Porträt

Eduard Saakel hat stets Verantwortung gesucht

Die Enkelsöhne treten in Opas Fußstapfen: Eduard Saakel mit dem Motorradsportler Henri (links) und dem Fußballer Til, die seine Gene geerbt haben. foto. harald triller
+
Die Enkelsöhne treten in Opas Fußstapfen: Eduard Saakel mit dem Motorradsportler Henri (links) und dem Fußballer Til, die seine Gene geerbt haben.

Wenn er gebraucht wird, ist er da, er kann voller Stolz auf eigene sportliche Erfolge schauen, hat aber schon in jungen Jahren begonnen, das Ehrenamt im Sinne des Gemeinwohls auf ganz persönliche Weise und vorbildlich zu prägen.

Bischhausen – Ja, bei Eduard Saakel aus Bischhausen bleibt die Erkenntnis, mehr Ehrenamt geht gar nicht. Und er mag die alte Schule, würde einen Veranstaltungsort niemals unaufgeräumt verlassen.

In wenigen Tagen feiert Eduard Saakel, der allseits „Ede“ genannt wird, seinen 62. Geburtstag. Und unter diesen 62 Jahren steht ein umfangreiches Sportpaket, das beim Öffnen ganz viel Beistand für junge Leute ans Tageslicht bringt.

„Ich bin 1964 mit nur fünf Jahren zum Reit- und Fahrverein Waldkappel gekommen und habe in diesem Jahr das Amt des Vorsitzenden, das ich seit 1993 ausübte, an Denise Kniese übergeben“, erklärt Eduard Saakel beim WR-Gespräch, dass er 1980, damals war er 21, mit der Vorstandsarbeit begonnen hat.

Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er beim Springturnier 1976 in Eschwege: „Ich war richtig happy über den zweiten Platz bei der Nordhessenmeisterschaft“, sagt er stolz, dass er seine Pferde immer selbst zugeritten und bei Turnieren vorgestellt hat. Die Krönung als Züchter war Cosmos, mit dem Weltmeister Hartwig Steenken das bekannte Derby in Hamburg gewann.

„Die Organisation von Reitturnieren, mehrere Kreismeisterschaften sowie Fahrturniere bis zur Hessenmeisterschaft, der mehrfache Aus- und Weiterbau vom Reit- und Dressurplatz wie vom Vereinsheim darf sich der intakte Vorstand, der nun in jüngere Hände gelegt wurde, an die Fahne heften“, schwärmt Eduard Saakel vom anerkannten Leistungsspektrum und schwenkt zum MSC Waldkappel-Breitau.

„Von der Jugend an war Motorradfahren mein Hobby, das als deutscher Pokalsieger 1993 zusammen mit Uwe Fleck im Seitenwagen gipfelte. Wir sind mit unserem Firmenhanomag bis nach Oberkirch bei Freiburg mit drei Gespannen und sechs Solomaschinen vom MSC gefahren, dabei waren unter anderen Dieter und Norbert Degenhardt, Herbert Bechthold und Achim Bornmann. Der Lastwagen war auch unser Schlafplatz. Das war in der Tat eine Schau“, erklärt er schmunzelnd.

„Neben dem Reiten und Motorradfahren habe ich mich in der Schule von Waldkappel der Leichtathletik gewidmet und gehörte zum Team, das bei Jugend trainiert für Olympia in Berlin mit Platz vier eine Medaille knapp verpasste. Und bis zur A-Jugend und dann erst wieder beim sehr erfolgreichen Altherrenteam von RW Bischhausen habe ich auch im Fußball Spuren hinterlassen und zusammen mit Arnd Reimuth zwischen 1990 und 2008 als Trainer viel für die Jugend der SG Wehretal bewirkt“, zählt der 62-Jährige Namen wie Tobi Meister, Kevin Walter, Axel Guicking, Toffi Vogeler oder Karl Saakel auf, die heute bei den Senioren aktiv sind.

„Wenn andere Eltern samstags ihre Gartenarbeit verrichtet haben, bin ich mit deren Kindern, unterstützt von meiner Ehefrau, zu den Auswärtsspielen gefahren“, sieht Saakel in dieser guten Betreuung sowie im permanenten Kontakt zu jungen Spielern den Schlüssel dafür, dass kaum Jugendliche den Verein verlassen haben.

Auch im Vorstand scheute Eduard Saakel die Verantwortung nicht, war von 1996 bis 2018 zweiter Vorsitzender und hat, wenn Not am Mann war, auch die Pressearbeit verrichtet. Aktuell kümmert er sich als Schriftführer um das Passwesen und den Versorgungsnachschub fürs leibliche Wohl im Sportlerheim. Und nicht zu vergessen: Auch der TSV-Tennissparte gehörte er an.

„Gerne erinnere ich mich an die Zeit bei den Altherrenfußballern, speziell an die vielen Siege in der Halle“, denkt er an ein Turnier in Niedervorschütz, an dem auch Oldies vom KSV Hessen und vom KSV Baunatal mitwirkten, die gefragt haben, wo wir denn herkommen? Nach der Veranstaltung wussten sie es“, kann der gelernte Kaufmann, der den elterlichen Futtermittelbetrieb übernommen hat, ein Lächeln nicht verbergen.

Die Organisation von Straßenfesten für gute Zwecke stand bei dem karnevalistisch angehauchten Tausendsassa ebenfalls auf der Agenda, der von 1990 bis 2017 als Moderator durch das närrische Programm führte. „Die Einnahmen haben wir gespendet, vor allem ans Göttinger Elternhaus für krebskranke Kinder“, erläutert Saakel, dass er vor diesem Hintergrund der „fröhlichen Elf“ gerne zur Seite stand.

Seine ehrenamtlichen Gene hat er an die drei Söhne weitergegeben: „Christoph ist im Vorstand beim MSC, Sebastian und Karl sind im Vorstand sowie im Förderverein der SG Wehretal aktiv“, nutzt Eduard Saakel das Forum, um sich herzlich bei seiner Ehefrau Ute zu bedanken, die ihm stets den Rücken freigehalten hat: „Vergessen darf ich auch die vielen Mitstreiter nicht, ohne deren fundierte Unterstützung hätte mein Wirken nicht funktioniert“, blickt Opa „Ede“ hoffnungsvoll auf die vier Enkel, einen Fußballer, einen Motorradfahrer und zwei Reiterinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.