Gemeindevertretung Wehretal entscheidet

Edeka- und Aldi-Märkte in Reichensachsen wollen sich erweitern

Von der Ortsmitte an den Ortsrand: Die Edeka-Filiale des Investors Torsten Hellwig soll deutlich größer werden. Grund ist unter anderem die problematische Anfahrts- und Zuliefersituation.
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Von der Ortsmitte an den Ortsrand: Die Edeka-Filiale des Investors Torsten Hellwig soll deutlich größer werden. Grund ist unter anderem die problematische Anfahrts- und Zuliefersituation.

Der Inhaber des Edeka-Marktes plant die Verlegung seines Lebensmittelhandels an den nördlichen Ortsrand von Reichensachsen. Und auch Aldi möchte seine Filiale im Ort erweitern.

Reichensachsen – Platz für die Ansiedlung von Gewerbe ist begehrt in Wehretals größtem Ortsteil Reichensachsen. Zahlreiche Investoren klopften in jüngster Vergangenheit an; nun werden die Pläne konkreter. „Die Katze ist aus dem Sack“, erklärte Wehretals Bürgermeister Timo Friedrich im Zuge der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung am Freitagabend.

Edeka Hellwig

Mit der Verlagerung des Edeka-Marktes verbunden ist auch eine geplante Erweiterung der Gesamtverkaufsfläche inklusive einer Getränkeabteilung auf rund 2150 Quadratmeter. Lebensmittel- und Getränkemarkt sollen am neuen Standort in einer Immobilie vereint werden. Hintergrund der geplanten Verlagerung sind die aktuell äußerst beengten Verhältnisse sowie der Umstand, dass am derzeitigen Standort in der Ortsmitte keine Möglichkeit mehr für eine Erweiterung besteht. Hinzu kommt eine problematische Zufahrts- und Anlieferungssituation.

Aldi-Nord

Auch Aldi-Nord möchte seine bereits in Reichensachsen ansässige Filiale um rund 150 Meter in Richtung Norden und somit neben den neuen Standort „Edeka-Neukauf-Markt Hellwig“ verlagern. Im Zuge dessen ist eine Erweiterung der Verkaufsfläche von derzeit 760 Quadratmetern auf 1050 Quadratmeter geplant. „Zudem besteht mit dem Neubau die Möglichkeit, ein energetisch modernes, zukunftsfähiges Gebäude zu errichten“, führte Bürgermeister Timo Friedrich aus.

Der Standort

Der geplante Standort der beiden Lebensmittelmärkte liegt nördlich der Straße „Auf dem Bruche“, über welche die Zufahrt vorgesehen ist. Die beiden Betreiber wollen in getrennten Immobilien wirtschaften, sich jedoch eine Parkplatzanlage teilen. „Durch die Lage an einer viel befahrenen Bundesstraße besteht die Möglichkeit, Pendler und Zufallskunden anzusprechen. Die Zu- und Abfahrtssituation kann sicher gestaltet sowie Anliefer- und Kundenverkehr getrennt voneinander organisiert werden“, sagte Timo Friedrich.

Die Analyse

Für das Gesamtvorhaben liegt bereits eine Auswirkungsanalyse vor, in der die städtebaulichen und versorgungsstrukturellen Auswirkungen untersucht und die Vereinbarkeit des Vorhabens mit den Anforderungen der Raumordnung und Landesplanung geprüft wurden. An beiden Altstandorten soll keine Nachnutzung durch einen Lebensmittelmarkt stattfinden.

Das Sondergebiet

Der Bebauungsplan wird für beide Vorhaben gemeinsam aufgestellt. Da die Vorhaben über der Grenze für großflächigen Einzelhandel liegen, sind sie planungsrechtlich in einem Gewerbegebiet nicht mehr zulässig. Um die Verlagerung zu ermöglichen, ist im Bebauungsplan deshalb die Festsetzung eines „sonstigen Sondergebietes“ mit der Zweckbestimmung „Einzelhandel“ erforderlich. Parallel wird ein Verfahren zur Abweichungszulassung von den Zielsetzungen des Regionalplans durchgeführt.

Die Diskussion

„Einige Denkanstöße“ wolle er zu den geplanten Marktverlagerungen geben, erklärte Jörg Sandrock (SPD). Er betonte, dass seine Argumentation nicht als Gegenrede zu verstehen sei, aber: „Es sind eigentlich die Dorfkerne, die gestärkt werden sollten“. Eine wohnortnahe Nahversorgung, die Einkäufe zu Fuß möglich mache, sei erstrebenswert. Norbert Claus (FWG), Vorsitzender der Gemeindevertretung, merkte an, dass durch den Beschluss nur die Möglichkeit der Entwicklung geschaffen werde. (Emily Hartmann)

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