigt zurücklehnen. Sein Ziel war es immer Wolfterode in die Welt zu tragen. Das sei ihm gelungen, finden die anderen drei Männer. „Inzwischen führt wegen Heinz einer der Wanderwege durch unseren Ort“, zählt Bausch auf. So käme man auch immer mit Besuchern ins Gespräch, sagt Schönewolf. „Die Leute finden Wolfterode schön und der Eindruck bleibt Hängen.“ Das sei sogar so weit gegangen, dass ein Leipziger im Ort ein Haus gekauft habe, um im Alter dort zu wohnen. Auch das Wolfteröder Fußbad im Hollenbach entlang des Premiumweges 2 sei auf seinem Mist gewachsen. Es sei schließlich gemeinsam mit dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, der eine Bank stiftete, umgesetzt worden. Hanna Maiterth

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