Ehrung für eine große Tat

Ehepaar Manß-Germeroth restauriert Fachwerkhaus und erhält Auszeichnung

Stolze Hausbesitzer: Karin Germeroth und Siegfried Manß-Germeroth haben nach eigenen Angaben ihr Haus in Herleshausen aus „purem Idealismus“ restauriert. Das Fachwerkhaus ist seit dem 18. Jahrhundert in Familienbesitz. Fotos: Kiele

Herleshausen. Dass die goldenen Blumenornamente an der Decke in der Stube wieder in neuem Glanz erstrahlen, ist einem tollen Zufall zu verdanken. Karin Germeroth hat während der Renovierungsarbeiten im Haus vor ein paar Jahren farbliche Fragmente an der Decke entdeckt.

Erfahrene Restauratoren haben die Wandmalereien mit viel Liebe zum Detail wieder hergestellt.

Mit viel Mühe und jahrelangem Engagement hat das Ehepaar ihr Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert in Herleshausen renoviert. Dafür haben sie den Hessischen Denkmalschutzpreis bekommen. Der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein hat dem Ehepaar den Anerkennungspreis und eine Urkunde überreicht (wir berichteten). Für die Plakette fürs Haus wird noch ein schöner Platz gesucht.

Bereits in den 1970-er-Jahren haben Siegfried Manß-Germeroth und Karin Germeroth mit den ersten Restaurationsarbeiten begonnen. „Dann kam die Frage auf, was aus dem Haus wird“, sagt Karin Germeroth. Nachdem sie einige Möbelstücke aus verschiedenen Epochen aufgearbeitet hatte, ging es mit den Renovierungsarbeiten los. Das Fachwerk wurde saniert, eine Innendämmung aus Lehm aufgebracht und die Fenster und Türen neu aufgearbeitet. Im Haus sind an verschiedenen Stellen an den Wänden kleine Sichtfenster erhalten. Diese zeigen die Original-Farben von damals.

Ausgezeichnet: Die Plakette für das Fachwerkhaus von Ehepaar Manß-Germeroth.

Im Haus sorgen kleine Details für eine besondere Atmosphäre. Neben den Treppenstufen sind kleine Ammonshörner in die Wand eingefasst, im Flur wurde der Ast von einer Weinrebe am Haus in den Lehm gedrückt und farbig ausgemalt. Ein Bewohnerbaum soll es in Zukunft werden, mit Namen aller Bewohner auf Weinblättern geschrieben. 14 Tage hat Karin Germeroth acht Stunden pro Tag die Farbe vom Treppengeländer mit verschiedenen Handwerkstechniken abgeschmirgelt. Eine langwierige Arbeit, die sich gelohnt hat.

Gelohnt hat sich auch das große Engagement für den Ort Herleshausen. Die roten und grünen Flächen auf einem Plan von Herleshausen aus dem Jahr 1969 zeigt, welche Häuser der damals genehmigten Flächensanierung zum Opfer fallen sollten. Siegfried Manß-Germeroth und seine Frau fürchteten damals den Verlust der Identität des Dorfes. Sie informierten sich als Studenten über das Denkmalschutzgesetz in den Vorlesungen von Denkmalpfleger Gottfried Kiesow in Frankfurt am Main.

Stadtplan von 1969: Siegfried Manß-Germeroth und Karin Germeroth engagierten sich für den Denkmalschutz.

Durch das große Engagement einer Bürgerinitiative, die von den Eheleuten Manß-Germeroth angeregt worden war und von der TU Darmstadt und dem Landesamt für Denkmalpflege unterstützt wurde, gelang es, diese Planung zu verhindern. Die bereits genehmigten Gelder wurden nun für eine Objektsanierung eingesetzt. 35 Familien konnten das Geld für eine Sanierung nutzen. „Die Häuser erzählen alle Geschichten. Wir haben wirklich den Denkmalschutz ins Dorf geholt, Da freue ich mich riesig drüber“, sagt Karin Germeroth.

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