Aus der Küche in den Impfbus

CORONAVIRUS: Ehrenamtliche unterstützen mobile Impfteams

Eine Gruppe Menschen in Rettungskleidung stehen zusammen
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Die hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes nach ihrem Einsatz am Mittwoch: (von links) Hendrik Stengel, Timo Sippel, Tobias Stirnal, Dennis Auffenberg, Jasmin Gurnik, Andreas Jursch, Alina Hoppe, Mara Rahne, Dieter Mittenentwei, Lorena Banz und Simone Womelsdorf.

Um die 40 Ehrenamtlichen unterstützen im Werra-Meißner-Kreis, die mobilen Impfteams, die die Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen impfen.

Werra-Meißner – Dass sie mal im medizinischen Bereich arbeiten würden, damit hätten Angelika und Evangelos Panou aus Germerode nie im Leben gerechnet. „Ich bin mein Leben lang in der Gastronomie unterwegs“, erzählt Evangelos Panou. Jetzt aber verstärken das Ehepaar und ihre Mitarbeiterin Karina Felmeden ehrenamtlich die mobilen Impfteams des Werra-Meißner-Kreises, die seit dem 27. Dezember vergangenen Jahres durch die Alten- und Pflegeheime im Kreis ziehen und Impfungen dorthin bringen, wo die schwächsten Menschen leben.

Gastronomenehepaar wechselt von Küche an Schreibtisch

Das Ehepaar Panou betreibt eigentliche die Gaststätte im Bergwildpark Meißner – inklusive Kiosk und Besucherkasse. Wie so viele touristische Ausflugsziele und gastronomischen Angebote musste auch der Bergwildpark im vergangenen November coronabedingt schließen. Doch die Panous wollten nicht zu Hause sitzen und Däumchen drehen während draußen das Coronavirus den Kreis in Schockstarre versetzt. Also folgten sie dem Aufruf der Kreisverwaltung, des Klinikums Werra-Meißner und des Deutschen Roten-Kreuzes im Werra-Meißner-Kreis. Die suchten nämlich nach ehrenamtlichen Helfern für die mobilen Impfteams und für das seit Dienstag geöffnete Impfzentrum in Eschwege.

„Wir haben grundsätzlich einen hauptamtlichen Mitarbeiterstamm, der die regelmäßigen Dienste abdeckt“, erklärt Thomas Wuth, Kreisgeschäftsführer des DRK. Doch unterstützt werden diese von inzwischen 40 Ehrenamtlichen.

Einen ersten Einsatz hatten die Panous schon. Natürlich würden sie keine Spritzen geben, das übernehme das medizinisch geschulte Personal. „Wir machen Hilfsarbeiten“, erklärt das Paar. Vergleichbar sei es mit einer Rezeption im Hotel. „Wir sitzen an der Anmeldung.“

Begleitung für Impfpatienten

Es sind unterstützende Tätigkeiten, erklärt auch Wuth. Die Ehrenamtlichen, die eine medizinische Qualifikation nachweisen könnten, würden etwa Springerdienste übernehmen. Wer aus anderen Branchen käme, der würde zum Beispiel als Begleitung für die zu Impfenden eingesetzt. Im Impfzentrum werde speziell der Check-In – also die Anmeldung – und der Check-Out – die Abmeldung von den Ehrenamtlichen besetzt werden. „Sie überprüfen vor den Impfstraßen den Termin, die Impfberechtigung, die Anmeldedaten, die Personalien und dokumentieren alles.“ Ähnlich sehe es dann bei der Abmeldung aus. Dort werde zusätzlich darauf geachtet, ob die Geimpften Symptome zeigten, die auf eine negative Reaktion auf die Impfung hindeuten könnten.

Die Panous freuen sich, dass sie etwas tun können, dass sie helfen können. „Das treibt auch die anderen Ehrenamtlichen an“, sind sich Angelika und Evangelos Panou sicher. Die Arbeit mache ihnen Spaß. Die Mitstreiter in den Impfteams hätten einen angenehmen Umgang. Und bei den zu Impfenden merke man, wie erleichtert sie nach der Spritze seien. Doch sicher ist auch: Sobald der Bergwildpark Meißner wieder seine Türen öffnet, werden auch die Panous wieder dort anzutreffen sein. Denn da, da ist sich das Paar einig, ist auch ihr Platz. Hanna Maiterth, Fotos: Hanna Maiterth

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